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Ehrengräber für Gründer der Waldgemeinde

Würdigung auf Borkwalder Friedhof Ehrengräber für Gründer der Waldgemeinde

Auf dem Friedhof in Borkwalde sollen künftig Ehrengräber an die ersten Bewohner der Waldgemeinde erinnern. Die Gemeinde übernimmt deren Pflege. Sie errichtet jetzt auch zwei Holzkreuze, die bereits vor acht Jahren saniert, jedoch bislang nicht aufgestellt worden waren.

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Renate Bressel liegen die Gräber der ersten Borkwalder Siedler am Herzen.

Quelle: Andreas Koska

Borkwalde . Auf dem Borkwalder Friedhof wird ein Traditionsort entstehen. Dort sollen Grabtafeln und Grabkreuze der ersten Siedler der Waldgemeinde aufgearbeitet, neu aufgestellt und dauerhaft gepflegt werden. Das beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung. Die Gemeinde will in das Vorhaben rund 2000 Euro investieren. Damit folgten die Abgeordneten der Anregung der ehemaligen Ortschronistin Eva Matis.

Renate Krüger (Die Linke) befürwortete ausdrücklich eine solche Erinnerungsstätte. „Es ist ein Stück Ortsgeschichte, das wir erhalten sollten“, sagte die Bürgermeisterin. Geplant ist auch eine Informationstafel, die über die Bedeutung der besonderen Grabsteine informiert. Bei einigen der Wahlgrabstätten gibt es noch private Nutzungsrechte der Familien. Bei denen, die auslaufen, wird mit Zustimmung der Familien nun die Gemeinde die weitere Pflege übernehmen. Andere würden gerne die Nutzungsrechte verlängern, um das Grab innerhalb der Familie weiterzugeben. Dort bleibt die Pflege bei den Nutzern.

Tafelrestauration kam nicht zustande

An dem Traditionsort mit Ehrengräbern sollen jetzt endlich auch die Holztafeln der einstigen Gräber von Toni Pagels und Herbert Böhm Platz finden. Auch sie gehören zu den ersten Siedlern des Ortes, der um 1912 im Wald entstanden war. Um die beiden Tafeln gab es vor mehr als acht Jahren eine heftige Auseinandersetzung innerhalb der Gemeindevertretung. Damals machte Renate Bressel auf den schlechten Zustand der Grabtafeln aufmerksam. Ein Specht hatte Gefallen an den Eichenholzdenkmalen gefunden und diese stark beschädigt. Zwar hatte die Gemeindevertretung seinerzeit beschlossen, die Tafel restaurieren zu lassen, sprach sich danach jedoch mit dem Stimmen der Fraktion „Wir in Borkwalde“ gegen eine Wiederaufstellung aus.

Verwirrung ums Jubiläum

Der Ortsname Borkwalde wurde erstmals 1912 erwähnt. Das hatte die einstige Ortschronistin Eva Mattis ermittelt. Ein Bauantrag trug 1912 die Ortsbezeichnung.

Lange Zeit galt 1932 als Gründungsjahr. Damals wurden mehrere Siedlungen mit Wochenendgrundstücken und Jagdhäusern offiziell zum Ort Borkwalde zusammengefasst.

Mattis’ Forschungsergebnisse führten dazu, dass die Borkwalder in fünf Jahren das 75-jährige (1997) und das 100-Jährige Bestehen (2012) feierten.

Der Ort 1993 insgesamt 432 Einwohner, 1995 waren es 1068. Bis 2008 stieg die Zahl auf den Höchststand von 1576 Einwohnern. Heute wohnen rund 1500 Menschen im Ort. ako

Nun jedoch sollen die von der Tischlerei Tietz aufgearbeiteten Tafeln aus dem Lager geholt und wieder sichtbar aufgestellt werden. Sie erinnern an den Baumschulbesitzer Herbert Böhm, der 1937 verstarb sowie an Toni Pagels. Sie starb nach einer schweren Krankheit im Jahre 1940. Ihr Mann, ein Möbeltischler, war zu dem Zeitpunkt an der Front. Die 13-jährige Tochter Doris war auf sich allein gestellt. „Ich freue mich, dass meine Rettungsaktion von damals fast ein Jahrzehnt später doch noch einen Sinn hatte“, sagte Renate Bressel jetzt zufrieden.

Von Andreas Koska

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