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Waldfriedhof soll Kultur-Park werden

Rettung in Stahnsdorf Waldfriedhof soll Kultur-Park werden

Der Waldfriedhof in Güterfelde rückt mehr in die Öffentlichkeit. Der Förderverein Hans-Altmann-Park will das denkmalgeschützte Areal in Stahnsdorf erhalten und wiederbeleben. Jetzt plant der Verein eine Begehung mit der Bauaufsicht, um die nötigsten Mindest-Sanierungen aufzulisten. Dann will er Sponsoren für die Kapellen-Sanierung suchen.

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Geboren hinter Gittern

In der sanierten Kapelle auf dem Waldfriedhof Güterfelde könnten auch einmal Trauungen stattfinden. Foto: F. Bungert

Güterfelde. Mit einer Veranstaltung zum 80. Todestag von Max Schreck, dem Darsteller des Grafen Orlok in „Nosferatu“ (1922) machte der Förderverein Hans-Altmann-Park auf ein allzu oft vergessenes Stückchen Geschichte in Stahnsdorf aufmerksam: Den Waldfriedhof Güterfelde. Rund 50 Interessierte hatten sich am Samstag eingefunden, um zunächst an der Gedenkstele des Schauspielers mehr über dessen Leben und auch die Geschichte der drei Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf zu erfahren. Die Gemeinde hatte einen Kranz geschickt, den CDU-Fraktionschef Daniel Mühlner in Ermangelung eines Verwaltungsmitarbeiters an der Grabstelle von Schreck niederlegte.

Etliche interessierte Besucher folgten der Einladung zur Führung über den Friedhof am Sonnabend

Etliche interessierte Besucher folgten der Einladung zur Führung über den Friedhof am Sonnabend. Hier an dem opulenten Mausoleum von Kurt Hoffmann. Wahrscheinlich ist es das größte seiner Art im Land Brandenburg.

Quelle: Friedrich Bungert

Bei der Führung über den Friedhof erfuhren die Besucher nicht nur Interessantes über die Kriegsgräber, die Gedenkstätte für alle in Sachsenhausen ermordeten Polen und Deutschen, sondern sie hatten auch die seltene Gelegenheit, die sanierungsbedürftige Kapelle von innen zu besichtigen. Mit der Veranstaltung machte der Verein auf den naturbelassenen Friedhof aufmerksam, der in Güterfelde an den Südwestkirchhof angrenzt. Ziel ist die Umwandlung des gesamten Areals in einen Park, der den Namen seines Schöpfers – Hans Altmann – tragen und eine weitere Heimat für Kunst und Kultur werden soll. Mitglied werden kann jeder – als Sponsor oder als Aktiver. Hilfe wird gebraucht im Frühjahr und im Herbst beim großen Putz, bei den Führungen, beim Verteilen von Flyern etwa am Tag der Vereine, oder später als Helfer bei der Sanierung der Kapelle, wirbt Vereinschefin Anja Zander.

Die sanierungsbedürftige Kapelle auf dem Waldfriedhof

Die sanierungsbedürftige Kapelle auf dem Waldfriedhof.

Quelle: Friedrich Bungert

Das erste große Ziel wurde bereits erreicht: Der Bezirk Wilmersdorf hat sich entschlossen, das zwölf Hektar große Areal nicht aufzuteilen, sondern entweder als Ganzes oder gar nicht zu veräußern. Filetstücke als eventuell bebaubare Randstücke gibt’s also nicht einzeln. Ob der Verein selbst Kaufinteressent sei, ließ Zander offen: „So weit sind wir noch lange nicht“, sagte sie. Der Verein besteht seit 2012. Der Unterhalt für den Friedhof kostet das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf rund 35 000 Euro pro Jahr, weiß Zander. Der Verein will jetzt Sponsoren suchen, um zunächst die Kapelle so weit zu sanieren, dass man sie für Lesungen, kleine Konzerte, vielleicht auch als Proberaum für Jugendbands nutzen könne. Auch als Trauungsraum wäre sie ein schönes Ambiente für nicht konfessionell gebundene Paare, so Zander.

Die sanierungsbedürftige Kapelle auf dem Waldfriedhof

Versteckt an der Landesstraße 40 bei Kienwerder liegt der Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde. Dort liegt Max Schreck begraben – der Graf Orlok in Murnaus Meisterwerk „Nosferatu“. An den Schauspieler ist jetzt anlässlich seines 80. Todestages erinnert worden. Für die Besucher gab es zudem Einblick in die Kapelle des Friedhofs. Dort will der Förderverein Hans-Altmann-Park ein kulturelles Zentrum etablieren.

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Der nächste Schritt ist eine Begehung mit der Bauaufsicht, um herauszufinden, welche Mindest-Sanierungen nötig wären. Sonst möchte der Verein auf dem Areal, das von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet ist, erst einmal nicht viel ändern. Alle Mieter in Gebäuden sollten bleiben können. Darin unterscheidet sich der Förderverein von der „Arbeitsgruppe kleines Paradies“, die unter anderem im Verwaltungsgebäude eine kostenlose Wohnung für Akut-Bedürftige angedacht hatte; eine Küchengärtnerei oder auch ein Café. Auch die Initiative um die Stahnsdorfer Künstlerin Stella Sander und die Neonatologin und Esel-Freundin Gabriele Kewitz stellt die Sanierung der Kapelle in den Mittelpunkt, neben Naturbeobachtungen und anderen Aktivitäten.

Immer noch sehr gut erhalten

Immer noch sehr gut erhalten: Der steinerne Altar in der Kapelle und die großen Standleuchter.

Quelle: Friedrich Bungert

Von Konstanze Kobel-Höller

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