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Volles Gutshaus in Gantikow

Ferienidylle für Anspruchslose Volles Gutshaus in Gantikow

Das Gantikower Gutshaus ist jetzt in den Ferien praktisch durchgehend ausgebucht: von Jugendgruppen über mit Seminaren und Kulturveranstaltungen bis hin zu Familientreffen und sogar Hochzeiten. Lokalitäten dieser Art sind in der Gegend nun einmal dünn gesät.

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An- und Abreise sind in Gantikow etwas aufwändiger – nicht nur, wenn es viel Gepäck gibt.

Quelle: Foto: Beckmann

Gantikow. Wasser, Natur, Ruhe und viel Platz – im Grunde sind die Bedingungen für einen erholsamen Urlaub rund um Kyritz ideal. Auch in Gantikow. In dem Dorf gibt es seit einigen Jahren eine der ganz wenigen in der Kleeblattregion verfügbaren Unterkünfte, die dem Charakter einer klassischen Jugendherberge nahekommen.

Wechselhafte Geschichte

Seinen Ursprung hat das Gantikower Gutshaus um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Ab 1945 befand es sich in Gemeindeeigentum und beherbergte unter anderem das Gemeindebüro, Schulräume, einen Laden und Wohnungen.

Die Kyritzer Wohnungsbaugesellschaft übertrug das Haus 1997 dem Verein „Kunstaffäre Lügenmuseum“.

Das „Lügenmuseum“ verkaufte das Gutshaus 2004 an den Verein „Offene Häuser“ (www.openhouses.de).

Auseinandersetzungen zwischen „Offene Häuser“ und dem Noch-Nutzer „Lügenmuseum“ endeten 2010 mit dessen Auszug. Seitdem dient das Haus nur noch als Begegnungsstätte.

In den vergangenen Tagen nutzte eine Jugendgruppe aus Karlsruhe das Haus. „Wir wollten immer etwas, wo man auch selber kochen kann“, erzählt Betreuerin Lisa Glück. Bezahlbar musste das Ganze natürlich auch sein. Veranstaltet wurde die neuntägige Reise von der katholischen Gemeinde. Im Internet sei man dann fündig geworden.

Die 34 jungen Leute zwischen acht und 13 Jahren, ihre acht Betreuer und zwei Köche nahmen eine lange Anreise mit Bahn und Bus in Kauf.Toben im Freien und baden standen bei den Temperaturen ganz hoch im Kurs. Mehrfach standen Waldwanderungen auf dem Programm. „Weil wir viele Geländespiele gemacht haben“, berichtet Lisa Glück. „Im Strandbad in Kyritz waren wir auch. Das war okay – gerade für den Preis.“ Dank Gruppenrabatt wurde weniger als ein Euro je Kind fällig.

Obwohl dem Gebäude in Gantikow seine Jahrhunderte deutlich anzusehen sind, schätzt die Betreuerin für die Belange ihrer Gruppe ein: „Das Haus ist völlig in Ordnung.“ Ein paar Bemerkungen über Mängel gab es dann aber doch: „Ein Bad für die Jungs und eines für die Mädchen ist viel zu wenig.“ Und: „Auch die Küche ist viel zu klein. Da für 44 Leute zu kochen, ist schwierig.“ Zudem habe man mit etwas mehr Platz für Fuß- oder Volleyball und mit größerer Nähe zum See gerechnet. Fazit: „Die Kinder hatten ihren Spaß, aber es war ein bisschen anders als erwartet.“

Die Ansprüche steigen eben. Der Jugendherbergsstandard von heute ist mit dem von vor 20 oder 30 Jahren kaum noch zu vergleichen. Trotzdem ist das Gantikower Gutshaus vor allem jetzt in den Ferien praktisch durchgehend ausgebucht. Von den Jugendgruppen reicht das über Seminare und Kulturveranstaltungen (wie kürzlich das Kyritzer Theatersommercamp für Kinder) bis hin zu Familientreffen und sogar Hochzeiten. Lokalitäten dieser Art sind in der Gegend nun einmal dünn gesät.

Gerade die Feriengruppen sind bei den Gantikowern durchaus willkommen. „Spielende Kinder sind nicht das Problem“, betont Ortsvorsteher Gerhard Dorn – auch wenn sich mal ein Nachbar vom Trubel gestört fühlen mag. „Eher gibt’s mal Ärger mit Familienfeiern oder ähnlichem, wenn die Musik zu laut ist.“

Regelmäßig als Unterkunft betrieben wird das Gutshaus seit 2011 vom Verein „Offene Häuser“ aus Weimar. Eine „Kontaktfrau“ steht im Ort als Ansprechpartnerin für die jeweiligen Besucher und für die notwendigen Formalitäten bereit. Inzwischen nutzten schon Gäste aus der ganzen Bundesrepublik das Angebot in Gantikow. Für bis zu 60 von ihnen bietet das Haus auf einen Schlag Platz. Die Bedingungen sind recht schlicht: zwei bis acht Betten stehen in den Zimmern. Matratzen und Laken werden gestellt. Um den Rest kümmern sich die Gäste in der Regel selbst. Nutzen können sie eine kleine Küche, einen Speiseraum und den großen Garten.

Von Alexander Beckmann

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