Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Späte Ehre für vergessene Persönlichkeiten

Gedenksteine auf dem Weinbergfriedhof Späte Ehre für vergessene Persönlichkeiten

Der spätimpressionistische Maler Ernst Kolbe und der schriftstellernde Politiker Maximilian Hobrecht haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Rathenower Weinbergfriedhof. Das war allerdings in Vergessenheit geraten. Dank der Spendenbereitschaft von Rathenower Bürgern erinnern nun zwei Gedenksteine an die beiden Persönlichkeiten.

Voriger Artikel
Doppelgräber für Urnen
Nächster Artikel
Mittelmark: Immer mehr Sterbebegleiter

Die Frauen des Handarbeitskreises vor dem Kolbe-Gedenkstein

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande. Dies galt bis Dienstag auch für den spätimpressionistischen Maler Ernst Kolbe. Während das Westpreußische Landesmuseum im westfälischen Warendorf dem Künstler im vergangenen Jahr eine große Ausstellung widmete, kannte man in Rathenow nicht einmal mehr den Namen des Mannes. Dabei hatte er die letzte Etappe seines Lebens in Rathenow verbracht und war am 21. Juli 1945 auf dem Weinbergfriedhof beerdigt worden.

Eva Lehmann ist es zu verdanken, dass Kolbe aus der Versenkung geholt wurde. Nachdem die Vorsitzende des Vereins Memento auf das Schicksal des Malers aufmerksam gemacht hatte, entschlossen sich die Frauen des Handarbeitsclubs Memento, Geld für einen Gedenkstein zu spenden. Und als der Steinmetzbetrieb Knake einen Sandstein sponserte, war es um die Vergessenheit Kolbes geschehen. Seit Dienstag erinnert ein kunstvoll gestalteter Stein in unmittelbarer Nähe der Auferstehungskirche an den Maler.

Die Gedenkplatte für Max Hobrecht und die Männer vom Förderverein

Die Gedenkplatte für Max Hobrecht und die Männer vom Förderverein. Rechts Steinmetz Bernd Eißer.

Quelle: Markus Kniebeler

Der Fall Max Hobrecht ähnelt dem Kolbes auf frappante Weise. Auch Hobrecht war zu Lebzeiten ein einflussreicher Mann – und wurde dann vergessen. Im Gegensatz zu Kolbe hatte Hobrecht nicht nur die letzte Lebensphase in Rathenow verbracht, sondern die Geschicke der Stadt über drei Jahrzehnte lang entscheidend geprägt: Als Mitglied des Rathenower Stadtparlaments, dessen Vorsitz er 22 Jahre lang innehatte. Und als Literat, der seiner Heimatstadt mit Novellen und Gedichten ein Denkmal setzte.

Seit Dienstag nun hat der Rathenower Ehrenbürger selbst einen Gedenkort. Der Verein zur Förderung des Heimatmuseums Rathenow hat das Geld für die Platte gespendet, der Steinmetzbetrieb Eißer hat das Aufstellen besorgt. Eva Lehmann brachte es in ihrer kleinen Ansprache auf den Punkt: „Der Weinbergfriedhof ist dank des Engagements der Bürgerschaft wieder ein Stück reicher geworden.“

Von Markus Kniebeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Trauer & Gedenken
Friedhofsimpressionen

Bilder von Friedhöfen der Region Brandenburg

Ratgeber im Trauerfall