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Rheinsbergs Musenhof im Wandel

25 Jahre Musikakademie Rheinsbergs Musenhof im Wandel

Die Musikakademie Rheinsberg will sich weiter öffnen. Die neue künstlerische Leiterin Juliane Wandel will das Publikum noch stärker einbeziehen. Neben Kursen mit Dozenten von den Berliner Philharmoniker und anderen großen Künstlern plant sie Mitmachaktionen für die ganze Familie, etwa zu Ostern. Am 12. März startet die Akademie in ihre Jubiläumssaison.

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Das Führungsteam: Dramaturgin Brigitte Kruse (l.), die künstlerische Direktorin Juliane Wandel, Geschäftsführer René Serge Mund.

Quelle: Reyk Grunow

Rheinsberg. Eines müssen junge Musiker von Anfang an verstehen, findet Juliane Wandel: „Es reicht nicht aus, auf die Bühne zu gehen und die richtigen Töne zu spielen. Sie müssen auch den Kontakt zum Publikum aufnehmen.“ Das liegt der neuen künstlerischen Direktorin der Musikakademie Rheinsberg besonders am Herzen: die Verbindung der Künstler zu den Zuhörern. Musik zum Mitfühlen, Mitfiebern, Mitmachen.

Seit knapp einem Jahr ist Juliane Wandel jetzt in Rheinsberg für die künstlerische Seite der Bundes- und Landesakademie verantwortlich. Am 12. März beginnt die erste Saison, der sie ihren eigenen Stempel aufdrücken kann. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Musikakademie ihr Jubiläum feiert – den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Eine ziemliche Herausforderung.

Kronprinz Friedrich holte einige der besten Musiker nach Rheinsberg

Die Musikakademie in der Rheinsberger Schlossanlage hat einen soliden Ruf. Musiker aus ganz Deutschland kommen ihretwegen Jahr für Jahr in die Stadt, deren Kulturtradition von Kronprinz Friedrich begründet wurde. Ab 1736 lebte er in Rheinsberg und holte große Musiker an seinen Musenhof: Quantz, Carl Philipp Emanuel Bach, die Brüder Graun.

Juliane Wandel will Altes und Neues verbinden. Die Pfingstwerkstatt wird es weiterhin geben. In der dreht sich in Rheinsberg traditionell alles um „Neue Musik“. Diesen Begriff wollen die Programmmacher aber weiter fassen. „Neue Musik ab 1736“ steht jetzt über dem Pfingstprogramm. Für die künstlerische Direktorin ist das konsequent: „Jede Musik war irgendwann einmal neu.“ Gängige Grenzen will sie aufweichen.

Philharmoniker als Dozenten im Pfingstprogramm

Die Nachwuchsensembles des Landes für neue Musik werden zu Pfingsten wieder dabei sein. Sie kommen seit Jahren nach Rheinsberg. Neu ist ein Kurs zur historisch informierten Aufführungspraxis. Als „Concerto Melante“ widmen sich Musiker der Berliner Philharmoniker diesem Thema. In Rheinsberg spielen sie selbst, treten vor allem aber als Dozenten auf. Das Pfingstprogramm reicht diesmal von Bach bis zu moderner Improvisation. An Letzterer arbeitet die Komponistin und Musikvermittlerin Catherine Milliken mit den Nachwuchsmusikern.

Die Musiker von „Concerto Melante“ bestritten in diesem Jahr schon das Neujahrskonzert im Rheinsberger Schlosstheater

Die Musiker von „Concerto Melante“ bestritten in diesem Jahr schon das Neujahrskonzert im Rheinsberger Schlosstheater. Zu Pfingsten kommen sie wieder.

Quelle: Regine Buddeke

Von Anfang an wollte die Rheinsberger Akademie Sprungbrett für junge Musiker sein. Jedes Jahr ernennt sie ein besonders talentiertes Ensemble zur Hofkapelle. 2016 ist es das mehrfach ausgezeichnete „Armida-Quartett“. Für Juliane Wandel stehen die vier Musiker „in der Pole-Position zu einer großen Karriere“. Die Streicher arbeiten an einem fünfjährigen Mozart-Zyklus. In Rheinsberg werden sie einen Teil davon präsentieren.

Am Sonnabend, 12. März, eröffnet das „Armida-Quartett“ mit einem Konzert um 15 Uhr im Schlosstheater die Saison. Die Schauspielerin Nina Horwath liest dazu aus Mozartbriefen. Neben Mozart sind neue Werke zu hören – Auftragsarbeiten, die teilweise erst noch entstehen. Nach dem Konzert wollen die Musiker mit ihren Gästen ins Gespräch kommen. Weitere Auftritte sind am 18. Juni und 26. November geplant.

Zu Ostern lädt die Akademie zum Gucken und Ausprobieren ein

Am Osterwochenende, 26. und 27. März, lädt die Musikakademie zum Klängesuchen ein. Kinder und Erwachsene können die Räume in der Schlossanlage erkunden, kleine Musikstücke hören, sich Instrumente erklären lassen und selbst ausprobieren. Juliane Wandel verspricht „ein Programm für die ganze Familie“. Eines, das die Besucher neugierig macht und zum Mitmachen bringt. Zu Himmelfahrt liest dann die Schauspielerin Thekla Carola Wied aus Briefen, berühmter Eltern an ihre Kinder, begleitet vom Oboisten Manuel Munzinger. Geplant ist dazu eine Schreibwerkstatt für jedermann.

Die langjährige Dramaturgin Brigitte Kruse erarbeitet gerade eine Ausstellung zu den ersten 25 Jahren der Akademiegeschichte. Sie wird ab 2.  April in der Remise des Schlosses zu sehen sein.

Am 9. April ist im Schlosstheater ein Jubiläumskonzert mit Gewinnern des Kompositions-Wettbewerbs der vergangenen Jahre geplant. Den lobt die Musikakademie regelmäßig aus. Mit dabei sind Nadezda Tseluykina, die „Jazz-Vocals“ und „Nexus Baroque“.

Das komplette Programm findet sich auf der Internetseite der Musikakademie.

Von Reyk Grunow

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