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Meister des Handwerks Herr im eigenen Betrieb
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00:01 30.03.2019
Der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst (l.), und der Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig (r.). Quelle: Friedrich Bungert; Montage: Katharina Ibendorf
Potsdam

241 Meister haben jetzt ihren Meisterbrief bekommen. Sie haben beste Chancen, als Firmenchefs Karriere zu machen.

Im vergangenen Jahr konnten Jungmeister bis Mitte Dezember einen Antrag auf den Meisterbonus stellen – ein Landeszuschuss von immerhin 1500 Euro. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Robert Wüst: Seit letztem Jahr führen wir mit dem Land Gespräche, um den Meisterbonus auch für 2019 zu sichern. Der Bonus muss bleiben! Und wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

Andere Bundesländer geben mehr Geld. Bremen zum Beispiel belohnt seine Jungmeister mit 4000 Euro. War das schon mal Thema in Gesprächen mit der Brandenburger Landesregierung?

Wüst: Klar würden wir uns auch in Brandenburg über eine noch höhere Unterstützung freuen. Das sagen wir auch der Landesregierung. 1500 Euro für jeden Meisterabsolventen sind aber keine Kleinigkeit und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Ralph Bührig: Der Meisterbonus hilft, junge Handwerkerinnen und Handwerker für die Meisterausbildung zu motivieren. Unsere Forderung an die Landesregierung ist aber, dass wir da nicht stehen bleiben dürfen. Wenn Politik jetzt endlich auch die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung betont, muss das bei den Kosten ebenso gelten! Genauso wie das Studium kostenfrei ist, müssen auch die Aufwendungen für die Meisterausbildung und für andere Fortbildungsabschlüsse komplett staatlich finanziert werden. Und da gibt es noch eine große Ungerechtigkeit.

Eine Betriebsübernahme kann für Jungmeister attraktiv sein

Um in den Genuss des Meisterbonus zu kommen, müssen die Antragsteller ein Beratungsgespräch bei der Handwerkskammer zur Selbstständigkeit und Unternehmensnachfolge wahrnehmen. Wie viele der 241 Jungmeister werden sich wohl selbstständig machen?

Bührig: Das ist schwer zu sagen. Einige der neuen Meister führen ja schon ihren eigenen Betrieb. Andere planen die Selbstständigkeit oder schließen sie zumindest nicht aus. Viele neue Meister wollen ihre Qualifikation aber auch nutzen, um mehr Verantwortung als Angestellte in ihrem Betrieb zu übernehmen.

Wüst: Gerade in der guten Konjunkturphase, in der sich das Handwerk derzeit befindet, ist diese Entwicklung nicht überraschend. Fachkräfte sind gefragt. Sie können mit der Meisterqualifikation auch Karriere im Angestelltenverhältnis machen.

Wie sind die Reaktionen der neuen Meister auf die Beratungsgespräche der Kammer?

Wüst: Die Beratungen sind vor allem auch dazu da, um deutlich zu machen, dass viele Handwerksfirmen zur Übernahme bereitstehen. Wir wollen die Jungmeister dafür sensibilisieren, dass eine Betriebsübernahme viele Chancen bieten kann, speziell denjenigen, die sich im Vorfeld vielleicht nicht diese Gedanken gemacht haben.

Bührig: Niemand wird sich allein wegen eines zweistündigen Gesprächs für eine Betriebsübernahme entscheiden. Aber wir wollen die Möglichkeiten sowie die Beratungsleistungen der Handwerkskammer und bestehende Förderprogramme ins Bewusstsein rufen. Die Unterstützung unserer Betriebe bei der Unternehmensnachfolge ist eine der großen Herausforderung in den nächsten Jahren.

Fördertöpfe für künftige Firmenchefs

Welche Fördermöglichkeiten gibt es denn für einen Meister und Firmenchef in spe?

Wüst: Ich denke da an die bis zu 30-prozentige GRW-Förderung von Neuinvestitionen, an das Mikrokreditprogramm des Landes oder an die Hilfen der Bürgschaftsbank. Und natürlich die Meistergründungsprämie. Also, da gibt es schon einige Fördertöpfe, die zur Verfügung stehen. Unsere Betriebsberater helfen gern dabei, passende Programme zu finden.

Sie sprachen von einer guten Konjunktur. Ist sie tatsächlich noch so gut? Immerhin gibt es erste Anzeichen einer Eintrübung.

Wüst: Im April präsentieren wir die aktuellen Konjunkturdaten. Aber wir hatten bis zuletzt ein hervorragendes Geschäftsklima im Handwerk. Im Herbst lag die Zufriedenheit bei unseren Betrieben bei 95,6 Prozent. Es stimmt zwar, dass für dieses Jahr eine leichte Abschwächung der Gesamtwirtschaft prognostiziert wird, aber wir gehen immer noch von einem sehr guten Handwerksjahr 2019 aus.

241 Meister haben jetzt ihren Meisterbrief. Wie sieht für Sie der ideale Meister aus?

Bührig: Er muss sein Handwerk lieben und sein Handwerk verstehen. Er ist offen für viele neue Dinge. Kreativität ist wichtig. Und Geschäftsmann zu sein, schadet am Ende auch nicht.

Wüst: Sie müssen sich die 241 Meister nur ansehen. Der ideale Meister hat Spaß am Beruf, den Ehrgeiz, weiterzukommen und sich fortzubilden. Und er hat das Interesse, seine Kenntnisse weiterzugeben.

Als Ausbilder von Lehrlingen?

Bührig: Die Ausbildung junger Menschen hat im Handwerk immer eine große Rolle gespielt. Mit dem Meisterbrief sind unsere Absolventen berechtigt, als Ausbilder tätig zu werden. Und wir freuen uns, wenn davon zahlreich Gebrauch gemacht wird. Denn die Sicherung des Berufsnachwuchses im Handwerk ist wichtiger denn je. Unsere Aufgabe ist es, die Betriebe bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Gemeinsam mit den Betrieben wollen wir junge Leute von den vielfältigen Berufschancen überzeugen und ihnen die Karrierewege im Handwerk aufzeigen. Und der Abschluss als Handwerksmeister ist dafür ganz wichtig. Er steht für fachliche Qualifikation, soziale Absicherung und eben Ausbildung.

Von Ute Sommer

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