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OPR setzt auf die Gesundheitswirtschaft

Zukunftsforum in Lindow OPR setzt auf die Gesundheitswirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft in Ostprignitz-Ruppin ist ähnlich stark wie in den Universitätsstädten Greifswald und Göttingen. Jeder fünfte Arbeitnehmer ist inzwischen in dieser Branche tätig, zu der auch der Tourismus gehört. Dafür gesorgt haben nicht allein die Krankenhäuser, Praxen und Pflegeeinrichtungen, sondern auch viele Hotels.

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Die Moderatorin Nicola Krettek mit Nina Heinecke (r.).

Quelle: Foto: Andreas Vogel

Lindow. Die Gesundheitswirtschaft in Ostprignitz-Ruppin hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Allein von 2008 bis 2014 hat diese Branche im Landkreis 1200 Arbeitsplätze geschaffen. „Das ist ein Zuwachs von 23 Prozent“, sagte Nina Heinecke vom Institut für Regionalwirtschaft aus Hannover am Mittwoch beim Zukunftsforum des Landkreises in Lindow. Zum Vergleich: Bundesweit hat die „sehr dynamische Branche“ Gesundheitswirtschaft von 2008 bis 2014 lediglich um 16 Prozent zugelegt, so Nina Heinecke.

Vor allem durch die Krankenhäuser in Neuruppin, Kyritz und Wittstock sei Ostprignitz-Ruppin im bundesweiten Vergleich ein ähnlich starker Standort wie die Universitätsstädte Greifswald und Göttingen, sagte die Diplomgeographin. Positiv sei zudem, dass der Landkreis nicht allein in der Gesundheitswirtschaft gut aufgestellt ist, wozu neben den vielen Apotheken, Arztpraxen, Hotels, Pflegeheimen und Pflegediensten in der Region inzwischen ebenfalls die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin gehört. Vielmehr ziehe der Landkreis jedes Jahr auch mehr als eine Million Übernachtungsgäste an.

200 Heilbäder und mehr als 1300 Wellnesshotels gibt es in Deutschland

Das könnte eine wichtige Voraussetzung sein, damit die Gesundheitswirtschaft in der Region weiter wächst. Denn in den meisten Fällen entwickelt sich diese Branche besonders in Ballungsgebieten und nicht in ländlichen Regionen, sagte Nina Heinecke. Der Kreis Ostprignitz-Ruppin könne jedoch durch seine Lage, direkt vor den Toren Berlins zu liegen, punkten, sowie seine vielen Seen und Wälder.

Das allein reicht laut Andreas Zimmer von der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) allerdings nicht aus. Gibt es doch deutschlandweit etwa 200 Heilbäder, gut 1300 Wellnesshotels und mehr als 2000 Erholungsgebiete. „Jeder wirbt, dass er der Beste für den Gast ist“, so Zimmer. Hinzu kämen oft unklare Verantwortlichkeiten und kein klares Profil des Angebotes. „Jeder macht Tourismus mit.“ Darunter leiden der Bekanntheitsgrad und die Sympathiewerte. Der bundesweit bekannteste Kurort in Brandenburg ist laut einer Umfrage Bad Saarow mit Platz 50 in Deutschland, sagte Zimmer. Der Tourismusexperte empfahl deshalb, ein klares Profil für die Vermarktung der Gesundheitswirtschaft in der Region zu entwickeln und dabei Entspannung sowie Bewegung miteinander zu verknüpfen. „Geben sie Gas. Die anderen schlafen auch nicht“, betonte Zimmer. Wichtig sei, dass sich die Region von den anderen unterscheide. Zimmer empfahl, dass die REG, die sich um die Wirtschaftsförderung in Ostprignitz-Ruppin kümmert und das Zukunftsforum organisiert hatte, einen Marketingexperten anstellt.

REG will Marketingexperten einstellen

Genau das sei geplant, sagte Axel Leben von der REG. Zugleich verwies er darauf, dass im Landkreis bereits mehr als 550 Unternehmen in den Bereichen Tourismus und Gesundheitswirtschaft tätig sind. „Wir fangen nicht bei null an.“ Vielmehr gehe es jetzt darum, die vielen Anbieter geschickt miteinander zu vernetzen. Das ist nicht immer ganz einfach. „Es gibt teilweise eine unterschiedliche Sprache zwischen den Medizinern und den Touristikern“, räumte Leben ein.

„Die Gesundheitswirtschaft hat Zukunftsmusik“, stimmte Peter Krause, Chef des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland, zu. Zwar weist die Statistik derzeit noch keine Urlauber aus, die extra wegen der Bewegungsangebote auf dem Wasser (Kanu) oder auf dem Land (Rad, Wandern) in die Region kommen. Doch besteht durchaus eine steigende Nachfrage, den Erholungsurlaub mit Kultur und Bewegung zu verbinden. „Da verschmilzt schon vieles mit dem Modewort Gesundheitswirtschaft“, sagt Peter Krause.

Von Andreas Vogel

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