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Locktow/Ziezow: Trauerhallen sind Trauerspiel

Kein Geld für Sanierung Locktow/Ziezow: Trauerhallen sind Trauerspiel

Die Garagen vor Ort sind in besserem Zustand als die Trauerhallen in Locktow und Ziezow. Aber für die Sanierung gibt es kein Geld. Erst recht nicht für einen Neubau, bei dem bürokratische Hürden vor Ort zu erfüllen sind. Die Kirchengemeinde will ihre Gotteshäuser aber nicht für die weltlichen Beisetzungsfeiern öffnen.

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Kommunale Trauerhalle auf dem Kirchhof in Locktow

Quelle: Uwe Klemens

Locktow. Die Haushaltslage der Gemeinde Planetal lässt eine umfangreiche Sanierung der kommunalen Leichen- und Trauerhallen in Locktow und Ziezow nicht zu. Nach der Absage durch die Kirchgemeinde, ihre Gotteshäuser für weltliche Trauerfeiern zu öffnen, suchen Politik und Verwaltung nun nach einem Ausweg. Denn der Zustand beider Hallen ist, in unterschiedlichem Maße, schlecht.

„In solch einer Garage einen Trauerfeier zu veranstalten, ist würdelos“, klagten Einwohner während der jüngsten Zusammenkunft des Ortsbeirates. Brüchiger und rieselnder Putz, Feuchtigkeit und in Locktow bis zur vier Zentimeter starke Risse in der Wand sind ein echtes Trauerspiel.

Risse reichen bis in das Fundament

Einzig glücklicher Umstand ist, dass beide, mit Asbestplatten gedeckte Dächer noch dicht sind, so dass für deren Erneuerung derzeit auf keinen Fall Geld da sein, betonte Bürgermeisterin Karin Commichau (parteilos). Beantragt wurde nun die Einstellung von 15 000 Euro in den Haushaltsplan, um die bis ins Fundament reichenden Risse der Locktower Halle beheben zu lassen.

Die Idee, das Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen, war während der Diskussion schnell vom Tisch. Bei einem Neubau entfallen würde der Bestandsschutz des Gebäudes, so dass samt bodenarchäologischer Voruntersuchung und dem vorgeschrieben Einbau einer behindertengerechter Toilette mit mindestens 115 000 Euro zu rechnen sei, erläuterte Bauamtsleiter Thomas Griesbach. Empört zeigten sich einzelne Locktower während der Diskussion über die ablehnende Haltung der Kirchgemeinde. Schließlich helfen beispielsweise auch Atheisten als Sargträger bei kirchlichen Beisetzungen aus, wie es hieß.

Von Uwe Klemens

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