Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg 226 mal Traumnote 1,0: Ist das Abi in Brandenburg zu leicht?
Brandenburg 226 mal Traumnote 1,0: Ist das Abi in Brandenburg zu leicht?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 05.07.2019
Wird das Abi immer leichter? Der Anteil der 1er-Zeugnisse ist binnen zehn Jahren deutlich gestiegen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Potsdam

In Brandenburg haben in diesem Jahr 226 Schüler das Abitur mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen. Landesweit lag die Durchschnittsnote bei 2,3. Das teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag mit. Von den 9729 Schülern, die zur Abiturprüfung angetreten waren, haben 9262 das Abitur bestanden. Das entspricht einer Bestehensquote von 95,2 Prozent.

Der Anteil der glatten Einser-Abiturienten betrug im Schuljahr 2018/19 rund 2,4 Prozent aller 9.262 Prüflinge. Im vergangenen Jahr hatten 237 Brandenburger die 1,0 auf ihrem Zeugnis gehabt, was ebenfalls einem Anteil von 2,44 Prozent betrug.

Zahl der Einser-Schüler steigt deutlich an

Im längeren Vergleich ist die Zahl der Schüler mit Bestnoten deutlich gestiegen. Vor zehn Jahren schnitten 171 Schüler mit einer glatten Eins ab, das entsprach damals einem Anteil von 1,34 Prozent aller Prüflinge. Kritiker gehen davon aus, dass im Nachgang des sogenannten Pisa-Schocks die Ansprüche gesenkt wurden, um mehr Schülern den Zugang zu den Universitäten zu ermöglichen.

Der Präsident des Brandenburger Pädagogenverbands, Hartmut Stäker, hält diese Sichtweise für zu kurz gegriffen. „Ich denke vielmehr, dass sich die Schüler dem angepasst haben, was heute von ihnen verlangt wird“, sagte er. Früher sei vor allem Wissen abgefragt worden. „Heute im Zeitalter von Google geht es um den Erwerb von Kompetenzen. Wer sich darauf orientiert, schneidet bei Prüfungen auch besser ab“, erklärte Stäker.

Notendurchschnitt etwas besser als vor zehn Jahren

Der Pädagoge beobachtet bei der heutigen Schülergeneration wieder eine konzentriertere Herangehensweise, wenn es um schulische Erfolge geht. „Sie legen sich Ziele für ihre Zukunft fest, gehen planvoller vor“, so Stäker. Das sei ganz anders als bei der „Spaßgeneration“ der 90er Jahre. „Wer sagt, früher sei das Abitur schwerer gewesen, macht es sich zu leicht“, sagte Stäker.

Der Notenschnitt beim Abitur ist insgesamt in den vergangenen zehn Jahren nur leicht angestiegen. 2009 lag er bei 2,39 und sank nach und nach auf 2,3 beim aktuellen Abiturjahrgang.

Viele Experimente beim Abitur

Für Günther Fuchs, Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW, stehen die Zahlen lediglich für einen „statistisch moderaten Ausschlag“. „Es zeichnet sich der Trend ab, dass Schüler besser auf das Abitur vorbereitet werden“, sagte er: nicht nur durch die Lehrer, sondern auch im privaten Umfeld durch Nachhilfe und neue Lernmethoden. Mehr Einser-Noten würden eine „breitere Leistungsspitze“ bedeuten, so Fuchs. „Das ist an sich keine negative Entwicklung“, sagte er.

In Brandenburg sei beim Abitur viel experimentiert worden. Dies und die Auswahl der jeweiligen Prüfungsaufgaben müssten genauer untersucht werden, bevor man zum den Schluss komme, dass es eine Inflation an guten Abiturnoten wegen zu leichter Prüfungen gebe. Gegen die These, dass die Prüfungen immer leichter werden, spricht aus seiner Sicht auch, dass die Zahl der Durchfaller in den vergangenen zehn Jahren leicht gestiegen ist. 2009 waren 3,8 Prozent der Prüflinge am Abitur gescheitert. In diesem Jahr waren es 4,8 Prozent.

Kein Ärzte-Zitat mehr

Bildungsministerin Ernst gratulierte den Einser-Abiturienten zu ihren Leistungen mit einer Urkunde. Sie enthielt ein Zitat von Franz Kafka: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Damit setzte sie sich von ihrem Amtsvorgänger Günter Baaske (SPD) ab. Er hatte auf die Besten-Urkunden ein Zitat der Rockband „Die Ärzte“ drucken lassen: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“

Vergangenes Jahr hatte Ernst sich noch bei Baaskes Idee bedient und ihre Gratulationsworte an die Schüler wortwörtlich abgeschrieben.

Von Torsten Gellner

Erst vor kurzem kam es zu Zugausfällen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Grund dafür war unter anderem Personalmangel. Auch im Juli bleibt der Zugverkehr stark beschränkt – Entspannung soll es erst im August geben.

02.07.2019

Kleine Ursache – Große Wirkung: Wegen einer lästigen Fliege im Wagen hat eine Autofahrerin bei Heiligengrabe in Brandenburg einen Unfall mit hohem Schaden verursacht.

02.07.2019

In den Krankenhäusern von Brandenburg könnte es bald tierisch zu gehen: Die Gesellschaft für Leben und Gesundheit testet derzeit Tier-Roboter für den Einsatz mit Patienten. Die Katzen-Roboter sollen eine seelische Unterstützung sein.

02.07.2019