Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Lehren ziehen im Kampf gegen Terrorismus

Volkstrauertag im Havelland Lehren ziehen im Kampf gegen Terrorismus

Anlässlich des Volkstrauertages fanden am Sonntag auch in Städten und Gemeinden des Havellandes Gedenkveranstaltungen für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft statt. Unter anderem wurden in Falkensee und in Nitzahn (Milower Land) Blumengebinde niedergelegt.

Voriger Artikel
Ehrung für Opfer von Krieg und Gewalt
Nächster Artikel
Licht als Zeichen der Trauer

Heiko Müller (l.) und Andreas Mallé legten Blumen nieder.

Quelle: Andreas Kaatz

Falkensee. Der Gefallenen beider Weltkriege sowie der Opfer von Gewaltherrschaft in aller Welt wurde am Sonntag in vielen Kommunen gedacht, so auch auf dem Stadtfriedhof an der Kremmener Straße in Falkensee. Anlässlich des Volkstrauertages legten Bürgermeister Heiko Müller und Andreas Mallé vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge sowie Vertreter der örtlichen CDU und der SPD Blumengebinde nieder.

Wie Müller sagt, sei es diesmal anders als in den Vorjahren, als man am Volkstrauertag über die Konflikte in der Welt geredet hatte. „In der Intensität, wie wir es momentan gerade erleben, haben wir es viele, viele Jahre nicht gehabt. Selten gab es so viel Grund, Opfer zu beklagen“, sagte er. Die eigentlich weit entfernten Konflikte beträfen auch Deutschland und Europa direkt. Beim Thema Gewalt seien die Anschläge von Paris nur ein Beispiel. Auch in Deutschland habe das Gewaltpotenzial mit dem Ziel, Angst zu verbreiten, eine Größenordnung erreicht, wie man es seit Jahrzehnten nicht mehr gekannt hat.

Müller sieht angesichts der Zerstörungen in den Konfliktländern wie etwa Syrien Parallelen zu früheren Zeiten.„Das ist eine Situation, die viele ältere Menschen an die Zeit des Zweiten Weltkrieges erinnert, als viele Millionen Opfer zu beklagen waren“, sagte er. „Eigentlich hatte man gehofft, dass diese Zeiten überwunden sind.“ Es reiche nicht aus, dass die Opfer mahnen, meinte der Bürgermeister. Man müsse darüber hinaus überlegen, wie man handeln kann. Dies betreffe im Kleinen die Unterbringung von Flüchtlingen in Falkensee, aber vor allem sei europaweites Handeln nötig. Und da sei der Blick zurück zum 2. Weltkrieg ganz hilfreich. „Damals haben sich auch Allianzen gegen den Terrorismus, gegen das Naziregime gebildet, die letztlich erfolgreich waren. Wir brauchen also eine weltweite Allianz gegen den Terrorismus“, so Müller. Dies sei eine Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg, die Hoffnung machen kann.

Die zentrale Gedenkfeier des Landkreises Havelland fand am Sonntag in Nitzahn, in der Gemeinde Milower Land, statt. Auf dem Friedhof, am wiederhergerichteten Kriegerdenkmal, legten gemeinsam mit Landrat Burkhard Schröder die Kreistagsvorsitzende Manuela Vollbrecht (SPD) sowie Vertreter demokratischer Parteien und Kommunen Kränze nieder. Das Bläserquintett des Blasorchesters Ketzin sorgte für die musikalische Begleitung. Schröder schloss die Opfer von Paris in sein Totengedenken mit ein.

Eröffnet wurde der Vormittag des Gedenkens mit einer Andacht in der Dorfkirche. Das Leben verlange Einsatz für den Frieden, verlange, dass die Menschen ihre Blicke nach vorne richten. Frieden beginne im Kleinen und im Alltag, betonte Pfarrer Johannes Möcker.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Trauer & Gedenken
Friedhofsimpressionen

Bilder von Friedhöfen der Region Brandenburg

Ratgeber im Trauerfall