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Totenglocke wird bald zum Abschied läuten

Kapelle auf dem Teltower Friedhof wird saniert Totenglocke wird bald zum Abschied läuten

Eine Glocke fehlte schon immer bei Trauerfeiern und Andachten auf dem Friedhof in Teltow. Im Zuge der Sanierung errichtet die Evangelische Kirchengemeinde jetzt das Geläut und eine Ersatzkapelle mit bewegter Geschichte.

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Pfarrer Thomas Karzek und Michael Wilcke auf dem Fundament.

Quelle: Wild

Teltow. Eine Totenglocke wird den Menschen auf dem Evangelischen Friedhof in Teltow bei Bestattungen bald zum Abschied läuten. Die Stahlguss-Glocke aus dem Jahre 1928 ist eine Dauerleihgabe der Stiftung Bethesda und wird in einem Glockenstuhl unweit der Friedhofskapelle stehen, sagt Pfarrer Thomas Karzek von der Evangelischen Kirchengemeinde St. Andreas. „Eine Totenglocke fehlte uns schon immer“, erzählt Karzek und freut sich, dass das Geläut mit elektrischem Werk nun im Zuge der Sanierung der prominenten Friedhofskapelle seinen Platz auf dem Friedhof finden wird.

Der Standort nahe des Eingangs musste aufgrund der nach Plänen des Architekten Winfried Wendlands errichteten und heute denkmalgeschützten Kapelle vorab vom Denkmalschutz abgesegnet worden. Im August beginnt die Sanierung der Kapelle. Dachstuhl und Eindeckung werden überholt und erneuert. Der Baustart hatte sich zuletzt etwas verzögert, da erst eine Ersatzkapelle errichtet werden muss. Das Fundament ist bereits fertig, die Baugenehmigung erteilt. Das unscheinbare Holzhaus, das bis zum Ende der Kapellen-Sanierung für Trauerfeiern und Andachten genutzt werden wird, birgt eine bewegte Geschichte: Einst war es eine Baracke im KZ-Außenlager Grüneberg. Danach wurde das Holzhaus in Häsen, einem Ortsteil der Gemeinde Löwenberger Land, im Landkreis Oberhavel , über Jahre zu einem Ort kirchlichen Lebens und diente dort wie berichtet bereits als Kapelle.

In den kommenden Wochen werden die Bauteile, die derzeit überholt werden, auf dem Ziegelsteinfundament wieder aufgebaut; in Sichtweite befinden sich dort auch Kriegs- und Zwangsarbeitergräber. Für Pfarrer Karzek ein Brückenschlag, denn die Ersatzkapelle wird auch nach Ende der Sanierung auf dem Friedhof bleiben. „Dort soll es kulturelle Veranstaltungen geben und wir können in der ehemaligen Baracke junge Menschen, etwa Schülergruppen oder Konfirmanden, an die historischen Ereignisse heranführen“, sagt Karzek. Gestrichen wird das hölzerne Haus in historischem schiefergrau, wie einst, als die Farbe Tarnung bei Luftangriffen bot. Wenn dann die Arbeiten an der Wendland-Kapelle beginnen, wird sie genug Platz für Trauergesellschaften bieten, ist sich der Gemeindebeiratsvorsitzende Michael Wilcke sicher: Bis zu 150 Bestattungen im Jahr gibt es derzeit, ein Drittel davon sind kirchliche. Nachdem die Stadt nach langer Diskussion vorerst für 2014 und 2015 insgesamt 250 000 Euro für die Sanierung zugesagt hat, will die Kirchengemeinde auch eine Spendenaktion starten. Insgesamt werden knapp 800000 Euro benötigt. Für die neue Heizung der Kapelle setzt die Kirchengemeinde auch auf eine Förderung aus dem Energetik-Programm der Landeskirche. Installiert werden soll eine Fußbodenheizung, um die wertvollen Solnhofer Platten vor Frost zu schützen.

Von Konstanze Wild

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