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Neuruppin: Rückenwind für Parzival

Debatte über öffentliche Kunst Neuruppin: Rückenwind für Parzival

Wie teuer darf Kunst im öffentlichen Raum sein Im Neuruppiner Bauausschuss sorgt das gerade für Diskussionen. Mehrere Abgeordnete sind 20 000 Euro Reparaturkosten für die 17 Meter hohe Edelstahlskulptur des Parzival am Bollwerk zu viel. Aber das man das Kunstwerk deshalb nach 17 Jahren abreißen?

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Seit 1998 steht der 17 Meter hohe Parzival am Bollwerk.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Soll der Parzival stehen bleiben? Oder kann Neuruppiner auf die 17 Meter hohe Skulptur aus Edelstahl am Bollwerk auch gut verzichten? Die Frage bewegt nicht nur Neuruppin.

Der Bauausschuss konnte sich am vergangenen Donnerstag nicht zu einer Entscheidung durchringen. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, Neuruppin sollte das Kunstwerk übernehmen, weil es keinen anderen Eigentümer gibt. Vielen Mitgliedern im Ausschuss waren die Kosten für Reparaturen und Unterhalt aber zu viel. Sie vertagten die Abstimmung.

Anders als ihre Abgeordneten sehen viele Bürger ganz klar die Stadt Neuruppin in der Pflicht, wenn es um das Standbild aus der Werkstatt des Karwer Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein geht. „Gehört der Parzival zu Neuruppin?“, wollte die MAZ bei einer Umfrage im Internet von Lesern wissen. Die allermeisten finden, das Standbild des mythischen Ritters sollte unbedingt stehen bleiben. 72 Prozent derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, sind für den Erhalt – 62 Prozent auch dann, wenn Neuruppin dafür die Kosten tragen muss. Lediglich 28 Prozent der Leser finden, ein Abriss wäre besser.

Reparaturen sollen laut Stadtverwaltung 20 000 Euro kosten

Die Neuruppiner SPD-Stadtverordnete Christiane Doll hatte den im Bauausschuss ins Spiel gebracht. Auch CDU-Mann Sven Deter findet, die Stadt sollte sehr genau überlegen, ob sie das Kunstwerk übernimmt. „Nichts ist für die Ewigkeit“, meint Deter und kann sich durchaus vorstellen, dass der Parzival abgebaut oder an eine andere Stelle versetzt wird. Die Stadtverwaltung schätzt, dass Pflege und Unterhalt pro Jahr 2000 Euro kosten. Sofort wären 20 000 Euro für Reparaturen nötig.

Für Volker Büttner, den Vorsitzenden des Kulturbeirates, ist das noch lange kein Grund, über einen Abriss nachzudenken. „Das tut man nicht“, sagt er: „Der Parzival gehört zur Stadt, völlig egal, was man ästhetisch davon hält.“

Dem Rheinsberger Künstler Tony Torrilhon diente der Parzival aus Neuruppin als Vorbild für seinen Odysseus und die  Nixen, die er für das Boll

Dem Rheinsberger Künstler Tony Torrilhon diente der Parzival aus Neuruppin als Vorbild für seinen Odysseus und die Nixen, die er für das Bollwerk in Rheinsberg schuf.

Quelle: Andreas Vogel

Der Parzival-Schöpfer Matthias Zágon Hohl-Stein bekommt indes etliche Anrufe von Menschen, die ihre Hilfe anbieten. Auch der Rheinsberger Künstler Tony Torrilhon meldet sich zu Wort. Für ihn war der Parzival Vorbild für seine Nixen, die er in Rheinsberg aufgestellt hat. „Ohne Parzival kein Odysseus am Bollwerk in Rheinsberg“, sagt Torrillhon: „Die Figur hat ihren Platz in Neuruppin gefunden und müsste da bleiben.“

Die Vorsitzende des Neuruppiner Sozial- und Kulturausschusses, Hannelore Gußmann (SPD), versteht die Diskussion nicht: „Man kann einen Künstler doch nicht so vor den Kopf stoßen.“ Für sie steht fest, dass der Parzival stehen bleiben muss. Im April will sie das Thema unbedingt auf die Tagesordnung ihres Ausschusses nehmen.

Von Reyk Grunow

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