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Schätze aus dem Luch

Heimatmuseum Fehrbellin Schätze aus dem Luch

Nicht jede Kommune kann sich in Zeiten knapper Kassen einen Neubau für ein Regionalmuseum leisten. Die Gemeinde Fehrbellin hat diesen Schritt gewagt und 2013 ein Heimatmuseum eröffnet. Gezeigt wird dort in einer Dauerausstellung ein Teil der etwa 1200 Schätze des Vereins Stadtgeschichte Fehrbellin, der die Einrichtung betreibt.

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Modell der Postkutsche, die lange Zeit die Orte der Region verband.

Quelle: Aniol

Fehrbellin. Berlin–Hamburg: zu Fuß und mit einer 19 Meter langen Eisenkette in der Hand – so schritten vor Jahrhunderten zwei Männer tatsächlich diese Strecke ab. Meter für Meter maßen sie die Entfernung zwischen den beiden Großstädten neu ab, brauchten mehrere Wochen, um ein kleines Teilstück der bedeutenden Poststraße zu erfassen, die unter anderem durch Linum, Fehrbellin, Wusterhausen und Kyritz verläuft. Welch eine Mammutaufgabe das war, erahnt, wer die Karten aus dieser Zeit und die massive Kette im Fehrbelliner Heimatmuseum betrachtet. Wen das Ergebnis der Messung interessiert, der muss nur vor die Tür der Einrichtung gehen und die dort postierte imposante Postmeilensäule in Augenschein nehmen.

Über 1200 Exponate der alten und neueren Geschichte der Luchregion besitzt der Verein Stadtgeschichte Fehrbellin, der 2011 gegründet wurde und der das Museum betreibt. Ein Kühlschrank aus Holz aus dem 18. Jahrhundert gehört dazu ebenso wie die Büste des Großen Kurfürsten oder die Schätze der Fehrbelliner Schlotkehrerdynastie. Auch DDR-Spielzeug samt Kosmonauten und Rakete der Firma Anker-Mechanik oder die Kanonenkugeln von der berühmten Schlacht bei Fehrbellin im Jahr 1675 besitzt der Verein neben Exponaten zu Geschichte der Torfstecherei, der Haushaltseggenstände oder der mittlerweile stillgelegten Bahnlinie „Stille Pauline“. Im alten Stall direkt neben dem Museumsgebäude sind landwirtschaftliche Geräte zu finden.

Blick in die Linumer Heimatstube

Blick in die Linumer Heimatstube. Dort haben sich einige Schätze angesammelt.

Quelle: Peter Geisler

Nicht alle Museumsstücke sind auch in der Dauerausstellung zu sehen. Dafür reicht der Platz nicht aus. Damit dennoch keines in Vergessenheit gerät, veranstaltet der Verein regelmäßig Sonderschauen. Demnächst ist wieder eine solche Ausstellung geplant, diesmal zu 800 Jahre Fehrbellin, die im kommenden Jahr gefeiert werden.

2007 eröffnete die damalige Arbeitsgruppe Stadtgeschichte Fehrbellin, aus der der Verein hervorgegangen ist, ihre erste größere Ausstellung in fünf Räumen unter dem Dach des Rathauses. Weil der Aufstieg zu der Schau für ältere Gäste aber mühsam war und die Räume aus allen Nähten platzten, beschloss die Gemeinde bald, ein neues Domizil für die Hobby-Historiker zu schaffen. Rund 450 000 Euro brachte sie gemeinsam mit dem Bund und dem Land auf und ließ einen Neubau im Stadtzentrum errichten – ein kleines Wunder für eine kleine Kommune in Zeiten knapper Kassen. Im Sommer 2013 wurde das schmucke Haus eröffnet.

Zu Aufgaben der Hobby-Historiker gehört neben der Betreuung der Ausstellungsräume auch die pädagogische Arbeit und die Erforschung der regionalen Geschichte. Ganz stumm und ohne Unterstützung bei der Einordnung der Exponate müssen die Gäste also nicht in den Museumsräumen ausharren. „Wir erzählen gern über die Geschichten, die hinter den Dingen stecken“, sagt Kurt Müller, der Vorsitzende des Stadtgeschichtsverein. „Ich lade jeden zu einem Plausch ein.“

Hinweis: Das Fehrbelliner Heimatmuseum befindet sich in der Rhinstraße 15 und ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Für größere Gruppen führt der Verein auch Sonderführungen durch. Weitere Informationen gibt es bei Kurt Müller unter  033932/7 03 78.

Von Celina Aniol

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