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Neue Wege für Freizeitkapitäne

Fortschritt beim Wassertourismus Neue Wege für Freizeitkapitäne

Noch bis vor kurzem schien zum Bau einer neuen Schleuse in Friedenthal bei Oranienburg alles festgefahren zu sein, der Bund hat kein Geld, die Stadt Oranienburg kann solch große Projekte nicht alleine schultern. Jetzt bahnt sich ein Kompromiss mit dem Bund an. Allerdings wäre die Pinnower Schleuse das Bauernopfer, was man bringen müsste.

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Für Motorbootefahrer wären die Havel und der Schlosshafen von Oranienburg dann noch interessanter.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Die Sachsenhausener können sich auf die Schulter klopfen. „Wir wollten schon immer, dass die Friedenthaler Schleuse gebaut wird“, sagte Ortsvorsteher Jürgen Wruck im jüngsten Ortsbeirat. Nun sahen sich die Sachsenhausener total bestätigt.

Nachdem das Thema Schleusenneubau in Friedenthal schon abgehakt schien, bahnt sich nun ein Kompromiss an, mit dem auch Bund und Land offenbar leben können. Am gemeinsamen Verhandlungstisch entstand der Vorschlag, die einstigen hochgesteckten Ziele für eine Umfahrung der Lehnitzschleuse erheblich runterzufahren. Im Klartext heißt das, auf den Neubau der beiden Schleusen in Malz und Sachsenhausen wird mittelfristig verzichtet. Die kleine Brücke über die Kreuzallee zwischen Neu-Friedrichsthal und Dameswalde , die ursprünglich neu gebaut und hoch genug für Motoryachten sein sollte, wird nur so hergerichtet, dass sie für Ruderboote und Kanuten passierbar wird.

Die Brücke an der Kreuzallee in Neu-Friedrichsthal ist sanierungsbedürftig

Die Brücke an der Kreuzallee in Neu-Friedrichsthal ist sanierungsbedürftig. Ursprünglich sollte ein Brückenneubau für Motorboote passierbar sein. Jetzt ist nur noch die Rede davon, dass Kanuten durchkommen sollen.

Quelle: ENRICO KUGLER

Stattdessen konzentrieren sich die Kräfte auf den Neubau der Friedenthaler Brücke. Damit könnte die Umfahrung der Lehnitzschleuse und des Oder-Havel-Kanals über die neue Schleuse in Friedenthal geregelt werden. Oranienburgs Hafenmeister wird angesichts dieses Vorschlages jubeln. Denn auf diese Weise können Sportbootfahrer, die von Berlin aus in die Ruppiner Gewässer wollen, ganz bequem vom Oder-Havel-Kanal auf der Havel in Oranienburg weiterschippern, am Schlosshafen anlegen und von dort einfach weiterfahren in den Ruppiner Kanal. Bisher ist die Havel in Oranienburg eine Sackgasse. Wer in den Ruppiner See wollte, musste zwei Stunde Umweg über die Pinnower Schleuse in Kauf nehmen.

 

Der neue Vorschlag bringt eine erhebliche Kostenersparnis mit sich. Der Neubau einer einzigen Schleuse würde schätzungsweise zwischen vier und 4,5 Millionen Euro verschlingen. Allerdings gibt es einen Pferdefuß an der Angelegenheit. Die ohnehin sanierungsbedürftige Pinnower Schleuse wäre dann eigentlich überflüssig. Auch der Oranienburger Kanal müsste nicht mehr befahren werden. Der Bund könnte also sein Bauwerk in Pinnow stilllegen, die Kosten für eine Reparatur sparen und das Geld stattdessen in den Neubau der Friedenthaler Schleuse stecken.

Zur Finanzierung der Schleuse und der Brücke könnten auch Fördertöpfe aufgetan werden, wenn die Kommune als Bauherr auftritt. Eine weitere Idee ist, dass das Land, das bereits für den Ruppiner Kanal zuständig ist, auch die Havel in seine Trägerschaft übernimmt. Der Havelabschnitt würde von der neuen Schleuse bis zum Kayserhafen nördlich des August-Wilhelm-Steges reichen.

Momentan geht der Vorschlag durch Oranienburgs Ortsbeiräte. Die Sachsenhausener sind begeistert. Nur ein Punkt gefällt ihnen nicht. „Der Beschluss ist gut, aber bei der Brücke an der Kreuzallee wird zu kurzfristig gedacht“, war die Meinung von Michael Fehlow. Vielleicht werde es später doch noch mal nötig, dass auch Motorboote die Brücke unterfahren können. Der Ortsbeirat einigte sich darauf, den Vorschlag zur Weiterführung der Wassertourismusinitiative zu unterstützen, aber den Passus mit der Brücke Kreuzallee zu streichen. Der Friedrichsthaler Ortsbeirat lehnte den Beschluss wegen der neuen Pläne zur Brücke komplett ab.

Wassertourismus

Eines der Ziele der Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg ist es, eine Umfahrung der Lehnitzschleuse für Sportboote aufzubauen, die in die Ruppiner Gewässer wollen.

Momentan ist das nicht auf direktem Wege möglich. Sportboote müssten statt auf dem Oder-Havel-Kanal zu fahren, über die Pinnower Schleuse und den Oranienburger Kanal schippern, um über den Kremmener See in den Ruppiner See zu kommen.

Bei dieser Route bleibt der Oranienburger Schlosshafen immer abgeschnitten.

Von Andrea Kathert

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