Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Meister des Handwerks Vom Film zum Meisterstück
Anzeigen & Märkte ANZEIGE Meister des Handwerks Vom Film zum Meisterstück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:03 30.03.2019
Legt immer noch gerne selbst Hand an: der Lackierermeister Sven Löser. Quelle: Jacqueline Steiner
Nuthetal

Es ist Sven Löser anzusehen, dass sein Herz weiter dafür schlägt, direkt mit Autokarrossen zu tun zu haben: die zu behandelnden Stellen abzukleben, Macken auszuspachteln, um dann mit viel Finesse per Lackierpistole die gewünschte Farbe auf das Karosserieteil aufzubringen. Dabei hat sich der heute 32-Jährige längst auf andere Bereiche fokussiert. Die Koordinierung, Endkontrolle und Bestellung benötigter Materialien der Lackierwerkstatt werden mehr und mehr seine Schwerpunkte an seinem Arbeitsplatz in einem großen BMW-Autohaus in Teltow (Potsdam-Mittelmark) mit 200 Beschäftigten allein an diesem Standort.

„Nicht immer nur folgen, sondern auch leiten“, war schon einer seiner Wahlsprüche, als sich der geborene Phillipsthaler (Nuthetal/Potsdam-Mittelmark) im Sommer 2016 dazu entschloss, nicht Autolackierer als Geselle zu bleiben, sondern nebenberuflich noch am Wochenende die zweijährige Meisterschule für Maler und Lackierer zu machen. Im vergangenen Herbst konnte er die Prüfung mit Erfolg abschließen. Vielleicht gab ihm das Haus, das seine Familie und er gerade in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) baut, noch zusätzliche Motivation. Weil vielfach selbst Hand angelegt wird, konnte er zusätzlich erworbene Maler-Qualifikationen der Meisterschule gleich in die Tat umsetzen.

Besonders gut bei der Prüfung wurde indes sein Meisterwerkstück, eine lackierte Motorhaube mit Airbrush eines Pferdepaares, bewertet. Das Foto für die Vorlage hatte er per Diaprojektor auf das Autoteil projiziert. Ein wenig erinnerte Löser die Maltechnik mit einer Spritzpistole wohl an die Pop Art am Fahrzeug der Actionkomödie „Manta, Manta“ mit Til Schweiger aus den 1990er Jahren, die für ihn wohl „ausschlaggebend“ für den Wunsch war, Autolackierer zu werden. „Für Spielzeugautos interessiert hatte ich mich ja schon als Kind“, erinnert er sich. Und auch das Schrauben und Basteln an realen Gefährten, das ihn auch heute noch in der Freizeit weiter reizt, kam bald hinzu. Nach der Schule im Alter von 16 Jahren ging es dann los mit der Lehre – und zwar genau dort in dem BMW-Autohaus, in dem er heute noch arbeitet.

Nach dem Gesellenabschluss und einem Jahr Fernbeziehung zu seiner heutigen Frau Nina, die er bei einer Urlaubsreise in Bulgarien kennengelernt hatte, kam der Entschluss „in die große Stadt zu ziehen“ – Ninas Heimat Essen im Ruhrgebiet. Die kleine Werkstatt, in der hier tätig war, erwies sich als ideal, Kniffe zu verfeinern, die ein Autolackierer auch drauf haben muss.

Nachwuchs – die heute fünfjährige „Mila“ – ist dann mit ein Grund gewesen, nach vier Jahren wieder nach Brandenburg zurückzukehren. Die ländliche und grüne Umgebung Lösers alter Heimat schien seiner Frau und ihm für die Kinder der bessere Ort zum aufwachsen. Auch gab es für Sven die Möglichkeit, wieder in dem Teltower BMW-Autohaus anzufangen, wo er nun häufiger Meistervertretung machen konnte. Er fand Gefallen an der Arbeit – „warum also nicht selbst den Meister machen“. Die damit möglichen größeren Potenziale waren auch wegen des sich ankündigenden erneuten Nachwuchses, der heute einjährigen Hanna, verheißungsvoll.

Im Betrieb hat er sich inzwischen mehr und mehr in die koordinierende Tätigkeit eingefunden. Neben der Theorie, der Ausbildungsbefähigung und vor allem der Praxis interessierte Löser vor allem auch der Wirtschaftsteil der Meisterschule. Die ökonomische Qualifikation würde zum Fundament gehören, vielleicht irgendwann langfristig auch einmal seine eigene Autowerkstatt aufzumachen.

Von Gerald Dietz

Ramona Pachal machte vor 25 Jahren ihren Meister. Sie wollte nach der Wende nicht arbeitslos werden. Wellenlegen, Toupieren und Tricks, wie aus wenig viel gemacht werden kann: „Meine DDR-Kenntnisse kamen mir zugute.“ Sie musste aber auch erfahren, wie wichtig Unterstützung ist.

30.03.2019

Steffen Bonin aus Velten (Oberhavel) ist es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Der 28-jährige Elektrotechnikmeister, der seine Prüfung als Jahrgangsbester aller Gewerke abgeschlossen hat, arbeitet als Projektleiter in einem Unternehmen, das Lösungen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung anbietet. Auch seine Weiterbildung zum Betriebswirt hat er bereits begonnen.

30.03.2019

Passend mit dem Weltmeister-Song von Andreas Bourani „Auf uns“ wurden 241 Jungemeister des Jahrgangs 2018 von der Handwerkskammer Potsdam geehrt – 41 Frauen und 200 Männer. In einer emotionalen Feierstunde im Potsdamer Dorint-Hotel wurden die Mitglieder der einzelnen Gewerke ausgezeichnet.

30.03.2019