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Kränze für den Brandenburger Patrioten

Politisch Gefangene der DDR-Zeit vor der JVA Kränze für den Brandenburger Patrioten

Ein deutscher Patriot ist Michael Gartenschläger für die Männer, die am Montag Kränze für ihn niederlegten. Die Gäste der Stadt, die vor Jahrzehnten aus politischen Gründen selbst in Haft gesessen haben, versammelten sich mit dem an der Ausarbeitung des SED-Unrechts stark interessierten Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg vor der JVA Brandenburg.

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Kränze zum Gedenken an Michael Gartenschläger

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Ein deutscher Patriot ist Michael Gartenschläger für die Männer, die am Montag Brandenburg Kränze für ihn niederlegten. Die Gäste der Stadt, die vor Jahrzehnten aus politischen Gründen selbst in Haft gesessen haben, versammelten sich mit dem an der Ausarbeitung des SED-Unrechts stark interessierten Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg vor der JVA Brandenburg.

Die am 17. Juni 2015 gegründete „Interessengemeinschaft Brandenburger Häftlinge SBZ/DDR“ will die Erinnerung wachhalten an die Menschen, die dass DDR-Regime manchmal jahrelang in Gefängnis sperren ließ, nur weil sie die Mauer überwinden und in den Westen flüchten wollten. 5700 solcher Frauen und Männer leben allein im Land Brandenburg, wie Michael Schulz berichtet, der Gedenkstättenbeauftragte der Opferverbände.

Michael Gartenschläger ist ein bekanntes Opfer der damaligen Strafanstalt Brandenburg auf dem Görden. Zehn Jahre seiner Jugend saß Gartenschläger hinter Gittern, später von einem Stasi-Sonderkommando erschossen bei seinem dritten Versuch, einen Selbstschussautomaten am Grenzzaun bei Bröthen (Lauenburg) abzubauen. Der Ted-Herold-Fanclub legte einen eigenen Kranz nieder, denn Gartenschläger war einst der erste Vorsitzende dieses Fanclubs.

Einstige „Republikflüchtige“ bieten sich für die Gedenkstätte als Zeitzeugen an

Den ehemaligen politisch Gefangenen, die aus Hamburg und anderen Städten angereist waren, geht es um mehr als ein ehrendes Andenken der Gefängnisopfer zwischen 1945 und 1989. Die Interessengemeinschaft möchte aktiv mitwirken und -gestalten, wenn die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte, wie berichtet, ein neues Dokumentationszentrum über den Strafvollzug in Brandenburg an der Havel im früheren Direktorenhaus der Strafanstalt einrichtet.

Erklärter Wille der Landesregierung ist, die politisch Verfolgten der Jahre 1945 bis 1989 in die Gedenkstättenarbeit einzubeziehen. „Wir sind dazu bereit, bieten uns als Zeitzeugen an“, versichert Jürgen Sydow (65), der als „Republikflüchtiger“ bis zu seinem Freikauf im April 1975 zehn Monate eingesperrt war, davon dreieinhalb Monate in Isolationshaft.

Zur Zusammenarbeit mit Sebastian Nagel und den anderen Zeithistorikern der Gedenkstättenstiftung fanden am Montag allererste Kennlerngespräche in der Euthanasie-Gedenkstätte auf dem Nicolaiplatz statt. „Damit die Wunden heilen können, sind wir dazu verurteilt, uns mit dem Vergangenen zu beschäftigen“, sagt Jürgen Sydow, neben Manfred Springer (70) Vorsitzender der Interessengemeinschaft.

Von Jürgen Lauterbach

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