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Das neue Zauberwort heißt "regional"

Märkische Gastlichkeit Das neue Zauberwort heißt "regional"

Die Thüringer haben ihre Klöße, die Pfälzer den Saumagen. Und wir? Selbst in der Fachliteratur findet man nicht allzu viel zur märkischen Küche. Doch Brandenburgs Gastronomen lassen sich etwas einfallen. Egal ob Ausflugslokal oder Sterneküche: Das neue Zauberwort heißt "regional".

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Potsdams Sternekoch Alexander Dressel.

Quelle: MAZ

Die Thüringer haben ihre Klöße, die Pfälzer den Saumagen. Und wir? Selbst in der Fachliteratur findet man nicht allzu viel zur märkischen Küche. Immerhin: Der Beelitzer Spargel ist im Frühjahr so etwas wie das Nationalgericht. Im Vergleich dazu führen die Teltower Rübchen, auch wenn Goethe sie schon kannte, ein Nischendasein. Nicht nur in der Niederlausitz populär sind Pellkartoffeln, Quark und Leinöl. Fischesser schwören auf Havelzander, auch wenn dessen Herkunft in den meisten Restaurants das Geheimnis des Küchenchefs bleibt.

Aber egal ob in der Spitzengastronomie oder am heimischen Herd, das neue Zauberwort heißt „regional“. Und immerhin 300 Cafés und Restaurants im Lande tragen mittlerweile das Gütesiegel „Brandenburger Gastlichkeit“, vergeben von der DEHOGA , dem Hotel- und Gaststättenverband. Überall im Lande finden sich derart ausgezeichnete und also empfohlene Einkehrstätten. Etwas ganz Ungewöhnliches kann man im Barnim entdecken - Deutschlands erstes Honigspezialitäten-Restaurant „Immenstube“ in der Nachbarschaft des Klosters Chorin. Die Speisekarte überrascht mit „Wildpfeffer nach Imkerart“ und „Leber-Blutwurst mit Tannenhonig“.

Wer historisches Ambiente sucht, der ist im Landhaus Alte Schmiede in Niemegk- Lühnsdorf richtig. Besonders empfehlenswert: Gerichte aus der Flämingkartoffel und Brot aus dem eigenen Backhaus. Als lebendiges Denkmal präsentiert sich das Barockschloss Grube in der Prignitz, ein offenes Haus für Kunst und Kultur, dessen Küche Frisches aus dem Schlossgarten mit Produkten regionaler Erzeuger mixt.

Eine Vielzahl von Lokalen im gesamten Land ist da inzwischen einen Ausflug wert.

Aber auch die Spitzengastronomie ist in Brandenburg zu Hause. Die hiesige Rangliste in der Feinschmeckerbibel Gault Millau führt Alexander Dressel vom „Friedrich Wilhelm“ im Bayerischen Haus in Potsdam an. 17 von 20 möglichen Punkten gaben ihm die strengen Juroren. Dressel ist damit unter den 35 besten Küchenchefs Deutschlands.

Sein Kaninchenrücken mit Artischocken, Parmesan und Trüffelpesto ist aber nicht eben märkisch, vielmehr strahle er eine „klassisch mediterrane Harmonie“ aus, so die Gastrokritiker.

Aber nicht nur für die Profis, auch für die Hobby-Köchinnen und -köche sind gute Zeiten angebrochen. Dafür sorgt eine immer größere Zahl von Einkaufsmöglichkeiten jenseits des Supermarkteinerleis, die das anbieten, was hierzulande auf Feldern und in Gärten gedeiht. Obwohl mit der Hemme-Milch aus der Uckermark auch ein regionaler Erzeuger den Sprung in die großen Ketten schaffte. Alles über den Weg von Milch, Käse, Butter, Quark und Joghurt von der Kuh bis auf unseren Frühstückstisch kann man in der Gläsernen Molkerei in Münchehofe erfahren – und sich vor Ort mit diversen Sorten an Bio-Käse, Butter und Milch eindecken.

Selbstredend gibt es auch im Ökodorf Brodowin, das mit seinen 1200 Hektar A nbaufläche zu den größten Demeter-Betrieben Deutschlands zählt, einen Hofladen, dessen Angebot keine Wünsche offen lässt. Eine besondere Spezialität ist der handgeschöpfte Mozzarella.

Aber man muss nicht bis in den Barnim fahren, um Frisches aus der Region einzukaufen.

In Potsdam gibt es gleich zwei Regioläden mit überraschend breitem Angebot – vom Apfelsaft aus Ketzür bis zum Wein vom Werderaner Wachtelberg.

Und wer die Produzenten selbst kennenlernen will, der geht sonnabends auf den Wochenmarkt auf dem Babelsberger Weberplatz, wo die Familie aus Schmergow ihr am Vortag geerntetes Ost und Gemüse anbietet, wo der Bärtige aus Garlitz seinen Käse verkauft und die Frau aus dem Havelland ihre ganz einmalige Salatmischung mit Ringelblumenblüten offeriert.

Von Frank Starke

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