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Petzow ehrt Gartenkünstler

150.Todestag von Peter Joseph Lenné Petzow ehrt Gartenkünstler

Zum 150.Todestag von Peter Joseph Lenné am 23. Januar werden Petzower und Werderaner am Denkmal des Gartenkünstlers an dessen Werk am Schwielowsee erinnern. In Petzow, auf einer Anhöhe, hat der Gartengestalter seinen Park immer vor Augen. Er ist heute wie damals ein Besuchermagnet.

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Eine Lenné-Büste im Petzower Park erinnert an den Gartenarchitekten, der den Ort wesentlich mitgestaltet hat.

Quelle: Christel Köster

Petzow. Aus Zeitmangel soll sich der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné (1789–1866) selbst keinen eigenen Garten gegönnt haben. Dafür hat er unzählige Gärten und Parks unter anderen in Berlin, Potsdam und Umgebung gestaltet. Als Unesco-Welterbe ist beispielsweise der weltbekannte Park von Sanssouci in Potsdam ausgezeichnet.

Grüne Spuren, wenn gerade auch mit Schnee bedeckt, hinterließ der geborene Bonner auch in Petzow am Haussee. Die Büste Lennés steht dort auf einer Anhöhe – von da aus kann der versteinerte Landschaftsarchitekt täglich auf sein lebendiges Werk schauen. Den Park in Petzow hat Lenné im Jahr 1820 auf 800 Meter Länge und 400 Meter Breite angelegt – auf Drängen des Petzower Gutsbesitzers Karl Friedrich August von Kaehne (1775–1857).

Das Ensemble am Haussee erlebte gute wie schlechte Zeiten

In den folgenden Jahren erlebte das Ensemble in Petzow mit Kirche, Schloss, Fischer- und Waschhaus und alter Schmiede am Haussee gute und schlechte Zeiten. „Aber es hat mit dem Park nie an Faszination und Anziehungskraft verloren“, sagt Karl-Heinz-Friedrich, Vorsitzender des Petzower Heimatvereins. Gemeinsam mit Petzowern und Gästen wird der Verein am Sonnabend, dem 150. Todestag des Künstlers, am Denkmal an Lenné’s Bedeutung für den Werderaner Ortsteil Petzow erinnern.

Die Geltower Heimatschriftstellerin Marie Goslich beschrieb 1907 den Park und die Kulturlandschaft Petzow als ungepflegt und verwahrlost. Daran hat sich viele Jahre nichts geändert. „Davon zeugten zu Beginn der Rekonstruktion 1979 der sechzigjährige Wildaufwuchs im gesamten Parkbereich sowie hoch überwachsene Parkwege“, heißt es in der Ortschronik.

Im Jahr 1989 jährte sich am 29. September der Geburtstag des Gartengestalters zum 200. Mal. 80 Vertreter des Internationalen Rats für Denkmalpflege Icomos aus 21 Ländern wollten sich aus diesem Anlass von der Denkmalpflege in Petzow überzeugen. Landschaftsplaner, Petzower und Helfer hatten es bis zum Jubiläum geschafft, den Besuchern einen gepflegten Park zu präsentieren.

Der Park braucht immer pflegende Hände

„Doch der Park braucht immer pflegende Hände, für die Stadt als jetziger Eigentümer eine ständige Herausforderung“, sagt Friedrich. „Es wird viel von der Stadt gemacht, um den Bestand zu erhalten und zu pflegen, die Sichtachsen frei zuhalten. Was nicht heißt, dass es ausreichend ist.“ Ein Großteil der Bäume seien inzwischen nummeriert, aber diverse Lücken im Bewuchs unschön. Die Wege müssten regelmäßig freigeschnitten werden. Auch der Haussee war schon mehr als einmal ein Pflegefall. So mussten in der Vergangenheit große Mengen des minderwertigen Weißfisches abgefischt werden, damit der See und sein Innenleben nicht ohne Sauerstoff im Schlamm ersticken.

Für Fontane war der Petzower Park eine besondere Schöpfung, über die er im Spätsommer 1869 bei seinen Aufzeichnungen ins Schwärmen geriet. Genau dort suchte auch in der Telenovela „Bianca – Wege zum Glück“ ihren Lebenssinn. Im liebevoll sanierten Waschhaus lebten bei einer neuen Märchenfilmproduktion Jorinde und Joringel auf.

Ortsbeiratsvorsitzender Bernd Hanike gibt sich nicht unzufrieden. „Das Dorf- und Parkensemble Petzow hat sein prägendes Erscheinungsbild von etwa 1820 erhalten können. Dafür haben sich der Ortsbeirat, der Heimatverein und die Stadt Werder eingesetzt, zuletzt beim Wiederaufbau von zwei Ziegeltürmen“, sagt Hanike. Petzow sei ein Geschichtsbuch zum Anfassen und Durchschreiten und genau das wollen alljährlich unzählige Besucher erleben. Sie können sich in diesem Jahr auf das 10. Petzower Parkfest freuen und den 15. Geburtstag des Heimatvereins. Er hat dem Waschhaus ein neues Innenleben geschenkt, in dem die Geschichte des Dorfes wieder spürbar ist.

Lehrling und Meister

Eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von Peter Joseph Lenné findet zum 150. Todestag am Sonnabend, 23. Januar, um 11 Uhr an der Büste im Petzower Park statt. Der Ortsbeirat und Heimatverein Petzow e.V. erwarten auch Nachfahren der ehemaligen Gutsbesitzerfamilie von Kaehne.

1781 in Bonn geboren, absolvierte Lenné eine Gärtnerlehre. Studienreisen führten ihn nach Süddeutschland und Paris.

Voller Ideen gestaltete Lenné den Park von Sanssouci um. Ihm verdankt der Berliner Tiergarten sein heutiges Gesicht. In Zusammenarbeit mit dem Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entstand die Anlage am Schloss Charlottenhof. Auf seine Pläne geht auch der Klosterbergegarten in Magdeburg zurück.

1816 kam Lenné nach Potsdam, wo er die nächsten 50 Jahre bis zu seinem Tode blieb. Zunächst arbeitete er als Gartengehilfe. Einer seiner ersten Jobs war die Umgestaltung des Parks von Schloss Glienicke. 1824 stieg er zum Gartendirektor auf.

Als Visionär hatte er genaue Vorstellungen, wo künftig welcher Baum Schatten spenden sollte. Freie Blicke in die Landschaft lagen ihm am Herzen. Dafür komponierte er Sichtschneisen.

Die einstige Gartenbauschule in Werder trug den Namen des Gartenkünstlers.

 

Von Regine Greiner

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