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Geschichten über Trachten im Westhavelland

Besucherzentrum Milow Geschichten über Trachten im Westhavelland

Gabriele Matthies hat am Sonnabend im Besucherzentrum des Naturparks in Milow Geschichten über die Volkstrachten im Westhavelland erzählt. Sie trat dazu als die regional bekannte Schutzpatronin „Frau Harke“ auf und hatte sich natürlich in eine Tracht gekleidet. Dazu wurde auch traditionelle Kleidung zum Anfassen ausgestellt.

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Gabriele Matthies erzählte im Besucherzentrum Milow von den Trachten im Westhavelland.

Quelle: Norbert Stein

Milow. Vor Jahrhunderten war für die Menschen die Welt noch voller Geheimnisse. Sie glaubten, dass Götter die Menschen und die Natur lenkten. So hatte auch jede Landschaft eine Schutzgöttin. Für das Havelland war „Frau Harke“ diese Schutzgöttin. Über die Beschützerin sämtlichen Glücks und Lebens wurden besonders an langen Winterabenden viele Sagen und Geschichten erzählt. Auch wenn diese Zeit längst vorbei ist, erzählen auch heute noch Havelländer ihren Gästen gerne von der Schutzpatronin Frau Harke. Gabriele Matthies führt kostümiert als Frau Harke Touristen durch die historische Altstadt in Rathenow.

Volkstrachten waren ein Gegenbild zur bürgerlich-städtischen Mode

Im Besucherzentrum des Naturparks Westhavelland führte sie am Samstagnachmittag die Gäste zurück in jene Zeit, in der die Menschen im Westhavelland noch Trachten trugen. Dass sie sich zu ihrem Vortrag „Trachten im Westhavelland“ selbst in eine Tracht gekleidet hatte, war für Gabriele Matthies eine Ehrensache. Volkstrachten wurden vor allem in 18. und 19. Jahrhundert getragen und galten als Gegenbild zur bürgerlich-städtischen Mode. Volkstrachten waren als Kleidung regional geprägt, zum Beispiel mit Wappen. Sie wurden geografisch eingegrenzt auf dem Land und in den Städten getragen.

Im 18. Jahrhundert galt dafür eine verbindliche Kleiderordnung. In welchen westhavelländischen Dörfern Trachten eine besondere Rolle spielten, zeigte Gabriele Matthies den Besuchern anhand einer Karte. Über 30 Punkte markierten Orte mit eigenen Volkstrachten. Auf der Karte benannt waren zum Beispiel Friesack, Rhinow, Gülpe, Spaatz, Semlin, Nennhausen, Rathenow und Buschow.

Kleidungsstücke zum Anfassen aus Spaatz, Semlin und Mögelin

Wie diese Trachten aussahen, aus welchen Stoffen sie gefertigt wurde, was alles zu einer solchen traditionellen Kleidung gehörte und zu welchen unterschiedlichen Anlässen sie getragen wurde, erzählte Gabriele Matthies in einer kurzweiligen Stunde. Fotos von Trachten sowie Stoffe und einzelne Kleidungsstücke zum Anfassen machten das Erzählte anschaulich für die Besucher. Ihre Aufmerksamkeit lenkte Gabriele Matthies zunächst auf die Spaatzer Tracht um 1835 mit einem Warprock aus rot-schwarzem Stoff. Grün-schwarz gestreifte Stoffe prägten einst die Semliner Arbeitstracht.

Zur Mögeliner Tracht aus dem Jahre 1874 gehörte ein Stepprock. Die Trachtenröcke waren farbig , wofür auch der Blaudruck genutzt wurde. Überliefert ist aus dieser Zeit die Redewendung „Ein blaues Wunder erleben“. Weiße Schürzen und schön besticke Kappen gehören auch zu den Volkstrachten. Unterröcke ebenso. Kniehose, Dreispitz und Knopfweste waren Bestandteile der Männertrachten im Westhavelland.

Von Norbert Stein

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