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Berlin gibt weiteres Ehrengrab auf

Südwestkirchhof Stahnsdorf Berlin gibt weiteres Ehrengrab auf

Das Land Berlin hat das Ehrengrab des Erfinders der Lokalanästhesie, Carl Ludwig Schleich, auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof aufgegeben. Nun sorgen sich Friedhofsverwaltung und Förderverein um den Erhalt der Anlage, die einem antiken Tempelportal gleicht. Der Berliner Senat hatte sich in den vergangenen fünf Jahren bereits von zwei Ehrengräbern getrennt.

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Das Land Berlin gibt sein nächstes Ehrengrab auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof auf. Die letzte Ruhestätte des Erfinders der Lokalanästhesie, Carl Ludwig Schleich, droht damit zu verfallen.
 

Quelle: Südwestkirchhof

Stahnsdorf.  Die Verwaltung und der Förderverein des Südwestkirchhofes in Stahnsdorf sorgen sich erneut um ein Ehrengrab. Künftig finanziert die Senatskanzlei Berlin nicht mehr die Pflege und den Erhalt der letzten Ruhestätte des Arztes, Schriftstellers und Musikers Carl Ludwig Schleich. Die Anlage aus Sandstein, die einem antiken Tempelportal gleicht, befindet sich in der Nähe des Haupteingangs. Schleich wurde vor allem durch seine Erfindung und Einführung der Lokalanästhesie berühmt, die schmerzfreie Operationen ermöglicht. Seine Methode wird bis in die Gegenwart – nur unwesentlich abgewandelt – angewandt.

Nun müssen sich Friedhofsverwaltung und Förderverein Gedanken machen, wie die Grabstätte Schleichs vor dem Verfall und der Verwilderung gerettet werden kann, sagt Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt. Beide Gremien sorgen sich dass das „verarmte Bundesland“ Berlin am Ende seiner Sparmaßnahmen überhaupt keine Ehrengräber mehr bewahren will. Auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof befinden sich annähernd 80 Grabanlagen bedeutender Persönlichkeiten, die mit ihrem Wirken die Geschichte in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Politik maßgeblich mitgeprägt haben. Nur 14 Anlagen davon werden derzeit durch das Land Berlin als Ehrengrabstätten gepflegt. „Solche wichtigen Orte dürfen nicht dem Verfall und dem Vergessen ausgeliefert werden. Die Politik kann aber diese öffentliche Aufgabe nicht einfach auf das bürgerschaftliche Engagement abwälzen“, fordert Ihlefeldt.

In den vergangenen vier Jahren hatte das Land Berlin bereits zwei Ehrengräber aufgegeben. So trennte sich der Senat im vorigen Jahr von der Anlage des Naturwissenschaftlers Hugo Conwentz und bereits im Jahr 2011 von der Ruhestätte für Graf Georg von Arco. Conwentz wurde als Initiator und Leiter des Westpreußischen Provinzialmuseums in Danzig berühmt. Arco gilt als Pionier der drahtlosen Funkverbindung.

Gerettet werden konnte vorerst das Grab von Hugo Conwentz. Die Stiftung Naturschutz Geschichte in Königswinter hat für die nächsten zehn Jahre die Patenschaft über die Anlage übernommen. Den Erhalt des Arco-Grabes hatte die Stadt Teltow zwei Jahre lang weiter finanziell unterstützt, weil er lange Jahre in Teltow-Seehof gelebt und gearbeitet hatte. Sein Grab kann jetzt nur noch bei Putzaktionen des Fördervereins sporadisch mit gesäubert werden.

Von Heinz Helwig

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