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Stilles Gedenken in Halbe

Volkstrauertag in Dahme-Spreewald Stilles Gedenken in Halbe

Am Sonntag sind Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche in Halbe zusammengekommen, um der Toten am Volkstrauertag zu gedenken. Pfarrer Jürgen Behnken hielt einen Gedenkgottesdienst n der Dankeskirche ab, draußen wurde ein Kranz niedergelegt. Die Organisatoren freuten sich, dass es in diesem Jahr keine rechten Aufmärsche gab.

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Vizelandrat Karl-Heinz Klinkmüller und Ordnungsamtsleiterin Silvia Enders gedenken der Toten.

Quelle: Heidrun Voigt

Halbe. Mit einer feierlichen Gedenkveranstaltung wurde der Volkstrauertag am Sonntag im Landkreis Dahme-Spreewald begangen. Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche gedachten in Halbe still der Menschen, die durch Krieg, Gewaltherrschaft oder wegen ihrer Religion und Überzeugung das Leben lassen mussten.

„Alles Gedenken ist halbherzig, wenn es in der Vergangenheit bleibt und keine Kraft für die Gegenwart findet“, mahnte Pfarrer Jürgen Behnken beim Gottesdienst in der Dankes-Kirche. Er sprach davon, dass der Volkstrauertag ein Tag der Orientierung sei, der erinnere, um falsche Wege zu vermeiden. Behnken begrüßte besonders Bürger aus Ketschendorf. Die Opfer aus dem ehemaligen Lager der sowjetischen Besatzungsmacht dort wurden auf dem Waldfriedhof Halbe beerdigt.

In seiner Predigt erzählte der Geistliche, wie er sich mit seinem Schwiegervater auf eine Reise in die Vergangenheit begeben hatte. Der Schwiegervater musste als Vierzehnjähriger aus Pommern fliehen. „Sein Ziel war einfach zu überleben“, so Behnken. Immer wieder zog er Parallelen zu den Flüchtlingen heute. „Vielleicht müssen wir entscheiden, wer unsere Hilfe nötiger hat, aber auch dann lassen Sie uns immer den Menschen in den Flüchtlingen sehen“, sagte Jürgen Behnken.

Kranzniederlegung in aller Stille

Im Anschluss an den Gottesdienst legten die knapp 50 Teilnehmer, unter ihnen Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU), Kreistags-Vorsitzender Martin Wille (SPD) und Vizelandrat Karl-Heinz Klinkmüller (CDU), auf dem Waldfriedhof am Mahnmal in aller Stille Kränze nieder. Nach einem aus der Ferne klingenden Trompetensolo betete Pfarrer Behnken zusammen mit den Anwesenden das Vaterunser.

„Heute können wir in stiller Würde gedenken. Bis zum vergangenen Jahr haben wir am Vorabend immer noch die Straße besetzt, um rechten Aufmärschen vorzubeugen“, sagte Halbes Bürgermeister Ralf Kunze (Bürgerbündnis freie Wähler). Er ist dankbar, dass Pfarrer und Kirchengemeinde „inhaltlich und organisatorisch den Volkstrauertag aufgenommen haben“. Auch Vizelandrat Karl-Heinz Klinkmüller (CDU) ist erleichtert: „Die vergangenen Jahre waren schwierig. Mit der Kirche haben wir einen angemessenen Rahmen für diesen Tag.“

Hannelore Javerka nahm als Einwohnerin am Gottesdienst teil. „Mein Mann hat als Kind den ganzen Schrecken bis 1945 miterlebt“, erzählte die alte Dame, die 1959 aus Münchehofe nach Halbe gezogen ist. Sie findet es richtig, dass auf einer solchen Veranstaltung an die Opfer erinnert wird. „Das darf man nicht vergessen. Vor allem nicht, weil wieder so viel Schreckliches in der Welt passiert, das einen so mitnimmt.“

Von Heidrun Voigt

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