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Auf der Suche nach der perfekten Herberge

Über Nacht in Brandenburg Auf der Suche nach der perfekten Herberge

Das Tourismusland Brandenburg bietet für seine Gäste sage und schreibe mehr als 125 000 Schlafgelegenheiten. Da sollte die perfekte Bleibe zu finden sein: in Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Ferienzentren und Campingplätzen. Sowohl Luxusurlauber als auch Campingfans sind in Brandenburg gut aufgehoben.

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Das perfekte Ferienhaus braucht nicht unbedingt ein Fundament: Mit dem Hausboot geht es auf den Großen Wentowsee im Landkreis Oberhavel.

Quelle: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Potsdam. Genau 1655 Beherbergungsbetriebe – darunter Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Ferienzentren und Campingplätze – sind im Tourismusland Brandenburg für ihre Gäste da. Sie bieten sage und schreibe mehr als 125 000 Schlafgelegenheiten. Bei dieser großen Menge – vor gut 20 Jahren gab es übrigens nicht einmal halb so viele Herbergen in Brandenburg – muss sie doch einfach dabei sein: die perfekte Bleibe.

Doch so einfach ist sie gar nicht zu definieren. „Der eine braucht eine Unterkunft mit fünf Sternen. Der andere will sich einfach beim Zelten erholen“, sagt Karola Borchert von der Tourismusakademie Brandenburg. Sowohl Luxusurlauber als auch Campingfans sind in Brandenburg gut aufgehoben. Selbst für den Freund des Außergewöhnlichen lässt sich etwas Passendes finden. Da ist sich Birgit Kunkel von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH sicher. Die Liste des Besonderen sei lang: In Groß Neuendorf (Märkisch-Oderland) kann es sich der Gast zum Beispiel in historischen Bahnwaggons so richtig gemütlich machen. Im Königlichen Campingpark Sanssouci zu Potsdam/Berlin warten urige Weinfässer auf Übernachtungsgäste. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin können Pilger im Kirchturm von Barsikow übernachten. Im Oderbruch in Kienitz hat der Erlenhof Schäferwagen für die Touristen auf Vordermann gebracht. In Reichenwalde (Oder-Spree) haben die Gäste der „Alten Schule“ die Wahl zwischen Mathe-, Chemie- oder auch Erdkundezimmern. Und auf dem Gutshof Mankmuß in der Prignitz gibt es für Gäste auch eine Heuherberge.

Zertifizierte Qualität

375 Betriebe tragen in Brandenburg das „Q“ für Servicequalität Deutschland.

Mehr als ein Drittel davon sind Hotels, Campingplätze und Anbieter von Ferienwohnungen.

Rund 200 hiesige Hotelbetriebe haben sich nach dem System des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga zertifizieren lassen.

54 Campingplätze wurden im Land Brandenburg vom Deutschen Tourismusverband klassifiziert. Hinzu kommen mehr als 1200 klassifizierte Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Privatzimmer. So die Daten vom Sommer des Jahres 2014.

Vor gut 2000 Jahren war der berühmte Heilige Abend im Heu noch eine Notvariante. Ein junges Paar namens Maria und Josef hatte sich in Bethlehem, dem Heimatort Josefs, nach einer Herberge umgesehen. Doch die Suche gestaltete sich mehr als schwierig. Deren Ende ist hinlänglich bekannt: Maria gebar ihren Sohn Jesus, „den Erstgeborenen“, in einem Stall. „Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“, heißt es im Evangelium nach Lukas.

