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Persönliche Worte zum Abschied

Kondolieren Persönliche Worte zum Abschied

Kondolieren sollte man auf jeden Fall schriftlich, sagt Clemens Graf von Hoyos, Vorstandsvorsitzender der Deutschen-Knigge-Gesellschaft. Er erklärt die Feinheiten eines stilvollen Kondolenzschreibens. Das muss übrigens nicht zwingend einen schwarzen Trauerrand haben.

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Mit Fingerspitzengefühl lassen sich die richtigen Worte finden.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Der Tod ist ein Tabuthema. Wer redet schon gern über die Endlichkeit des Lebens? „Es wird uns nicht beigebracht, mit Trauer umzugehen“, sagt Clemens Graf von Hoyos, Vorstandsvorsitzender der Deutschen-Knigge-Gesellschaft. Doch es gibt Situationen, in denen man über den Tod und die Trauer reden muss. Wenn etwa ein Kollege, ein Freund oder ein Angehöriger gestorben ist und die unangenehme Aufgabe des Kondolierens ins Haus steht. Worauf ist dann zu achten?

Kondolieren per E-Mail oder SMS ist tabu

Kondolieren sollte man auf jeden Fall schriftlich, betont Clemens Hoyos. Selbst wenn sich die Gelegenheit des persönlichen Gesprächs für die Beileidsbekundung ergebe, sollte trotzdem ein Kondolenzschreiben an die trauernde Familie geschickt werden. Und Kondolenzschreiben meint Brief oder Karte. Hoyos: „Kondolieren per E-Mail, SMS oder auf Facebook ist tabu.“ Denn „Briefe spenden über einen längeren Zeitraum Trost“ als eine flüchtige SMS. Das Schreiben sollte im Idealfall handschriftlich verfasst sein. Es sei „ein Höchstmaß an Wertschätzung“, sich Zeit zu nehmen und die persönlichen Zeilen per Hand zu Papier zu bringen. Dabei zeuge es von Stil, ein weißes Blatt Papier zu nehmen – ohne schwarzen Trauerrand. Ebenso könne aber auch auf eine der zahlreich angebotenen Trauerkarten zurückgegriffen werden. Allerdings müsse dann das Motiv auf der Karte mit Bedacht ausgewählt werden, erklärt Hoyos. Religiöse Motive sollten auch wirklich nur für gläubige Menschen genommen werden. Ansonsten bieten sich neutrale Abbildungen von Landschaften an. „Es erfordert Fingerspitzengefühl, genau das auszuwählen, womit sich die Familie des Verstorbenen identifizieren kann“, sagt der Vorstand der Deutschen-Knigge-Gesellschaft.

Fürs Schreiben gilt: „Das Beste sind persönliche Worte“, so Hoyos. Es gehe darum, angemessen auf die Gefühlslage der Hinterbliebenen zu reagieren. Auch wenn auf der Trauerkarte von der „stillen Anteilnahme“ die Rede ist, genügt es nicht, nur zu unterschreiben. Vielmehr sollten Erinnerungen an den Verstorbenen geschildert werden, gemeinsame Erlebnisse. Dinge, die diese Person gelehrt hat. Ihre Einstellung zum Leben.

Zitate berühmter Personen sind ein guter Einstieg

Einen Einstieg in den Brief könnten Zitate von berühmten Personen liefern. Wie dieser Aphorismus des Dichters Jean Paul: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Mit einer kurzen Suche im Internet lässt sich bestimmt das Passende finden. Die Art des Schreibens richtet sich danach, ob zum Verstorbenen eine geschäftliche Verbindung oder ein privates Verhältnis bestanden hat. Der Brief ist dann eher sachlich oder persönlich gehalten.

Unüblich ist es mittlerweile, Geld in den Briefumschlag des Kondolenzschreibens zu stecken. Hoyos zufolge ist es besser, sich selbst um Blumen oder einen Kranz für die Bestattung zu kümmern.

„Ein guter Kondolenzbrief spendet vor allem Trost“, resümiert Clemens Hoyos. Denn die Hinterbliebenen wollen doch vor allem eines: Sie wollen in ihrer Trauer verstanden werden.

Von Ute Sommer

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