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Tourismus-Projekt an der Havel halb fertig

Ferienhauspläne in Brandenburg stocken Tourismus-Projekt an der Havel halb fertig

Zwei Gerichtsprozesse verhindern, dass der umstrittene fünfgeschossige Ferienhaus-Neubau auf der Inselspitze in der Potsdamer Straße in Brandenburg an der Havel gebaut werden kann. Derweil hat Investor Attila Racz die erste Tourismus-Saison an dem Standort mit seinem Hausboot-Unternehmen abgeschlossen. Mit dem Erfolg von fast 1500 Gästen ist er zufrieden.

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Die Havel-Cruise-Hausboote sind schon gestartet von der Inselspitze

Quelle: Havel Cruiser

Brandenburg an der Havel. Rechtsstreitigkeiten verhindern die Verwirklichung des umstrittenen fünfgeschossigen Ferienhaus-Neubaus auf der Inselspitze in der Potsdamer Straße. Derweil hat Investor Attila Racz die erste Tourismus-Saison an dem Standort mit seinem Hausboot-Unternehmen Havel-Cruiser abgeschlossen. Mit dem Erfolg von fast 1500 Gästen ist er zufrieden.

1997 verkaufte der Brandenburger Architekt Thomas Schlicht mit seinem damaligen Unternehmen mehr als 60 Eigentumswohnungen in der Wohnanlage „Sankt Annen”, gelegen zwischen Havel und Jacobsgraben. Die frei gebliebene Inselspitze gehört inzwischen dem Bauunternehmer Attila Racz aus Trier beziehungsweise seiner Firma „Havel Ferien GmbH”.

Der Investor möchte seinen Grund und Boden touristisch nutzen und hat damit in der zu Ende gegangenen wassertouristischen Saison damit begonnen. „Mit der Resonanz bin ich zufrieden“, sagt Racz. Havel-Cruiser bietet acht Hausboote mit Terrasse an, auf der bis zu fünf Menschen Platz finden. Die Gäste, die keinen Bootsführerschein benötigen, kommen aus dem In-und Ausland, die meisten wollen Natur erleben, schätzen die Ruhe, die sich auf dem Wasser der Havel breit macht.

Gäste vom Typ Camper mit Gaskocher

Skandinavier sind besonders oft unter den ausländischen Gästen zu finden, verbringen zwei, drei Tage auf der Havel, ehe sich weiterfahren zum Beispiel nach Italien. Unter den deutschen Gästen sind besonders viele Berliner. Sie alle eint, dass sie keine All-Inclusive-Touristen sind, sondern eher der Typ Camper, der sich Nudeln in freier Natur auf dem Gaskocher zubereitet.

Racz’ Verwalter muss die Gäste mitunter beruhigen, denn von einzelnen Bewohnern der Potsdamer Straße würden sie beschimpft, ihnen der Weg blockiert. Dahinter steckt ein Streit, von dem die Gäste nichts wissen können. Attila Racz hatte die Freifläche nämlich in erster Linie gekauft, um dort direkt am Wasser ein Haus mit 14 Ferienwohnungen für mehr als 50 Gäste zu errichten.

Lounge Feeling mit Terrassenstühlen

Knapp 1500 Bootsurlauber zählte Attila Racz als Gäste in seinem ersten Tourismussaison seit 1. Mai in Brandenburg.

Lounge Feeling vom Feinsten, so preist das Unternehmen Havel Cruiser seine führerscheinfreien Hausbootflöße an. Sie haben 15 PS Motorleistung, wirken eher edel als rustikal. Außer dem Wohn- und Schlafbereich mit kleinem Bad haben sie eine möblierte Terrasse.

Das Land Brandenburg hat das Haus mit 14 Ferienwohnungen als „touristisch wertvoll” eingestuft und fördert das Vorhaben.

Gechartert werden können die Hausboote für Tages- und Mehrtagestouren.

Fünf Stockwerke soll das geplante Ferienhaus haben und etwa 15 Meter hoch werden, so wie die Wohngebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft. auf dieser Grundlage wurde die Baugenehmigung erteilt.

In einer Eigentümerversammlung Ende Mai 2014 hatten 40 Teilnehmer beschlossen, der Verstärkung am Gemeinschaftseigentum Tiefgarage nicht zuzustimmen.

Der deutsche Unternehmer mit ungarischen Vorfahren kennt die Stadt Brandenburg, weil er dorthin verwandtschaftlich verbunden ist

Da der vorgesehene Neubau so wie die Nachbarhäuser der Wohnanlage etwa 15 Meter hoch sein muss, würde er einigen Nachbarn in den wassernahen Häusern den Blick aufs Wasser nehmen. Die Bürger, die ihre Wohnungen dort 1997 gekauft haben,sprechen von Wertverlust und einer „Teilenteignung”. Sie fürchten mehr Lärm, Müll und Dreck, mehr Verkehr und wildes Parken.

Baugenehmigung erteilt

Die Stadtverwaltung hatte den geplanten fünfgeschossigen Neubau für rechtmäßig erklärt und dem Investor die Baugenehmigung erteilt. Dagegen klagen Eigentümer der Wohnanlage St. Annen vor dem Verwaltungsgericht Potsdam, das Verfahrend schwebt.

Aus einem weiteren Grund sind dem Investor die Hände gebunden. Vor dem Landgericht Potsdam geht es in einem zweiten Prozess u die Feuerwehrzufahrt. Der Investor klagt, weil die Wohneigentümer in der Potsdamer Straße der Verstärkung der Tiefgarage nicht zustimmen, die sich im Gemeinschaftseigentum befindet. Eine solche verstärkte Garagendecke ist jedoch für die Feuerwehrzufahrt zum geplanten Neubau gefordert..

Von Jürgen Lauterbach

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