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Meister des Handwerks Künftig Chefin in dritter Generation
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00:02 30.03.2019
Victoria Ramp hat den Überblick über das Lager des Familienbetriebs. Quelle: Jacqueline Steiner
Brieselang

Im Heizungs- und Sanitärgewerbe ist es wichtig, immer up to date zu bleiben. „Für Trinkwasser und Gas kommen gefühlt alle drei Monate neue Normen und Vorschriften heraus“, sagt Victoria Ramp. Die 29-Jährige kommt also auch nach Abschluss ihrer Meisterausbildung nicht darum herum, regelmäßig Lehrgänge zu besuchen. Es war für sie schon früh klar, dass sie Installateurin und Heizungsbauerin werden und dann auch die Meisterausbildung machen wollte, um später einmal den Familienbetrieb zu übernehmen. „Mein Großvater hat sich immer gewünscht, dass ich die Firma in der dritten Generation weiterführe“, berichtet sie. Miterleben konnte er die Meisterfeier für seine Enkelin nicht mehr, weil er vor Kurzem gestorben ist. Gerhard Ramp hatte den Handwerksbetrieb in Brieselang (Havelland) im Jahr 1963 gegründet, heute führt ihn der Sohn Thomas Ramp. Mit zwölf Beschäftigten hat die Firma eine mittlere Größe und kann auch größere Aufträge wie die Ausstattung von Krankenhäusern oder Schulen abwickeln.

Im praktischen Teil der Meisterausbildung hat Victoria Ramp eine neue Heizungs- und Sanitäranlage nachgebaut, bestehend aus einer Gasheizung mit zwei Heizkreisen, Toilette und Waschtisch – eine anspruchsvolle Aufgabe, die sie ohne Probleme bewältigt hat. In der Männerbranche Sanitär-Heizung-Klima ist Victoria Ramp noch immer eine Ausnahmeerscheinung. „Sowohl in der Ausbildung als auch in der Meisterklasse war ich die einzige Frau“, berichtet sie. Auch Kunden reagieren häufig zunächst einmal überrascht, wenn die junge Installateurin an der Haustür klingelt. Aber die Resonanz sei durchweg positiv. Auch von den Kollegen kämen ausgesprochen positive Reaktionen. „Voraussetzung ist natürlich, dass die Leistung stimmt“, ergänzt die frischgebackene Meisterin-

Dass Anerkennung aus Leistung erwächst, ist die begeisterte Fußballerin aus ihrem mit großem Ehrgeiz betriebenen Hobby gewöhnt. Victoria Ramp hat in Potsdam ein Sportstudium absolviert und ist Innenverteidigerin in der ersten Frauenmannschaft von Forst Borgsdorf, die im vergangenen Jahr immerhin im Landespokalfinale stand und in der Landesliga Platz zwei erreichte. Im Verein hat sie auch ihre Lebensgefährtin kennengelernt. Wegen eines Kreuzbandrisses musste sie in der letzten Zeit sportlich allerdings pausieren. Aber auch während der Meisterausbildung hat sie sich immer ein wenig Zeit für ihren Sport genommen.

Im Beruf richtet sich Victoria Ramp auf weiter steigende Anforderungen ein. Bei den erneuerbaren Energien gibt es viel Bewegung, sei es nun bei Wärmepumpen, bei Lüftungen mit Wärmerückgewinnung oder bei Erdgasheizungen in Kombination mit Solarthermie. Fußbodenheizungen stellen höhere Anforderungen und sind inzwischen Standard, ebenso wie bodengleiche Duschen. Auch Dusch-WCs oder spülrandlose Toiletten werden immer häufiger geordert. Und ganz sicher werden die Innovationen weiter gehen. Die Handwerker müssen also am Ball bleiben.

Von Ulrich Nettelstroth

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