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Meister des Handwerks In Sachen Agrartechnik ganz vorn dabei
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00:03 30.03.2019
Tilo Jänsch. Quelle: Julian Stähle
Götz

Tilo Jänsch, Geschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, blickt in Richtung Decke der neuen Land- und Baumaschinenhalle. „Acht Meter hoch ist die Halle“, erklärt er. „Wir können hier auch mit der ganz großen Technik reinfahren.“ Hier – das ist das Zentrum für Gewerbeförderung in Götz (Potsdam-Mittelmark). Im vergangenen Jahr wurde in der Bildungsstätte des Handwerks die 360 Quadratmeter große Land- und Baumaschinenhalle eröffnet. Sie ist vollgepackt mit neuester Traktoren und Motortechnik. Die Werkstattgrube ist mehr als 20 Meter lang, so dass auch Lkw und Busse genauestens geprüft werden können. „Die Meister werden bei uns an modernster Technik ausgebildet – das ist unser Anspruch“, betont Tilo Jänsch, der das Zentrum für Gewerbeförderung leitet.

Die neue Halle ist ein Beispiel für die jüngsten Investitionen der Handwerkskammer Potsdam in ihre Bildungsstätte. Jänsch zufolge ist Götz, gerade was den Bereich Landmaschinentechnik angeht, führend in den neuen Ländern. Man habe sich hier spezialisieren können und damit ein Alleinstellungsmerkmal in der Ausbildung von Gesellen und Jungmeistern erworben. So kommen die Kursteilnehmer auch aus weit entfernten Regionen. Geschäftsführer Tilo Jänsch: „Sogar der bayerische und der norddeutsche Zungenschlag sind in den Meisterkursen zu hören.“ Zu den Neuanschaffungen in Götz gehört ebenso ein Traktor vom Typ Agrotron 9340 der Firma Deutz-Fahr. Dieser Schlepper hat eine Leistung von mehr als 300 PS. Und selbstverständlich ist dieses Hightech-Gerät mit dem satellitengestützten Ortungssystem GPS ausgestattet. „Mit GPS fährt der Schlepper mit einer Genauigkeit von zehn Zentimetern auf einen Hektar“, schwärmt Tilo Jänsch.

Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden in Götz mehr als zwei Millionen Euro in den Bereich Bildung investiert. Etwa 300.000 Euro davon wurden und werden für Glasfasertechnik ausgegeben. „Heutzutage reden alle über Glasfasertechnik – dann müssen wir auch dafür sorgen, dass Fachkräfte lernen, damit umzugehen“, argumentiert der Geschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam. Die Elektrotechniker sind die Experten, die den berühmten „letzten Meter“ Glasfaser vom Verteiler ins Haus des Nutzers verlegen. Bei der Ausbildung in diesem Bereich sei die Bildungsstätte der Kammer ebenfalls auf dem neuesten Stand, so Jänsch. Viele der Investitionen wurden mit Fördermittel des Bundes und des Landes Brandenburg unterstützt. Eine wichtige Unterstützung für die Zukunft unserer zukünftigen Fach- und Führungskräfte, findet Jänsch.

Über alle Gewerke und Unterrichtsformen hinweg haben im vergangenen Jahr über 650 Meisterschüler die Schulbank in Götz gedrückt. Die Meisterkurse werden entweder in Vollzeit angeboten oder in Teilzeit mit Unterrichtseinheiten jeweils ab Freitagnachmittag und an den Samstagen. Bis zu zweieinhalb Jahre könne die Meisterausbildung dauern, sagt Tilo Jänsch. Der Meister ist als Abschluss dem Bachelor gleichgestellt. Im Vergleich zum Bachelor-Studium sei die Ausbildung im Handwerk aber „wesentlich intensiver, umfangreicher und praxisbezogener“, betont Jänsch. Das sei der größte Unterschied gegenüber einem Studenten, der gerade seinen Abschluss gemacht hat.

„Junge Leute, die gute Noten haben, sind im Handwerk gut aufgehoben“, betont der Geschäftsführer des Zentrums für Gewerbeförderung. Er ist überzeugt davon, dass das Handwerk auch in den nächsten Jahren einen „goldenen Boden“ haben wird. Und mit den zahlreichen Betrieben, die derzeit beim Generationenwechsel im Handwerk zur Übernahme stehen, könne die Grundlage für die eigene berufliche Zukunft gelegt werden. Azubi - Geselle – Meister: Das sind Jänsch zufolge die Stufen der Karriereleiter im Handwerk. „Das ist ein sehr direkter und damit vergleichsweise kurzer Weg, der durchaus als zukünftiger Firmeninhaber enden kann“ sagt der Geschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam.

Von Ute Sommer

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