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Brandenburg 100.000 Menschen auf Landpartie
Brandenburg 100.000 Menschen auf Landpartie
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21:37 15.06.2014
Der fünfjährige Gary war mit seinen Eltern am Samstag aus Berlin gekommen und hatte in Lietzow (Havelland) Spaß im Stroh. Quelle: Philip Häfner
Schwante

Beim Landwirtschaftsbetrieb LSV in Schwante (Oberhavel) konnte jedermann direkt die Kühe und den neugeborenen Nachwuchs im Stall besuchen. „Wir wollen zeigen, dass wir den Kühen auch etwas bieten und sie nicht nur melken wollen“, sagt Mario Brendicke, der als Herdenmanager des Unternehmens  etwa 460 Kühe und 30 Wasserbüffel betreut. Im Schnitt 32 Liter Milch erzeugt eine der 190 Milchkühe am Tag. Um das zu erreichen, soll es den Tieren an nichts mangeln: Das Futter stammt fast ausschließlich aus der eigenen Produktion, es gibt automatisch drehende Kratzbürsten und jede Kuh hat die freie Wahl zwischen Innen- und Außengehegen – Brendicke bezeichnet diesen Service als „Kuh-Komfort“. „Solch einen Ansatz  gab es vor 20Jahren noch nicht“, sagt er. Nach dem Melken legt er Wert auf die regionale Vermarktung: In einer Milchtankstelle kann rund um die Uhr frische Milch gezapft werden, seit diesem Frühjahr wird auch Eis verkauft – aus der Milch vom Stall nebenan.

20. Brandenburger Landpartie

  • Die Jubiläumsauflage des größten Volksfestes im ländlichen Raum Brandenburgs fand am Wochenende in allen Regionen des Landes statt.
  • Insgesamt 270 Gastgeber – darunter Bauernhöfe, Agrar- und Fischereibetriebe, Forstbetriebe und Gärtnereien sowie ländliche Kultureinrichtungen – öffneten ihre Türen und Tore für Gäste aus Brandenburg und Berlin.
  • Rund 100.000 Besucher folgten der Einladung. Allein Schmerwitz (Potsdam-Mittelmark) meldete knapp 10.000 Besucher aus Anlass des zweitägigen Hoffestes.
  • Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) erklärte zur Eröffnung der Landpartie auf Gut Schmerwitz: „Die Landpartie bietet die Chance, dass immer mehr Berliner und Brandenburger die regionalen Produkte kennen lernen und kaufen.“
  • Die 21. Brandenburger Landpartie findet am 13. und 14. Juni 2015 statt.

Einen solchen „Kuh-Komfort“ wie bei der LSV gibt es wohl nicht in allen Viehbetrieben. Die Grünen im Brandenburger Landtag kritisieren deshalb, dass zur Landpartie nur die Vorzeigeunternehmen geöffnet seien. „Die Türen der Agrarindustrie bleiben verschlossen, kein einziger konventioneller Geflügelmastbetrieb oder Legehennenhalter öffnet seinen Stall“, sagt der Fraktionsvorsitzende Axel Vogel. Dabei ist es erklärtes Ziel des Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger (SPD), den Verbrauchern bei der Landpartie die Produktion vor Ort näher zu bringen.

Land Brandenburg, 14. und 15.06.2014 - Spargelfeste, Feldfahrten, offene Ställe: Knapp 270 landwirtschaftliche Betriebe öffneten ihre Höfe, Ställe und Felder anlässlich der 20. Brandenburger Landpartie. Laut Veranstalter Pro Agro kamen rund 100.000 Besucher.

Auch kulturelle Einrichtungen hatten am Wochenende geöffnet. Die Kulturschmiede in Schwante war bis 1972 ein Handwerksbetrieb, inzwischen finden dort Lesungen und Vorträge statt. Zur Landpartie stellte der Schmied Dieter Blumberg noch einmal seinen Beruf vor, den er hier erlernt hatte. Mit einem Elektrogebläse feuert er die Kohlen an, in denen er die Eisenstäbe erhitzt. Bei 1500 Grad kann er das Material mit dem Hammer formen, bis daraus Kerzenhalter oder kleine Hufeisen entstehen. „Es weiß ja kaum mehr jemand, wie man Eisen bearbeitet“, sagt der 73-Jährige. Früher sei der Schmied im Dorf ein Allrounder gewesen. „Von Wagenrädern aufziehen bis Hufe beschlagen, der Schmied war einer der wichtigsten Handwerker“, sagt er.

Nicht gerade alltägliche Tiere gab es im Schaugarten des Gartenbauarchitekten Michael Beuthe zu sehen. In dem 90000 Quadratmeter großen Park mit mehreren Teichen haben auch Wollschweine ein Zuhause, darunter seit vorgestern auch sechs kleine Ferkel. „Wir sind extra für die Schweine hier hergekommen“, sagt Maria Kreuels aus Wustermark (Havelland).

Von Lisa Rogge

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