Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Meister des Handwerks Gut auf Betriebsführung vorbereitet
Anzeigen & Märkte ANZEIGE Meister des Handwerks Gut auf Betriebsführung vorbereitet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:04 30.03.2019
Malermeisterin Madleen Knauft (29) hat sich zur Betriebswirtin weiterqualifiziert, um später den Betrieb des Vaters in Nauen zu übernehmen. Quelle: Danilo Hafer
Nauen

Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Steuern, Personalführung, Marketing, rechtliche Rahmenbedingungen – angehende Betriebswirte nach Handwerksordnung haben in ihrer knapp zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung ein umfangreiches Programm zu absolvieren. Malermeisterin Madleen Knauft aus Nauen (Havelland) hat das alles hinter sich und damit den höchsten möglichen Abschluss im Handwerk erreicht.

Sie ist froh, die Zusatzqualifikation erworben zu haben. „In der Meisterschule steht die Betriebsführung nicht so sehr im Vordergrund“, erklärt sie. Jetzt kann sie besser erkennen, wo in den Betriebsabläufen etwas optimiert werden kann. Auch bei der Buchführung und für die Kalkulation der Angebote sieht sie sich durch den bundesweit anerkannten Abschluss, den sie im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz (Potsdam-Mittelmark) erworben hat, besser aufgestellt. Und sie hat ein tieferes Verständnis dafür, worum es geht, wenn sie mit dem Steuerberater spricht. Das Managementwissen kann die 29-Jährige gut gebrauchen, denn sie ist schon fest in die Leitung des Familienbetriebs eingebunden.

Mit 16 festen Mitarbeitern und zwei Auszubildenden übernimmt die Nauener Firma Aufträge im ganzen Havelland und in Berlin, vor allem aber in Potsdam. Derzeit haben die Nauener im Rathaus der Landeshauptstadt zu tun, auch bei Schulsanierungen oder Großbaustellen der städtischen Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam waren sie beteiligt. Dann vertritt Knauft ihr Unternehmen in Baubesprechungen, an denen Architekten, Planer und andere Gewerke vertreten sind. In solchen Runden ist sie oft die einzige Frau. „Da werde ich manchmal skeptisch angeschaut, bis die anderen merken, dass ich Fachwissen mitbringe“, sagt sie.

Das hat sie sich gründlich erworben. Nach dem Abitur ging Madleen Knauft zur Ausbildung in den Familienbetrieb, den ihr Vater 1990 gegründet hatte. Zu diesem Zeitpunkt war es schon klar, dass sie die Firma später einmal übernehmen sollte. „Ich habe das selber entschieden, meine Eltern haben mir die Wahl gelassen“, betont sie. Zwischenzeitlich hatte sie erwogen, sich mit einem Bauingenieurstudium umfassender zu qualifizieren. Aber dann hat sie doch den praxisbetonten Weg im Malerhandwerk gewählt. 2013 machte sie ihre Meisterprüfung, 2016 begann sie die Weiterbildung zum Betriebswirt. Beruhigend ist es für sie, dass sie noch Zeit hat mit der Betriebsübernahme. „Mein Vater ist 55 Jahre alt und steht noch voll im Beruf“, erklärt Knauft. Aber sie vertritt ihn schon, beispielsweise wenn er im Urlaub ist. Ihr Arbeitsplatz ist in der Regel das Büro, denn die Koordination eines Betriebs in dieser Größenordnung stellt hohe Anforderungen. Da genießt sie es, wenn sie zur Bauüberwachung auch mal wieder unter Leute kommt.

Die Auftragsbücher des Malerbetriebs sind voll. Die Beschäftigten übernehmen den Innen- und Außenanstrich von Häusern und den Fassadenputz, außerdem bringen sie die Wärmedämmung an und verlegen viele Bodenbeläge. Tapeziert wird heutzutage eher selten, verrät die Malermeisterin. In den Innenräumen sind eher glatte Wände mit Anstrich gefragt. Die dürfen auch gerne einmal farbig sein, aber überwiegend in hellen Farbtönen oder in Graustufen. „Vor kräftigen Farbtönen scheuen die meisten Bauherren zurück“, erklärt sie. Dabei würde Knauft sich manchmal mehr Möglichkeiten zur Kreativität wünschen. Wenn ein Kunde beim Blick auf die Farbkarte noch zögert, bietet sie auch die Möglichkeit, die Wirkung mit einer Musterfläche an der Wand zu testen. Gefällt die Farbe nicht, wird einfach wieder überstrichen.

Von Ulrich Nettelstroth

Michael Burg bringt den Meister an den Betrieb. Welche Fallstricke bei Übernahmen lauern und warum bei guter Konjunktur weniger Handwerker gründen, erklärt der Experte für Betriebsberatung und Wirtschaftsförderung bei der Handwerkskammer Potsdam im Interview.

30.03.2019

Ramona Pachal machte vor 25 Jahren ihren Meister. Sie wollte nach der Wende nicht arbeitslos werden. Wellenlegen, Toupieren und Tricks, wie aus wenig viel gemacht werden kann: „Meine DDR-Kenntnisse kamen mir zugute.“ Sie musste aber auch erfahren, wie wichtig Unterstützung ist.

30.03.2019

Die Actionkomödie „Manta, Manta“ mit Til Schweiger aus den 1990er Jahren brachte Sven Löser letztlich zum Lackiererberuf. Nach mehreren Jahren im Ruhrgebiet kehrte er in seine Heimat Nuthetal zurück und entschied sich, eine Meisterausbildung zu machen.

30.03.2019