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Rathenowerin setzt Zeichen auf Kilimandscharo

Gipfelstürmerin aus dem Havelland Rathenowerin setzt Zeichen auf Kilimandscharo

Heidi Musial erfüllte sich jüngst einen Kindheitstraum. Die Rathenowerin bestieg den Kilimandscharo im Nordosten Tansanias. Nach dieser Kraftanstrengung war es der Gipfelstürmerin ein wahrer Genuss, ganz oben auf dem Bergmassiv ein Zeichen der Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt zu hinterlassen.

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Glückliche Gipfelstürmer: Heidi Musial (vorn rechts) mit einem Tourguide und ihren vier deutschen Wanderfreunden.

Quelle: privat

Rathenow. Schon als Mädchen hatte sie davon geträumt, einmal auf dem Gipfel des Kilimandscharo zu steigen, erzählt Heidi Musial. „In der Schule hatten wir gelernt, dass es diesen Schneebedeckten Berg in Afrika gibt. Das hat mich fasziniert und es wurde mein Traum, einmal dort oben zu stehen.“ Diesen Traum hat sich die heute 58-Jährige am 7. Februar erfüllt. Als einzige Frau unter 29 Männern machte sich die Rathenowerin auf den beschwerlichen Weg zum Uhuru Peak, dem höchsten Punkt des Berges.

Wie schon viele Male zuvor ließ sie ihren Mann, der sich weniger fürs Bergsteigen als vielmehr für Motorsport interessiert, zu Hause und stieg am 30. Januar, ihrem Geburtstag, in den Flieger nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens. Von dort ging es nach einem kurzen Zwischenstopp zum Kilimandscharo International Airport nach Tansania und schließlich zu Fuß von der Savanne bis auf den Gipfel des „Silberbergs“.

Sieben Tage Fußmarsch bis zum Gipfel

Vier deutsche abenteuerhungrige Herren zwischen 27 und 69 Jahren sowie 25 junge Männer aus Tansania, darunter zwei erfahrene Reiseführer, begleiteten sie. Sieben Tage Fußmarsch bis zum Gipfel, von heißen 38 Grad Celsius hinein in minus zwölf Grad Kälte. Der Weg führt durch einen Nationalpark in dem es außer ein paar Zeltplätzen mit einfachen Plumpsklos nichts gibt, was an Zivilisation erinnert.

Ein wenig Komfort gab es dennoch. Immerhin buckelten die einheimischen Reisebegleiter für die Abenteuertouristen alles – vom Toilettenpapier, über Lebensmittel, Klapptischen und Stühlen bis zum Zelt – um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Mit Luxus hat so ein Urlaub dennoch wenig zu tun. „Bis auf den Tee am Morgen, der uns auf einem Silbertablett serviert wurde“, wirft Heidi Musial ein. Dick vermummt erklommen sie am siebenten Tag die Spitze bei minus zwölf Grad und eisigem Wind. „Und oben angekommen erlebten wir für etwa zwanzig Minuten ein wahninniges Gewitter“, erzählt Heidi Musial.

Blitze sorgen für eine Heidenangst

Noch immer ist die Aufregung in ihrer Stimme zu hören. Für die abergläubigen Einheimischen war das Gewitter kein gutes Zeichen, die deutschen Touristen interpretierten es dagegen optimistisch als Begrüßung – „der Kili sagt Hallo“. „Einem Reisebegleiter lieh ich mein blaues Cape, denn er hatte furchtbare Angst, weil er rote Sachen trug. Die würden den Blitz anziehen“, erklärt Musial. Und dann erzählt sie, wie sie und ihre vier deutschen Wanderfreunde sich mit Tränen in den Augen in den Armen lagen.

Heidi Musial ist Ur-Rathenowerin. Sie ist hier geboren und eigentlich auch nie wirklich weggegangen. Von der Welt hat sie dennoch einiges gesehen. Sie liebt das Bergwandern und hat in den letzten zehn Jahren zig Gipfel erklommen. Sie war im Himalaya-Gebirge unterwegs, stand auf dem Cotopaxi in Ecuador und kann unter anderem vom Feuer- und Eiswandern in Island erzählen. Bisher hat sie nur der Familie und den Freunden von ihren Abenteuern berichtet, für ein größeres Publikum ist die Havelländerin zu bescheiden.

Ur-Rathenowerin war auch schon im Himalaya unterwegs

Dass sie zum ersten Mal einem Journalisten von einer Reise erzählt, ist einem Freund zu verdanken. Als er von ihrem Vorhaben erfuhr, brachte er ihr einen Rathenow-Wimpel mit. „Den musst Du auf dem Gipfel anbringen.“ Gesagt, getan. Nun flattert das Rathenower Stadtwappen in 5895 Metern Höhe auf dem Silberberg in Tansania.

Von Christin Schmidt

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