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Friedhof von Babe vor der Schließung

Sinkende Nachfrage, steigende Kosten Friedhof von Babe vor der Schließung

Er ist einer von den ganz kleinen: Nur zehn Gräber gibt es auf dem Friedhof des Neustädter Ortsteils Babe. Die letzte Beerdigung ist zwei Jahre her. Nun wird in der Kommunalpolitik die Schließung der Einrichtung zum Jahresende diskutiert.

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Handwerker richteten noch am Freitag eine Grabstätte auf dem Baber Friedhof neu her.

Quelle: Alexander Beckmann

Babe. Nichts ist für die Ewigkeit. Nicht mal Friedhöfe. Im Neustädter Ortsteil Babe steht solch eine Einrichtung jetzt vor der Schließung. Hintergrund des von der Amtsverwaltung angeregten Schrittes ist offenbar der Erhaltungsaufwand für den nur wenig genutzten Baber Friedhof. Das rund 3000 Quadratmeter große Gelände beherbergt aktuell nur noch zehn Grabstellen. Die letzte Beerdigung erfolgte 2013.

Sollte der Friedhof langfristig weiter genutzt werden, so müsste die Stadt Neustadt auf jeden Fall investieren: Es gibt weder einen Stromanschluss für die Trauerhalle noch einen Wasseranschluss. Lediglich eine Handpumpe steht für die Grabpflege zur Verfügung. Die Kosten für eine Wasserleitung beziffert die Amtsverwaltung mit über 3000 Euro.

Angesichts dieser Umstände hatte der zuständige Roddahner Ortsbeirat kürzlich gefordert, die Nutzungsgebühren für Babe zu reduzieren. Das hatte der Neustädter Hauptausschuss abgelehnt. Für die Stadt und ihre Ortsteile gilt eine einheitliche Gebührensatzung.

Angesichts des Zustandes, der zu erwartenden Kosten und der geringen Nutzung forderte der Hauptausschuss die Schließung des Friedhofs zum Ende des Jahres.

Das bedeutet zumindest für Besucher erst einmal nicht viel: Der Friedhof wird weiterhin zugänglich sein. Wörtlich heißt es in der Erläuterung des Beschlussentwurfs: „Die vorhandenen Grabstätten bleiben mindestens bis zum Ablauf der Nutzungszeit bestehen.“ Allerdings wird es keine neuen Bestattungen mehr geben. Die nächste Möglichkeit dazu besteht im benachbarten Roddahn.

Erst nach Ablauf der 25-jährigen Liegezeit wäre eine Entwidmung des Friedhofes und damit eine anderweitige Nutzung des Areals möglich – also nicht vor 2038. Auch müsste dann der Landkreis zustimmen.

Ob es für die nächsten gut 20 Jahre wenigstens eine ­Wasserleitung für den Baber Friedhof geben wird, lässt die ­Beschlussvorlage, mit der sich die Stadtverordneten abschließend am 7. Dezember befassen wollen, offen.

Von Alexander Beckmann

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