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Vom Wasser aus ist die Stadt am schönsten

Tourismus in Brandenburg/Havel Vom Wasser aus ist die Stadt am schönsten

Die alten Tourismuskonzepte der Stadt Brandenburg sind zwölf beziehungsweise neun Jahre alt – höchste Zeit, neue Strategien zu entwickeln, um die sensible Kundschaft der Touristen anzulocken. Doch die Vermarkter greifen nicht mehr nach jedem Strohhalm, sondern konzentrieren sich auf die Stärken der Havelstadt.

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Fast ein Fünftel des Stadtgebietes ist Wasser – keine andere Kommune im Land hat mehr davon.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg/H. Kultur und Historie, Wassersport und Radfahren – das sind die Säulen des neuen Tourismuskonzeptes, welches am 6. Juni erstmals öffentlich vorgestellt werden soll. Erarbeitet hat es die BTE Tourismus- und Regionalberatung Berlin.

„Wir wollen endlich weg von der Strohhalm-Politik, bei der wir uns an allem festhalten, was ein paar Touristen in die Stadt lockt“, sagt Thomas Krüger, der Chef der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft der Stadt. Lieber aufs Wesentliche konzentrieren als sich in der Vielfalt zu verzetteln – das ist die neue Devise. „Brandenburg an der Havel wird die Stadt sein, die als Drehscheibe der Region die Kultur und das Wasser für seine Gäste inszeniert und aktiv erlebbar macht. Das Angebot der Stadt schafft Entspannung auf hohem Qualitätsniveau. Jeder Bewohner wird Botschafter seiner Stadt.“ So haben es die Tourismus-Experten plakativ formuliert.

Positive Entwicklung der Übernachtungszahlen

Die Voraussetzungen sind so schlecht nicht: Brandenburg an der Havel verzeichnet eine positive Entwicklung der Übernachtungszahlen, vergleicht man 2015 mit 2005 ergibt sich ein Plus von 231 Prozent, bei den gesondert erfassten Gästeankünften ist es ein Zuwachs von 197 Prozent in zehn Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag im Vorjahr bei 2,5 Tagen, das war mehr als Potsdam mit 2,3 und Leipzig mit 1,8 Tagen.

Auch die Beherbergungskapazität steige seit 2010 stetig an, allerdings machen Hotels nur einen geringen Anteil aus, fast Prozent der Betriebe sind Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Kritisch schreiben die BTE-Forscher zugleich ins Papier: „Sowohl die Zimmerauslastung, als auch die Klassifizierungsrate in den Beherbergungsbetrieben sind im Bundesvergleich als niedrig einzustufen.“

Landesweite kulturgeschichtliche Bedeutung

Die durchschnittliche Bettenauslastung der erfassten Betriebe mit mindestens zehn Betten lag im Jahr 2015 bei 40,87 Prozent und damit knapp über der landesweiten Auslastung, das war aber der Buga geschuldet. 2014 lag die städtische Auslastung mit 32,7 Prozent mehr als fünf Prozent unter dem Landesschnitt. Dennoch empfiehlt BTE ein neues Kongress- und Wellnesshotel, schließlich haben sie selbst erst vor ein paar Monaten ein Gutachten für die Stadt geschrieben, dass ein solcher Komplex unbedingt benötigt würde.

Beim Kulturangebot kann die Stadt wuchern mit dem, was sie hat. Dom oder das Archäologische Landesmuseum haben eine landesweite oder internationale kulturgeschichtliche Bedeutung. Die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt sind durch einen Stadtrundweg verbunden. Veranstaltungen mit thematischen Schwerpunkten auf die Stadtgeschichte und -kultur sind Publikumsmagnete.

Vielfältige Angebote auf dem Wasser

Eine ausgesprochene Qualität ist das vielfältige Angebot an Aktivitäten auf dem Wasser: Brandenburg an der Havel verfügt über die größte zusammenhängende beschiffbare Wasserfläche aller Kommunen im Land Brandenburg und bietet eine moderne wassertouristische Infrastruktur. Insgesamt sind mit 4128 Hektar etwa 18 Prozent der Stadtfläche Wasser Mit circa 90 Wasserwan-derplätzen und 2150 Liegeplätzen auf 96 Kilometern Gewässerlänge weist das Revier eine relativ ausgeglichene Angebotsstruktur auf. Das System eignet sich für viele Nutzergruppen wie Sportbootfahrer, Segler oder Kanuten. Allerdings gibt es auch hier noch Reserven: Nur 14 Prozent der Wassersportler sind Kanunutzer, 15 Prozent fahren Segelboot, aber 71 Prozent Motoryacht oder Hausboot auf den Potsdam-Brandenburger Havelseen, im Vergleich zu anderen Revieren liegt hier der höchste Anteil an Motorbooten. Der Gewässerverlauf in der Innenstadt ist durch attraktive Uferwege gesäumt und bietet Verweilqualitäten am Wasser.

In und um die Stadt herum besteht darüber hinaus eine gute Rad-Infrastruktur, die in die Natur eingebettet und an regionale und überregionale Radrouten angebunden ist. Die Innenstadt ist bekanntlich dagegen teilweise fahrradunfreundlich mit Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen, dafür gibt es jedoch wassernahe, die Havel begleitende Fahrradwege. Brandenburg an der Havel bietet darüber hinaus viel Platz für naturnahe Erholung und Aktivität, was jedoch aktuell noch nicht ausreichend touristisch in Wert gesetzt und erlebbar gemacht wird. Das Angebot an Wanderwegen ist gemessen an den Anforderungen an qualitätsvolle Wanderwege eher unzureichend.

Von André Wirsing

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