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Meister des Handwerks Elektrotechniker ist der Primus
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00:03 30.03.2019
Steffen Bonin zeigt in einer Werkstatt der Handwerkskammer eine Anlage zur Gebäudeautomation. Quelle: JACQUELINE STEINER
Potsdam/Götz

Schon ein kurzer Stromausfall kann in einer digitalisierten Gesellschaft schwerwiegende Folgen haben. In IT-Netzwerken beispielsweise gibt es deshalb Systeme für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Das ist das Spezialgebiet von Elektrotechnikermeister Steffen Bonin. Der 28-Jährige aus Velten (Oberhavel) arbeitet als Projektleiter bei einem Unternehmen, das entsprechende Lösungen anbietet. „Wir arbeiten mit zwei Stromquellen und zwei Netzteilen“, erklärt er. Wichtig ist, dass das Umschalten ohne jede Verzögerung klappt.

Der Jungmeister ist im Unternehmen auch als Ausbilder eingebunden. Da ist es nützlich, dass er altersmäßig noch nah dran ist am Nachwuchs. „Ich finde schnell einen Draht zu den Jungs“, sagt er. Auf seine Kompetenz können die Auszubildenden voll vertrauen. Die Meisterausbildung hat Bonin nicht nur als Bester seines Gewerks abgeschlossen, er hat sogar die beste Prüfung des ganzen Jahrgangs abgelegt. Als Meisterstück musste er unter anderem die Elektrik einer Förderbandanlage für den Schüttguttransport entwerfen und installieren, inklusive Notausschalter und weiteren Sicherheitseinrichtungen zum Schutz der Technik und des Betreibers. Auch eine klassische Hausinstallation, eine Gebäudeautomationsanlage und die Programmierung einer Alarmanlage waren Teil der Meisterprüfung.

Auf die Meisterfeier hat sich Steffen Bonin sehr gefreut. „Das ist eine Ehre und Anerkennung für die viele Zeit, die man in die Ausbildung investiert hat“, sagt er. Und es sei gut, den Erfolg gemeinsam zu feiern, schließlich seien gute Ergebnisse in der Prüfung immer auch das Ergebnis gemeinsamer Arbeit in Lerngruppen gewesen. Es sei ein schönes Erlebnis gewesen, mit Gleichgesinnten auf ein Ziel hinzuarbeiten. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch seine Frau, welche ihm immer zur Seite stand, wenn er die Zeit zum Lernen brauchte. An den Unterricht denkt er gern zurück. Die Ausstattung der Werkstätten im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz und die Betreuung durch die Lehrgangsleiter seien sehr gut gewesen.

Steffen Bonin wusste schnell, wohin er beruflich wollte. Physik und Mathe waren in der Schule seine starken Fächer. Da wäre auch ein technisches Studium in Frage gekommen. Aber sein Großvater war Handwerksmeister, sein Vater ist Elektromeister. Da war es für ihn keine Frage, dass er in seiner Arbeit auch etwas Praktisches tun wollte. Und auch der Meistertitel war schnell eingeplant. Ein Schlüsselerlebnis war es für ihn, als er seinem Vater beim Streichen eines Zauns zusah. „Mich hat die Sorgfalt fasziniert, mit der er arbeitete“, berichtet er. Das wollte er sich zum Vorbild nehmen.

Seine Entscheidung gegen ein Studium und für das Handwerk hat der Jungmeister nie bereut. Mit der Meisterausbildung habe er sich umfangreiche Kompetenzen in allen Feldern der Elektrotechnik erworben. Gemäß dem „Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen“ (DQR) entspricht der Meistertitel zudem dem Bachelorabschluss an einer Hochschule. So wurde es vereinbart, um die gesellschaftliche Anerkennung der handwerklichen Ausbildung auszudrücken. Seit Februar absolviert Bonin in Absprache mit seinem Arbeitgeber zusätzlich die Weiterqualifikation zum geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung machen, der auf einer Stufe mit dem akademischen Masterabschluss steht.

Die Elektrotechnik ist für Steffen Bonin, der seit Anfang des Jahres verheiratet ist und in seiner Freizeit Rennradsport betreibt, ein immer wieder spannendes Fachgebiet. Die Vielfalt der Themengebiete ist groß, das Entwicklungstempo rasant. Natürlich ist es eine Herausforderung, sich da immer auf dem Laufenden zu halten. „Man muss immer auf dem Stand der Technik bleiben“, sagt der Veltener. Auch die Fachvorschriften und Normen werden regelmäßig angepasst. Aber er hat keine Sorge, irgendwann einmal nicht mehr mithalten zu können. Und es ist ihm wichtig, sich den Herausforderungen zu stellen. Es gibt schließlich viele Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.

Von Ulrich Nettelstroth

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