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Prignitz hat beim Tourismus Luft nach oben

Trotz 24 Prozent Zuwachs seit 1998 Prignitz hat beim Tourismus Luft nach oben

Sie gilt als Sehnsuchtsort für Großstädter – die Prignitz will sich weiter als Tourismusregion etablieren. Von 1998 bis zum Jahr 2014 ist die Zahl der Übernachtungen um 24 Prozent auf knapp 292 000 gestiegen. Die Auslastung der Betten ist mit 30 Prozent noch verbesserungswürdig, hieß es beim Prignitzer Tourismusforum.

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Der Erste Beigeordnete des Landkreises OPR, Werner Nüse (l.) beim Grußwort an den Tourismusverband Prignitz.

Quelle: Andreas König

Plattenburg. Schön ist die Prignitz – viel Natur, wenig Menschen. So manch ruhesuchender Großstädter hat das erkannt und verbringt einen Teil seines Urlaubs gern in der Region. Zwar steigt das Interesse, doch es gibt noch „Luft nach oben“, So lautete eine der Feststellungen beim 11. Prignitzer Tourismusforum am Dienstag. Mehr als 70 Vertreter von touristischen Leistungserbringern, Kommunen, Verbänden und Unternehmen berieten im Rittersaal der Plattenburg, wie die Prignitz als Reiseregion mit der neuen Landestourismuskonzeption umgehen soll.

Während Martin Linsen, Tourismus-Referatsleiter im Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg, die Konzeption als schmale Anleitung zum Handeln deutete, verwies Andreas Zimmer, Leiter Clustermanagement Tourismus bei der Tourismus-Marketing-Brandenburg GmbH (TMB) darauf, dass vieles noch im Fluss sei. „Wir wollen eine Marke für den Tourismus in Brandenburg entwickeln, die auch für die einzelnen Regionen passt“, sagte der gebürtige Thüringer. Prägende Kindheitsvorstellungen von unberührter Natur habe er übrigens in der Prignitz erworben, berichtete er den Anwesenden. Zur Reiseregion Prignitz gehören außer dem Landkreis Prignitz auch das Wittstocker Land, die Stadt Havelberg sowie in Kooperation mit dem Ruppiner Seenland die Kleeblattregion um Kyritz und Wusterhausen.

Für die Prignitz im engeren Sinne habe sich der Tourismus seit Jahren zu einem starken Wirtschaftsfaktor entwickelt. „Im Vergleich zu 1998, als die Region 234 000 Übernachtungen zählte, ist die Zahl bis zum vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 291 957 gewachsen“, berichtetet Andreas Zimmer. Diese Zahl kann zwar mit dem Zuwachs in anderen brandenburgischen Reiseregionen nicht ganz mithalten, doch muss man bedenken, dass Ende der 1990er Jahre noch die Kurgäste in Bad Wil­snack als Touristen erfasst wurden. Berücksichtigt man, dass die Steigerung ohne diesen erheblichen Publikumsmagneten erreicht wurde, stellt sich die Entwicklung noch positiver dar. Allerdings ist sie trotz aller Erfolge kein Grund, sich beruhigt zurückzulehnen. „Die Auslastung der Betten in Hotels und Pensionen ist mit etwa 30 Prozent noch verbesserungswürdig“, stellte Andreas Zimmer fest.

Um Gäste anzulocken, sei es wichtig, ganz Brandenburg und auch die Prignitz als Marke zu bewerben. „Marken erzeugen Bilder im Kopf und sind wiedererkennbar“, erklärte der Clusterchef. Er verglich diesen Prozess der Markenbildung mit Großunternehmen wie Samsung oder Apple. Im Unterschied zu multinationalen Konzernen müsse die „Marke“ Prignitz allerdings von vielen selbstständigen Unternehmen etabliert werden. „Und da muss alles zusammenpassen“, sagte der Clusterchef. „Wenn irgendwo ein Bus nicht pünktlich fährt oder die eine andere Sache nicht klappt, fällt das auf die gesamte Region zurück. Zwar könne sich die Reiseregion Prignitz gemeinsam mit der benachbarten Mecklenburgischen Seenplatte als „wasserreichster Kulturraum Europas“ bezeichnen, doch genüge es nicht, das zu behaupten. Vielmehr müsse man noch mehr Angebote rund ums Wasser stricken, hieß es.

Zwar gilt Radtourismus als eine der Reiseformen mit den stärksten Zuwachsraten, aber er birgt noch ganz andere Potenziale. Darauf wies Marianne Dieter aus Roddan (Bad Wilsnack/Weisen) hin: „Wir haben regelmäßig Gäste vom Bodensee“, sagte die Ferienwohnungsbetreiberin. „Die kommen gern hierher, weil die Landschaft so eben ist. Während sie zu Hause bereits aufs Elektro-Bike umgestiegen sind, können sie hier mit normalen Fahrrädern Kilometer machen.“ Marianne Dieter bemängelte allerdings, dass Hotels seit Neuestem nicht mehr für Dinge haften müssen, die Gäste im Internet über den hoteleigenen W-Lan-Zugang treiben. „Wir dagegen sind haftbar und bieten daher auch kein WLAN an.“

Von Andreas König

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