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Prignitz statt Jakobsweg

Pilgersaison eröffnet Prignitz statt Jakobsweg

Rund 100 Pilger haben gestern auf dem Prignitzer Annenpfad die Pilgersaison eröffnet. Der Weg führte sie über 22 Kilometer von Alt Krüssow nach Bölzke und Heiligengrabe und zurück zur Krüssower Wallfahrtskirche. Für viele war der Saisonauftakt in der Karwoche gleichzeitig eine gelungene Einstimmung aufs bevorstehende Osterfest.

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Rund 100 Pilger machten sich am Donnerstag bei nur 1,5 Grad Celsius auf den Weg.

Quelle: Claudia Bihler

Alt Krüssow. Gewandert ist Peter Jork schon viel: Auf dem Rennsteig hat er sich auf die Sohlen gemacht, in Österreich und vielen weiteren Stellen. Und so trägt er auch von all diesen Orten Plaketten auf seinem Wanderstock. Zwar kam am Donnerstag keine solche Trophäe dazu, aber einen Pilgerausweis kann er zum Andenken dennoch mit zurück nach Neustadt nehmen: „Ich würde ja so gerne mal den berühmten spanischen Pilgerweg, den Jakobsweg gehen“, sagt der Förster, „aber ein paar Träume sollte man sich auch bewahren.“

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Bei frischen 1,5 Grad Celsius starteten gestern rund 100 Teilnehmer auf dem Prignitzer Annenpfad in die Pilgersaison. Geleitet wurden sie von neuen Wegweisern, ausgerüstet waren sie mit gutem Schuhwerk, dicken Jacken und mancher auch mit Wanderstöcken. Auch Vierbeiner begleiteten die Pilgerschaft auf dem 22 Kilometer langen Weg von Alt Krüssow nach Bölzke, Heiligengrabe und zurück.

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Stattdessen hat er sich am Donnerstag eingereiht, als rund 100 Pilger in der Wallfahrtskirche Alt Krüssow aufbrachen, um die Pilgersaison auf dem Annenpfad zu eröffnen, dem Rundweg, der sich von dort aus über Bölzke nach Heiligengrabe und zurück nach Alt Krüssow über 22 Kilometer erstreckt.

Prignitzer Annenpfad liegt direkt vor der Haustür

„Es ist schön, dass wir den Weg vor der Haustür haben“, meint Jork: „Er führt durch die Natur, er führt an kulturhistorisch bedeutsamen Orten vorbei, und die Pilger, die hier entlang gehen, zeigen, dass viele vermeintlich vergessenen Orte gar nicht so vergessen sind.“

Wie der Forstmann aus Neustadt ist der Auftakt zur Pilgersaison auch für viele andere Teilnehmer der Veranstaltung eine Art Vorbereitung aufs Osterfest: „Wir sind in der Karwoche“, sagt Uwe Dummer, der die Organisation der Eröffnungswanderung über den Prignitzer Pilgerpfad in Alt Krüssow übernommen hat: „Da möchte man sich auch ein Stück weit die christliche Bedeutung dieses Festes ins Bewusstsein rufen.“

Frische Temperaturen beim Start in Alt Krüssow

Nach einer kurzen Ansprache von Dummer und dem Heiligengraber Bürgermeister Holger Kippenhahn starteten die Pilger auf den Pfad. Gerade mal 1,5 Grad Celsius zeigte das Thermometer zu diesem Zeitpunkt; die Prignitz hatte sich in dezente Nebelschleier gehüllt. Dennoch findet Organisator Ralf Doerks aus Bölzke, dass das Wetter eigentlich gut war: „Mittags soll sogar die Sonne durchkommen, sagt der Wetterbericht.“ Ungeachtet aller Wetterunbilden waren die Pilgergruppen auch in den vergangenen Jahren regelmäßig gestartet. „Wir hatten Regenschauer, Sonne, Nebel und sogar Schnee“, sagt Dummer: „Regenschauer vor allem dann, wenn wir gerade an unseren Pausenorten angekommen sind.“

Alt und Jung gingen mit Stock oder Hund, mit großem Rucksack oder keinem, auf alle Fälle aber mit gutem Schuhwerk auf die Strecke. Die schlängelt sich entlang von Feldern, mitunter über spärlich befahrene Straßen und durch Wälder. „Ein bisschen ist diese Saisoneröffnung auch die Kontrolle, ob am Weg alles in Ordnung ist“, sagt Uwe Dummer. Und um nachzusehen, ob die neue Markierung, mit der der Annenpfad seit diesem Jahr gekennzeichnet ist, für die Pilger auch übersichtlich genug ist. „Wir hatten bisher unsere Wegweiser lediglich mit Farbe auf Feldsteine gemalt“, sagt der Organisator. Durch eine großzügige Spende der Sparkassenstiftung ist es der Initiativgruppe Annenpfad nun möglich geworden, eine bleibende Wegweisung zu schaffen.

Wegweisung nach Heiligengrabe und Bölzke

Der Pilger wird nun von gravierten Feldsteinen geleitet, statt des Namens Annenpfad tragen diese nun ein großes „A“ sowie die Richtungspfeile: „Manchmal gibt es natürlich auch zwei Pfeile auf einem Stein“, sagt Dummer. „Das mag zunächst etwas verwirrend sein, aber für einen Rundweg ist das ganz normal.“ Die alten Steine sind ebenso noch zu finden, wie eine weitere Wegweisung, die die offiziellen Wanderstrecken in der Prignitz markiert.

Immerhin 300 Einzelpilger wurden 2015 von der Initiativgruppe registriert. Dummer: „Der Weg wird offenbar immer beliebter.“ Wer ihn inklusive der Stopps bei den drei Kirchen läuft, kann sich überall dort auch einen Pilgerstempel zur Erinnerung abholen. Einen stempelbaren Pilgerpass, der gleichzeitig Infoflyer für Strecke und Sehenswürdigkeiten ist, bekamen auch am Donnerstag alle Pilger.

Von Claudia Bihler

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