Was damals die Notlösung war, ist heute eine Möglichkeit, mit Kreativität auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen. Man müsse ein bisschen mit der Zeit gehen, sagt Kunkel. Und Borchert, die bei der Tourismusakademie für das Thema „Servicequalität Deutschland“ zuständig ist, erklärt: „Es gab Zeiten, in denen der Fernseher auf dem Gästezimmer unerlässlich war. Heute gibt es Gäste, die ganz bewusst sagen: Fernsehen brauche ich nicht.“ In der modernen Hotellerie ist der Fernseher laut Borchert eigentlich schon ab dem ersten Stern Pflicht. Es sei denn, das Hotel setzt ganz bewusst auf Ferien und Erholung ohne TV. Da hat dann der offizielle Sterneprüfer einen gewissen Entscheidungsspielraum.

Die Sterne-Klassifizierung in der Hotellerie gibt den Reisenden schon eine gewisse Orientierung bei ihrer Herbergssuche. Ein Hotel, das sich mit drei Sternen schmückt, muss zum Beispiel dafür sorgen, dass eine separate Rezeption 14 Stunden lang besetzt und rund um die Uhr erreichbar ist. Der Empfang braucht eine Sitzgruppe. Zum Gästezimmer gehören Haartrockner und Papiergesichtstücher. Auf Wunsch gibt es Zusatzdecke und -kissen. Wer den vierten Stern anpeilt, braucht dann schon Bademantel und Hausschuhe auf Wunsch, eine Frühstückskarte mit Roomservice und eine Lobby mit Sitzgelegenheiten und Getränkeservice.

Qualität spiegelt sich aber auch in den Bewertungsportalen wider, über die sich Touristen heutzutage zusätzliche Informationen zu Hotels und Ferienwohnungen holen, sagt Borchert von der Tourismusakademie. Das mache zugleich deutlich, wie wichtig die sogenannten weichen Faktoren sind. Der Gast muss sich wohlfühlen. Gastfreundschaft heute bedeute, „gern ein Dienstleister zu sein und mit Herzblut dabei zu sein“. „Jeder Tourist hat bei seiner Anreise Erwartungsbilder im Kopf – wie ein kleines Drehbuch“, erklärt Karola Borchert. Aufgabe des Gastgebers sei es, ein bisschen mehr zu bieten, als es das Drehbuch vorschreibt. Der Besucher soll überrascht werden: beispielsweise mit einer besonderen persönlichen Ansprache, mit einem Brötchenservice für Gäste in der Ferienwohnung oder auch mit einer möglichen Auswahl unter verschiedenen Arten von Kopfkissen.

„Die Mund-zu-Mund-Propaganda von zufriedenen Kunden ist das preiswerteste Marketing“, ergänzt Kunkel von der TMB. Gerade was die Brandenburger Gastfreundschaft angeht, habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Laut Destination-Monitor Deutschland zum inländischen Tourismus, der regelmäßig von GfK und dem Institut für Management und Tourismus IMT erstellt wird, fanden 95 Prozent der befragten Touristen ihren Aufenthalt in Brandenburg gut bis sehr gut. Immerhin 92 Prozent würden ihre Tour wahrscheinlich oder sogar ganz bestimmt weiterempfehlen. 79 Prozent der Reisenden wollen „wahrscheinlich oder ganz bestimmt“ wiederkommen, so die aktuellen Umfrageergebnisse.

Was in den 90er Jahren vielleicht der Fernseher war, das seien heute beispielsweise die Betten, meint Kunkel. So erwarte den Gast des Landguts A. Borsig im Nauener Ortsteil Groß Behnitz (Havelland) an der Rezeption der Blick auf eine Matratze im Querschnitt. Hier könne man genau sehen, warum diese ganz besonderen Betten so bequem sind.

Brandenburger Gastgeber sind auch an den Weihnachtsfeiertagen für ihre Besucher da. Heiligabend ist jetzt nicht unbedingt die Hauptreisezeit. Denn „viele Menschen sind an diesem Tag gern mit ihren Familien zu Hause“, sagt Kunkel von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Aber wer verreisen möchte, finde auf jeden Fall das passende Angebot. Und ja, auch für junge Familien gebe es im Brandenburgischen die Unterkunft nach Wunsch.

Von Ute Sommer

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