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Meister des Handwerks Auf die Bodenhaftung kommt es an
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00:02 30.03.2019
Meister Markus Arndt kennt sich mit Landmaschinen aus. Quelle: Jacqueline Steiner
Potsdam

„Wäre es nach der Berufsberatung gegangen, wäre ich Dachdecker geworden“, erzählt der frischgebackene Landmaschinenmechaniker-Meister Markus Arndt und lacht. Der Test, den er als Schüler bei der Berufsberatung gemacht hatte, war eindeutig: der Beruf des Dachdeckers entspreche seinen Fähigkeiten am meisten. Dabei hatte der heute 32-jährige Premnitzer schon sehr früh entschieden, dass die Landtechnik für ihn das Richtige ist. Auf dem Hof seiner Tante, auf dem er viele Ferienwochen verbrachte, war für ihn die Technik des Traktors das Interessanteste. Der Technikbegeisterte setzte seinen Willen durch – er wurde Landmaschinenmechaniker und hat jetzt den besten Meisterabschluss seines Gewerks gemacht.

„Dann darf ich dich ja bloß noch mit ‚Sie‘ anreden“, hatte sein Vater gesagt, als er von der Meisterehre des Sohnes hörte. Der meinte nur: „Um Gottes willen, nein!“ Markus Arndt hat Bodenhaftung behalten. Im Beruf und als Privatperson. Dazu mag auch die Lehrzeit beigetragen haben, die nicht gerade leicht war. In seiner Heimat hatte der Premnitzer 2003 keine Lehrstelle finden können. In Rendsburg in Schleswig-Holstein hat es dann geklappt. „Also bin ich mit 16 Jahren dorthin gezogen“, erzählt Markus Arndt. Eine Waschmaschine gab es im neuen Zuhause anfangs nicht. „Ich habe gelernt, die Wäsche in drei Eimern per Hand zu waschen.“ Keine leichte Übung – erst recht nicht für einen Technik-Fan.

Dreieinhalb Jahre hat die Lehre gedauert. Danach zog es den Premnitzer wieder zurück in seine Heimat. Heute arbeitet Markus Arndt bei der Schröder Landtechnik GmbH in Böhne, einem Ortsteil von Rathenow. „Der Landmaschinenmechaniker ist ein sehr werthaltiger Beruf“, sagt der Jung-Meister. Die Technik, die dieser Berufsstand wartet, ist gigantisch und hypermodern. Arndt löst an einem Schlepper der Marke Fendt 936 Vario ein Vorderrad von der Achse. Dieses „kleine“ Rad bringt mehr als 200 Kilo auf die Waage. Und der Experte schwärmt von den technischen Entwicklungen in seiner Branche. Mähdrescher der neuesten Generation – absolute Hightech. Die Innovationszyklen bei den Neuentwicklungen werden immer kürzer. „Ich gehe in dem Beruf auf“, sagt er. Als Landmaschinenmechaniker-Meister kümmert er sich um „alles aus dem Portfolio der Landtechnik“.

Der Meisterbrief hatte ihn eigentlich schon kurz nach der Gesellenprüfung sehr gereizt. Sein jetziger Arbeitgeber, die Schröder Landtechnik GmbH, machte es ihm dann möglich, diese Top Qualifikation im Handwerk angehen zu können. Sozusagen in Vollzeit in der Nebensaison. „Von April bis Oktober ist bei uns Hauptsaison in der Arbeit“, erklärt Arndt. Aber in den späten Herbst- und den Wintermonaten ging es für ihn auf die Schulbank – mit finanzieller Unterstützung durch das Unternehmen. Und mit klarer beruflicher Perspektive im Unternehmen, das seinen Hauptsitz im niedersächsischen Wildeshausen hat. Markus Arndt soll demnächst Werkstattleiter werden: „Das war ein riesiger Ansporn für mich.“

„Das machste schon“, hat er in den vergangenen Monaten oft gehört. Von seiner Familie und seinen Freunden. Und er machte es richtig gut. Auch wenn seine Lehrzeit schon ein paar Jährchen zurücklag. „Ein knappes Jahrzehnt Lebens- und Berufserfahrung ist bestimmt kein Nachteil“, meint der Jung-Meister rückblickend. Für ihn jedenfalls sei das der vernünftige Weg gewesen.

Schon seit Anfang März dieses Jahres ist er an zwei Standorten der Firma Schröder Landtechnik für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig – im brandenburgischen Böhne und in Kleinmangelsdorf in Sachsen-Anhalt. Die Ausbildungsberechtigung hat er mit der bestandenen Meisterprüfung erworben. Ausbildung ist für ihn „ein großes Herzensthema“. Denn: „Es ist mir wichtig, neue Fachleute für diesen Beruf heranzuziehen.“

Von Ute Sommer

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