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Meister des Handwerks Mit ganzem Herzen Dachdecker
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00:03 30.03.2019
Dachdeckermeister Daniel Kusmierczyk genießt die Arbeit an der frischen Luft. Quelle: Jacqueline Steiner
Potsdam/Dabergotz

Sechzig Jahre hat das Scheunendach in Dabergotz (Ostprignitz-Ruppin) schon auf dem Buckel. Jetzt musste es runter und wird ersetzt. Für Daniel Kusmiercyk ist das eine Routineaufgabe. „Vier bis fünf Stunden brauchen wir für eine Dachhälfte von 90 Quadratmetern“, schätzt er. Die Dachdecker arbeiten zu dritt: Einer fährt mit dem Kran das Material hinauf, der zweite reicht die Ziegel an, der dritte verlegt sie.

Kusmiercyk ist mit ganzem Herzen Dachdecker. „Für mich ist das der beste Beruf der Welt“, sagt er. Man ist immer an der frischen Luft, lässt sich den Wind um die Nase wehen und arbeitet vertrauensvoll im Team zusammen. Der 34-Jährige aus Fehrbellin (Ostprignitz-Ruppin) ist jetzt der Meister auf der Baustelle. Berufsbegleitend hat er im vergangenen Jahr die Meisterausbildung gemacht. Er hatte zuvor lange gezögert, sich zum Meister weiter zu qualifizieren, ist jetzt aber froh über den Titel. „Das ist eine Auszeichnung“, freut er sich.

Sein Meisterstück war eine Eindeckung mit Biberschwanzziegeln, bei der aneinanderstoßende Dachflächen verbunden werden mussten. Eine solche „eingebundene Biberkehle“ zu erstellen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Daniel Kusmiercyk mit Bravour gelöst hat. Er hat die Prüfung insgesamt sogar als Bester seines Gewerks abgeschlossen. Und als einer der ersten hat er den Meisterbonus in Höhe von 1500 Euro erhalten, der Handwerkern im Land Brandenburg den Weg zum Titel erleichtern soll. Bis Ende 2018 wurde der Bonus nach Zählung der Handwerkskammer bereits an 107 frischgebackene Meister ausgezahlt. „So eine kleine Finanzspritze ist natürlich willkommen“, sagt er. Schließlich kommt für die Ausbildung einiges an Kosten zusammen. 8000 Euro allein für die Kurse hat Kusmiercyk ausgegeben, dazu kamen noch einmal eine Summe in gleicher Höhe für Materialien, Fahrtkosten und die Unterkunft in Frankfurt (Oder), wo er die theoretische Ausbildung absolvierte.

Bei der Arbeit genießt Daniel Kusmiercyk die weite Sicht vom Dach. Aber er hat auch einen Blick für Gefahren. Vor allem bei Abrissarbeiten an alten Ställen ist ihm manchmal ein wenig mulmig, denn dort ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, welche Belastung die Konstruktion noch trägt. „Wer keine Angst hat, ist auch nicht vorsichtig“, erklärt der Kusmiercyk. Beim Neubau dagegen sind Gefahren für den Dachdecker eng umgrenzt und klar erkennbar.

Eine Dachdeckung ist keine Ware, die für den Augenblick produziert wird, betont der Jungmeister. „40 oder 50 Jahre sollte ein Dach schon halten“, sagt er. Das ist heutzutage schwieriger als in der Vergangenheit, weil durch die Klimaveränderungen Stürme und Starkregen häufiger vorkommen. Es müssen mehr Klammern genutzt werden, damit das Dach beim Sturm nicht abgedeckt wird. Auch die Entwässerung ist stärker dimensioniert. Die Fachregeln wurden durch den Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks entsprechend angepasst, sagt Meister Kusmiercyk. Und der Fachmann muss sich natürlich entsprechend auf dem Laufenden halten.

Fast zeitgleich mit dem Abschluss der Meisterschule ist Daniel Kusmiercyk auch Vater geworden. Deshalb steht für ihn jetzt die Familie zunächst einmal an erster Stelle in seinem Leben – zumal er sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin er ein Haus gekauft hat, an dem nach und nach noch einige Sanierungsarbeiten ausgeführt werden müssen, teilweise in Eigenregie. Beruflich ändern will er da in absehbarer Zeit nichts, in seinem angestammten Betrieb fühlt er sich wohl. Aber er freut sich auch, dass er mit dem Meistertitel die Möglichkeit hat, sich zu einem späteren Zeitpunkt selbstständig zu machen oder einen Betrieb zu übernehmen.

Von Ulrich Nettelstroth

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