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Gräber erzählen Stadtgeschichte

Friedhofs-Führung in Luckenwalde Gräber erzählen Stadtgeschichte

Heimatchronist Dietrich Maetz führt seit 13 Jahren immer wieder interessierte Gruppen über Luckenwaldes Friedhöfe. Nun war der 1822 eröffnete Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ an der Reihe. Dort gibt es zum Beispiel die anspruchsvolle Familiengruft des Commerzienrates Busse.

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Dietrich Maetz (r.) führte interessierte Besucher über den Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ in Luckenwalde.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Das Interesse war auch dieses Mal wieder groß. Die Luckenwalder Heimatfreunde und das Heimatmuseum Luckenwalde hatten zu einer Führung auf dem Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ eingeladen. Heimatfreund Dietrich Maetz erläuterte sehr anschaulich die Luckenwalder Stadtgeschichte anhand von Personen, die auf diesem Friedhof begraben sind. Auf dem Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ haben eine ganze Reihe von Persönlichkeiten wie Busse, Sailer, oder Kloß, die die Stadt prägten, ihre letzte Ruhestätte gefunden.

„Es ist meine 21. Friedhofsführung in 13 Jahren. Eigentlich wollte ich jetzt aufhören, doch ich habe schon wieder eine Aufforderung bekommen fürs nächste Jahr den Waldfriedhof zu zeigen“, sagt Dietrich Maetz. Bevor er am Sonntagnachmittag mit den Interessierten über den Friedhof spazierte, konnte man erstmals einen Blick in die Gruft der Familie Busse werfen. „Die Gruft auch die innere Ausmalung erinnert sehr an den Stil des Architekten Karl Friedrich Schinkels. Es wäre interessant dieser Vermutung nachzugehen. Aber noch wichtiger ist es, endlich etwas zu unternehmen, um die Gruft vor dem weiteren Verfall zu retten“, sagte Maetz.

Särge in der Busse-Gruft

Särge in der Busse-Gruft.

Quelle: Margrit Hahn

1822 wurden innerhalb von nur drei Wochen der Friedhof „Vor dem Jüterboger Tor“ und der Kirchhof vor dem Baruther Tor eröffnet. Das erste Begräbnis fand am 16. Oktober 1822 am „Jüterboger Tor“ statt. Damals wurde die Tagelöhnerin Anna Krusnick beigesetzt.

Ursprünglich war der Friedhof kleiner angelegt worden. Später wurde er erweitert. „Das muss schon weit über 100 Jahre her sein – vielleicht 1831, als die Cholera Luckenwalde heimsuchte und viele Todesopfer zu beklagen waren“, berichtete Maetz. Die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Teil ist anhand einer teilweise erhaltenen Mauer erkennbar. Der heutige Eingang, das Verwaltungsgebäude, die Familiengruft Busse und die Trauerhalle liegen im neuen Teil.

Ein erster Blick über den Friedhof vermittelt in großen Teilen den Eindruck eines gepflegten Parks, denn der Friedhof ist zu großen Teilen nicht mehr mit Gräber belegt. Um so wichtiger war die Entscheidung, auf diesem Friedhof neue Bestattungsformen auszuprobieren und anzubieten.

Von Margrit Hahn

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