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Letzte Ruhestätte wird ganz individuell gestaltet

Grabgestaltung Letzte Ruhestätte wird ganz individuell gestaltet

Friedhofsgärtner Bernd Haase aus Wittstock gibt Auskunft über neue Trends der Grabgestaltung. Hauptblickpunkt der Ruhestätte ist der Grabstein, erklärt der Experte. Form und Farbe des Steins geben eine Orientierung für die gesamte Gestaltung. Bei der Auswahl der Pflanzen muss der Standort beachtet werden.

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Expertenrat hilft bei der Grabgestaltung.

Quelle: BDF, Bonn

Potsdam. Etwas Efeu auf das Grab, vielleicht noch einen Lebensbaum. Im Frühjahr ein paar Stiefmütterchen, im Herbst Chrysanthemen. Und das war’s? Ganz und gar nicht. Grabgestaltung ist weitaus vielseitiger und farbenfroher als mancher denken mag. Das flammende Käthchen etwa ist seit Jahren schon als Zierpflanze ein Stammgast in vielen Wohnungen. Jetzt wird die Pflanze immer häufiger auch für die Grabgestaltung genutzt, berichtet Bernd Haase, Leiter der Fachgruppe der Friedhofsgärtner im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg. Selbst Orchideen werden auf Gräber gepflanzt, weiß der Inhaber der Gärtnerei Haase in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Das Knabenkraut zum Beispiel sei eine Orchideenart, die für unsere Breitengrade bestens geeignet sei.

Es gehe um Individualität, sagt Haase. Und der seien bei der Grabgestaltung keine Grenzen gesetzt. Selbst Obstbäume könnten gepflanzt werden. Der Experte hat die Erfahrung gemacht, dass immer dann neue Trends aufs Grab kommen, wenn sich jüngere Leute um die Grabgestaltung kümmern oder sie in Auftrag geben.

Blumensymbolik

Viele Pflanzen, die für die Grabgestaltung genutzt werden, haben eine bestimmte Symbolik. Mit der bewussten Auswahl von Pflanzen können also Gefühle gezeigt und Botschaften übermittelt werden. Efeu, Buchsbäume und Immergrün sind zum Beispiel Symbole des ewigen Lebens.

Die Ringelblume ist ein Ausdruck des Schmerzes der Hinterbliebenen. Und die Lilie steht für Unschuld sowie Reinheit. Chrysanthemen gelten als Zeichen der Liebe über den Tod hinaus. Stiefmütterchen sowie Hornveilchen symbolisieren Bescheidenheit und Demut. Vergissmeinnicht zeigt Verbundenheit und Liebe an.

Tipps für die Auswahl der Pflanzen geben die Friedhofsgärtner. Sie kennen die Symbolik und die richtigen Pflanzen für den Standort. Darauf verweist der Bund deutscher Friedhofsgärtner.

Wer die Gestaltung der Ruhestätte eines Familienangehörigen selbst in die Hand nehmen möchte, sollte sich an der Form und der Farbe des Grabsteins orientieren. „Das ist immer der Hauptblickpunkt der Grabstelle“, erklärt Friedhofsgärtner Bernd Haase. Ist der Stein sehr groß, müssten dementsprechend auch die Rahmengehölze ausgesucht werden. Rhododen­dron, Eiben oder Buchsbäume würden passen. Grundregel für die Bepflanzung sei, so der Experte: „Alles, was hier nicht wächst, geht nicht.“ Exoten wie die chilenische Sicheltanne würden sich jedenfalls nicht wohlfühlen.

Klassischerweise gehören zur Grabbepflanzung Rahmengehölze oder -stauden, sogenannte Bodendecker wie Kriech-Spindel oder Laugenblumen sowie die Wechselbepflanzung. Dreimal im Jahr sollten die Saisonpflanzen gewechselt werden, rät der Experte. Im Frühjahr, Sommer und im Herbst. Mitunter kann man sogar noch einmal im November nachlegen. Wenn dieser Monat mild ist, könnten Heidepflanzen zwischen die ausgebreiteten Tannenzweige auf dem Grab gesetzt werden.

Bei „Gärtnerbetreuten Grabfeldern“ kümmern sich Experten um alles

Wann immer frisch gepflanzt wird, sollte sich die Auswahl der Pflanzen nach dem Standort richten: sonnig, halbschattig oder schattig. Wer unsicher ist, kann sich Hilfe bei den Friedhofsgärtnern holen. Sie übernehmen auf Wunsch eine Dauergrabpflege. Und sie sind es auch, die die sogenannten „Gärtnerbetreuten Grabfelder“ pflegen. Das sind Gemeinschaftsanlage, in denen sich die Privatpersonen nicht mehr um die Pflege der Gräber ihrer Angehörigen kümmern müssen. Das Grab selbst und auch die Anlage drum herum wird vom Gärtner in Schuss gehalten. Ein Beispiel für solche Gemeinschaftsanlagen ist der Garten der Erinnerung in Potsdam.

Was alles zur Kunst der Friedhofsgärtner gehört, zeigt die Branche in diesem Jahr auf außergewöhnliche Art. Ein lilafarbenes, dreirädriges Ape-Mobil wird auf große Tour durch Deutschland geschickt. An seinen Stationen bepflanzen Friedhofsgärtner der Region die Ladefläche des Mobils und machen so die Einwohner auf ihre Leistung aufmerksam. Bis in den März hinein ist das Mobil in Brandenburg unterwegs. Der Fachgruppenleiter Bernd Haase wird das Ape-Mobil Anfang März bestücken. Er will die Gestaltung Ton in Ton halten: mit einer neuen Sorte Hornveilchen in Blau-Weiß und blauen Vergissmeinnicht. „Das sieht sehr, sehr schön aus“, prophezeit der Friedhofsgärtner Haase.

Von Ute Sommer

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