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Meister des Handwerks Metallbau auf dem Wasser
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00:03 30.03.2019
Metallbaumeister Stefan Koch. Quelle: Jacqueline Steiner
Klietz

Seit genau sieben Jahren ist Stefan Koch nun schon bei seinem Arbeitgeber in Klietz angestellt. Aber am Eingangstor muss er immer wieder seinen Ausweis zeigen. Jeden Arbeitstag. Ohne Ausnahme. Denn der gelernte Metallbauer arbeitet bei der Bundeswehr. Genauer: beim Bereich Truppenübungsplatzkommandantur OST in Klietz, direkt an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Da ist die Ausweiskontrolle ein alltägliches Prozedere. Allerdings hat Stefan Koch keine Karriere in Uniform gemacht. Er ist ziviler Mitarbeiter der Bundeswehr. Im Bekannten- und Freundeskreis habe er oft erklären müssen, wie das überhaupt geht: „als Zivilperson bei der Bundeswehr zu arbeiten“, erzählt Stefan Koch. So selten, wie es klingen mag, ist diese Laufbahn gar nicht. Am gesamten Bundeswehr-Standort Klietz sind „etwa 60 Soldaten und 180 zivile Mitarbeiter tätig“, wie der Presseoffizier des Standorts, Hauptmann Patrick Becker, erklärt.

Und doch ist der berufliche Weg von Stefan Koch etwas Besonderes. Er ist der Erste, der in Klietz mit Unterstützung der Bundeswehr seinen Meister gemacht hat. Der 30-Jährige stammt aus Schollene in Sachsen-Anhalt und hat bei der Bundeswehr in Klietz seine Ausbildung absolviert. Später arbeitete er drei Jahre lang in Gardelegen und wechselte dann wieder nach Klietz, um dort als Schlosser die Werkstatt zu leiten. Den Meisterbrief hatte er damals schon angepeilt. Doch diese Chance eröffnete sich erst, als nach Umstrukturierungen für den Dienstposten des Werkstattleiters der Meistertitel nötig wurde. Stefan Koch ließ sich nicht lange bitten. Für die Bundeswehr ist er so etwas wie ein „Präzedenzfall“, der wohl Schule machen wird, wie Hauptmann Patrick Becker sagt.

Die Meisterausbildung in Götz – im Zentrum für Gewerbeförderung – „war sehr abwechslungsreich“, resümiert Stefan Koch. Vor allem der Teil III, in dem es um Betriebswirtschaft sowie kaufmännische und rechtliche Kenntnisse geht, sei „fordernd und fremd“ gewesen. Aber der Metallbauer hat diese Herausforderung perfekt gemeistert. Er hat den besten Meisterabschluss in seinem Gewerk erzielt.

In Klietz koordiniert nun der Jungmeister als Werkstattleiter die Fachkräfte unterschiedlichster Gewerke. Zu seinem Team gehören unter anderem Kfz-Mechaniker, Tischler, Maler, Sattler und auch Bootsschlosser. Der Metallbaumeister Stefan Koch ist in der „Gruppe Ausbildungsunterstützung Pioniere“ tätig, die Soldaten dabei hilft, Gewässer oder auch Hindernisse zu überwinden. „Ich bin lieber auf dem Wasser als am Schreibtisch“, sagt Koch mit einem Lächeln. Der Handwerker in Diensten der Bundeswehr kann nicht nur Radlader, Hebefahrzeuge oder Krane bewegen, sondern ebenso Motorboote und Schlauchboote. Und er hat sogar die Berechtigung, Soldaten an diesen Maschinen und Fahrzeugen zu schulen und zu prüfen. In Klietz lernen Soldaten, mithilfe von Faltschwimmbrückengerät – das sind luftgefüllte Metallpontons – Wege übers Wasser zu bauen. Soldaten aus ganz Deutschland kommen hierher, um das Errichten von sogenannten Gewässerübergängen an Havel und Elbe zu üben. Die Faltschwimmbrückenelemente werden von Booten zentimetergenau übers Wasser bewegt und zu Fähren oder ganzen Brücken zusammengesetzt. Über sie können dann Fahrzeuge und sogar Panzer der Bundeswehr das Gewässer überqueren.

Stefan Koch weiß, worauf es dabei ankommt und wie die Boote gesteuert werden müssen. Dieses Wissen gibt er gern weiter. Die Ausbildung macht ihm großen Spaß. Auch als Privatmann ist der Familienvater gern mit dem Boot auf dem Wasser. Außerdem engagiert er sich im Karnevalsclub von Schollene und in der Freiwilligen Feuerwehr. Dort ist der Metallbaumeister der Gerätewart. Natürlich.

Von Ute Sommer

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