Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
So ist das Haustier auch nach Herrchens Tod gut versorgt

Abschied So ist das Haustier auch nach Herrchens Tod gut versorgt

Stirbt ein Angehöriger, ist das für Verwandte und Freunde schmerzhaft. Doch was ist eigentlich mit dem Haustier des Verstorbenen? Wer sich rechtzeitig Gedanken um die Versorgung macht, kann seinem Tier vieles ersparen – denn es leidet mit.

Voriger Artikel
Lieder für die Ewigkeit
Nächster Artikel
Andrea Richau ist seit 20 Jahren Trauerrednerin

Tierhalter legen am besten schriftlich - etwa in einem Testament - fest, was nach ihrem Tod mit dem Haustier geschehen soll.

Quelle: dpa-tmn

Potsdam..  

Im Fall der Fälle hat es sicher nicht oberste Priorität, trotzdem sollte es gut überlegt sein: Was passiert eigentlich mit dem eigenen Haustier, wenn man stirbt? „Jedes Tier leidet an dem Verlust seiner Bezugsperson“, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Bei Tieren, die eine enge Bindung zum Menschen aufbauen, zum Beispiel Hunde, sei dies besonders deutlich. Damit der eigene Tod für die Vierbeiner nicht schlimmer als nötig wird, können Besitzer vorsorgen.

So ist es wichtig, sich langfristig Gedanken zu machen, was mit dem Haustier geschehen soll. Das Ergebnis dieser Überlegungen sollte im Testament vermerkt und mit Angehörigen und Freunden besprochen werden. Wenn es keine Regelung zum Verbleib des Tieres gibt, wird es durch das zuständige Veterinäramt vermittelt. Meist landet es dann im Heim.

Wer das nicht will, hat mehrere Möglichkeiten. Zum einen können Besitzer in ihrem Testament festlegen, wer von den Erben das Tier bekommen soll. Damit es gut versorgt ist, macht es Sinn, das Erbe an Auflagen zu knüpfen: Dafür legt man im Testament fest, was die Erben zu tun haben, zum Beispiel Tierarztbesuche oder die Gabe bestimmter Medikamente. „Wenn die Leute das nicht machen, bekommen sie das Erbe nicht“, erklärt Stefanie Herzog, Erbrechtsexpertin beim Deutschen Anwaltverein.

Eine weitere Möglichkeit ist, jemanden als Vermächtnisnehmer einzusetzen. Das ist hilfreich, wenn Besitzer ihr Tier Menschen anvertrauen wollen, die keine Erben sind. Durch das Vermächtnis wird sichergestellt, dass sie die Versorgung übernehmen und das Tier beispielsweise nicht von Angehörigen ins Tierheim gegeben wird. Auch dabei ist es möglich, das Vermächtnis an Auflagen zu binden. Wer sein Tier auch finanziell gut versorgt wissen will, kann ein Zweckvermächtnis aufsetzen und einen Betrag festlegen, der an Ausgaben für das Tier gebunden ist. Rechtsanwältin Herzog rät, in Testament oder Vermächtnis immer auch Ersatzpersonen anzugeben. Schließlich könne es vorkommen, dass die Umstände sich ändern und die eigentlichen Erben das Tier nicht nehmen können. Egal, wie sie sich entscheiden – Besitzer sollten mit den jeweiligen Bekannten oder Verwandten vorher genau besprechen, was mit dem Haustier geschehen soll. Denn niemand ist gezwungen, ein Erbe anzutreten.

Um die Zeit bis zur Testamentsverkündung zu überbrücken, können Tierhalter außerdem eine Betreuungsvollmacht ausstellen. Darin wird festgelegt, wer sich um die Versorgung des Haustieres kümmert, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Herzog empfiehlt, das Dokument nicht bei den Testamentsunterlagen aufzubewahren, sondern dem Bevollmächtigten direkt zu geben.

Von Julia Ruhnau

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Trauer & Gedenken
Friedhofsimpressionen

Bilder von Friedhöfen der Region Brandenburg

Ratgeber im Trauerfall