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Wo müde Radler rasten können

Trebitzer Vielseithof-Verein öffnet seine Türen Wo müde Radler rasten können

Der Trebitzer Vielseithof-Verein öffnet seine Türen für Durchreisende. Diese kommen regelmäßig vorbei, denn der europäischer Radweg führt genau hier vorbei. An vier Nachmittagen in der Woche hat das Café mit dem Namen "Stützpunkt" geöffnet.

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Radler willkommen: Christine Kannenberg (rechts) und Monica Vasques mit ihrer Tochter Antonia hoffen auf viele Gäste.

Quelle: U. Klemens

Trebitz. „Absteigen und genießen“ heißt es ab sofort für alle Radler im beschaulichen Brücker Ortsteil Trebitz. Seit Wochenbeginn hat dort der „Stützpunkt“ an vier Nachmittagen in der Woche geöffnet.

Der Name ist alt, das Café selbst nagelneu. „Die Idee, den alten Namen für unser Café zu nehmen, stammt von den Trebitzern“, sagt Christine Kannenberg vom Verein Vielseithof, der vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Denn zu DDR-Zeiten war auf dem Hof der LPG-Stützpunkt untergebracht. Neben Büros, Werkstatt und Schmiede beherbergte er auch die Poststelle des Ortes.

Sechs Erwachsene mit acht Kindern im Alter von einem bis zehn Jahren leben heute auf dem Hof. Auf der Suche nach einem ländlichen Zuhause, nach Gemeinschaft und nach einer nachhaltigen Lebensweise haben sie sich kennen gelernt und auf die Suche nach einem geeigneten Hof gemacht.In Trebitz schließlich wurden sie fündig.

„Dabei ging es uns nicht nur darum, eine Bleibe zu finden, wo unsere Kinder kindgerecht aufwachsen können, sondern auch um uns selbst“, sagt Christine Kannenberg, die Magister für Russisch und Osteuropastudien ist. „Heutzutage ist das nicht einfach und man muss aufpassen, dass man nicht zwischen Kindererziehung und Beruf zerrieben wird.

In der Gemeinschaft finden wir gegenseitige Hilfe und können leichter auch über den eigenen Tellerrand hinaus schauen.“ Den Umbau des alten Wohnhauses haben seine neuen Bewohner mit viel Elan und handwerklichem Geschick zum größten Teil selbst bewerkstelligt.

Die Anteilnahme der Trebitzer am Werden und Gedeihen des Umbaus zählt man auf dem Vielseithof zu den glücklichen Umständen. Mit geselligen Infoabenden über ihr Wohnkonzept und einem Sommerfest auf dem Hof haben sie das Vertrauen der Trebitzer gewonnen, wie Mitbewohnerin Monica Vasquez erzählt. Im Gegenzug spendierten die Trebitzer Rat und Unterstützung sowie schönes und altes Mobiliar.

Sportliche Herausforderung

Der Europaradweg R1 ist 3500 Kilometer lang und verbindet zwischen dem französischen Boulogne-sur-Mer und dem russischen St. Petersburg neun Länder.
In Deutschland verbindet der R 1 auf 970 Kilometern das ehemalige West- und Ostdeutschland. Dabei führt er durch fast alle, in Deutschland existierenden Landschaftsarten und -formen.
In Brandenburg verläuft der Radweg vom Elbtal durch den Fläming, quert Potsdam und Berlin und führt über die Märkische Schweiz und den Oderbruch ins Nachbarland Polen.
Die Strecke im Hohen Fläming erstreckt sich über knapp 100 Kilometer und führt vom Wörlitzer Park (Sachsen-Anhalt) bis zum Havelland.
Die höchste Erhebung, die dabei zu meistern ist, ist der Hagelberg bei Bad Belzig, der 200 Meter hoch ist.

Was lange noch fehlte, war ein Gemeinschaftsraum. Zusammen mit der Beobachtung, dass durchfahrende Radfahrer oft vergeblich nach einer Raststätte Ausschau halten, gab es schließlich irgendwann die Idee, beides zu vereinen. Denn direkt vor der Tür des Vielseithofes verläuft der Europa-Radweg R1, der besonders in den Sommermonaten stark frequentiert ist.

Ein Jahr lang krempelten die Hofbewohner erneut gemeinsam die Ärmel hoch und bauten die Schmiede um. Zwei gemütliche Zweibettzimmer für müde Radler und ein gemütliches Café, das sich zugleich auch als Gemeinschaftsraum nutzen lässt, sind dabei heraus gekommen. 45 Prozent der Baukosten wurden aus dem Programm zur Förderung der ländlichen Infra-Struktur bestritten.

Zu Recht, wie Juliane Wittig vom Naturparkzentrum in Raben bestätigt. „Denn Angebote dieser Art gibt es noch lange nicht ausreichend. Auch wenn Radler oft in 80- oder 90-Kilometer-Etappen denken, lassen sie sich von einem schön gemachten Angebot zum Verweilen gerne mal spontan verlocken“. Dass es sich für die „Stützpunkt“-Betreiber auch rechnen möge, hofft sie sehr.

Christine Kannenberg und Monica Vasques sind in dieser Hinsicht vorsichtig optimistisch. Mit gesunden und regionalen Zutaten bei den Speisen, selbst gemachtem Kuchen und Kaffeespezialitäten aus fairem Anbau entspricht das Angebot der eigenen Lebensphilosophie. Gemeinsam teilen sich die beiden Frauen künftig die Arbeit als Zimmer- und Schankwirtin.
Stützpunkt: geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Von Uwe Klemens

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