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Ludwigsfelde will Bestattungswald anbieten

Bestattet an einem Baum Ludwigsfelde will Bestattungswald anbieten

Ein Grab in der Natur, bestattet unter einem Baum – diese Form der ewigen Ruhe wünschen sich immer mehr Menschen. Das weiß auch Evelyn Stöber, die Leiterin vom Kommunalservice Ludwigsfelde. Sie verbindet die anstehende Erweiterung des städtischen Friedhofs mit der Frage an die Stadtverordneten: Soll Ludwigsfelde einen Bestattungswald haben?

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Die Firma Alpina legt auf dem Friedhof Ludwigsfelde derzeit ein neues Grabfeld an.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Soll es direkt am Friedhof von Ludwigsfelde einen Bestattungswald geben? Und welche neuen Formen der Bestattung sollen zusätzlich zu den bisherigen möglich sein? Mit diesen Fragen befassen sich zurzeit die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung Ludwigsfelde. Sie beraten, welche der jüngst im Bauausschuss vorgestellten Möglichkeiten umgesetzt werden sollten oder können. Dargelegt hatte die Varianten kürzlich Evelyn Stöber, Chefin des städtischen Kommunalservice.

Sie hält den Zeitpunkt, über solche Fragen zu diskutieren, für günstig, weil die seit Jahren nicht mehr angerührte Friedhofssatzung überarbeitet werden muss und aus Kapazitätsgründen ohnehin eine Friedhofserweiterung nötig und geplant ist. Zum Zeitpunkt ihres Vortrags waren lediglich noch 17 Reihengräber unbelegt, sagte Stöber. Der Bedarf an halbanonymen und anonymen Grabstellen steige kontinuierlich, sagte sie. Flächen für eine Erweiterung Richtung Süden hatte die Stadt bereits 1999 erworben, doch dieses Gelände ist noch nicht gestaltet. „Seit 2010 sind wir mit der Forstbehörde wegen der Waldumwandlung im Kontakt“, so die Kommunalservice-Chefin. Doch mit den Überlegungen für neue Bestattungsformen steht für sie auch die Frage: „Warum sollen wir Wald umwandeln, wenn wir dort einen Bestattungswald haben wollen?“

Gründe für den Trend zu anderen Formen der Bestattung sind laut Evelyn Stöber zum einen die Kosten. „Die sind für anonyme Grabstellen natürlich geringer als für Urnengräber oder Erdbestattungen in Reihengräbern.“ Und es ist die Grabpflege. „Oft wohnen Kinder Verstorbener nicht am Ort, da ist das für manche sehr aufwendig.“ Die Argumente für einen Bestattungswald liegen für Evelyn Stöber auf der Hand: „Wir haben den riesengroßen Vorteil, Wald zu haben, den wir sogar schon bewirtschaften. Die Traubenkirschen sind beseitigt, wir haben dort Toiletten und Parkplätze.“

Das Innenministerium schreibe für Bestattungswald keinen Zaun vor, „das können wir entscheiden“, sagt sie. Sie verweist allerdings darauf, dass dort dann kein Grabschmuck niedergelegt werden dürfe. „Und Umbettungen sind dann definitiv nicht mehr möglich. Auch ein Bepflanzen ist dort nicht erlaubt. Grabschmuck ist dann die Natur“, erklärt sie.

Entscheiden sich die Stadtverordneten für den Bestattungswald mit rund 500 in Frage kommenden Bäumen auf der 2,56 Hektar großen Erweiterungsfläche, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. „So was dauert ein Jahr. Deshalb geben Sie uns bitte bald ein Signal, in welche Richtung wir weiterarbeiten sollen“, so Stöber.

Von Jutta Abromeit

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