Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg 3.800 Köpfe im Angebot
Brandenburg 3.800 Köpfe im Angebot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 05.03.2013
So könnte er ausgesehen haben...
EBERSWALDE

Ein alte Dame, weit über 80, ist Opfer des sogenannten „Enkeltricks“ geworden. „Sie ist natürlich völlig aufgebracht, 10 000 Euro sind weg. Womöglich ihre ganzen Ersparnisse“, sagt Roscher. Der Kriminalhauptkommissar will mithilfe der Frau ein Phantombild von dem Betrüger erstellen. Dem es gelang, am Telefon einen in Not geratenen Angehörigen zu mimen und so auf skrupellose Weise abzukassieren.

Phantombilder stimmen nie 100 Prozent mit der realen Person überein, sie sind nur ähnlich“, erklärt Roscher, der zum Kriminaltechnischen Institut im LKA gehört. 70 Prozent Übereinstimmung seien schon ganz gut. „Dem, der den Täter kennt, sind vielleicht einzelne Merkmale aufgefallen.“

Längst werden Phantombilder, die im Polizeideutsch visuelle Fahndungshilfen heißen, nicht mehr mit Bleistift gezeichnet, obwohl Roscher das nicht schwerfallen dürfte. Der 45-Jährige hat als Hobby-Zeichner bemerkenswertes Talent, wie eine Mappe mit Porträts beweist. Darunter ist auch das Konterfei von Schauspieler und Ex-Tatortkommissar Peter Sodann – mit 100 Prozent Übereinstimmung.

Bereits Ende der 60er Jahre ging die Polizei dazu über, mithilfe von Täterporträts nach Verbrechern zu fahnden. Der Bleistiftzeichnung folgten später Fotofolien. Dabei wurden einzelne Gesichtsmerkmale nach Hinweisen der Zeugen übereinander gelegt. Das erledigt heute der Computer.

Mirko Roscher, der seit 20 Jahren für das LKA Straftäter porträtiert, hat 3800 Köpfe parat, wenn er Zeugen aufsucht. Er kann Hunderte Augenpaare, Ohren, Nasen, Münder, Bärte und Frisuren einsetzen, damit ein Gesicht entsteht. Zudem sind in seinem Computer Fotos bestimmter Typen unterschiedlichen Alters gespeichert. Diese „Dummies“ sind keine realen Personen. Sie verkörpern spezielle Gruppen oder Herkunftsregionen. So soll die Suche eingegrenzt werden. „Häufig erinnern sich die Leute beim Täter etwa an ein südländisches Aussehen“, sagt Roscher und lässt reihenweise 20- bis 30-jährige „Südländer“ über den Bildschirm laufen.

Um zu einem brauchbaren Phantombild zu gelangen, ist laut Roscher nicht das zeichnerische Talent wichtig. „Wer bei uns anfangen will, muss in erster Linie mit Menschen arbeiten können.“ Viele, die Opfer einer Straftat wurden, hätten das Geschehen noch gar nicht verarbeitet, so Roscher. Aber sie haben womöglich den Täter gesehen. Und das zählt, denn Verbrecher fürchten ihre Phantombilder.

Der LKA-Mann lässt die Betroffenen erst mal reden, sie sollen sich in die Situation zurückversetzen. Das in den eigenen vier Wänden zu machen, ist oft einfacher als im Polizeibüro. Deshalb sind Roscher und seine beiden Kollegen ständig unterwegs.

Zuerst lassen die Experten den Kopf aussuchen – schmal oder eher rund? „An die Nase erinnert sich kaum einer, oft aber an die Haare“, sagt Roscher. Aber nicht nur erkennbare Merkmale gilt es ins Gesicht zu setzen, sondern auch Eindrücke nach dem Motto: „Der hat so finster geguckt oder er war eigentlich ganz hübsch.“

Der Hauptkommissar bestückt den „Rohling“ ganz nach den Vorstellungen des Zeugen. „Und wenn er drei Augen haben will, kriegt er die.“ Die Feinarbeit kommt später. Knapp zwei Stunden muss der Phantomzeichner für einen Hausbesuch einplanen. Kinder gehen laut Roscher unvoreingenommener an Täterbeschreibungen heran, Erwachsene haben oft „Schubladen“ parat – „der Handwerkertyp, der Student oder Vertreter“.

Mirko Roscher „macht“ aber nicht nur Gesichter. Er hat am Computer auch den Storkower Maskenmann entstehen lassen. Der Unbekannte, nach dem noch immer gefahndet wird, hatte im Oktober 2012 einen Unternehmer entführt und auf einer Schilfinsel im Storkower See gefangen gehalten. Von dort gelang dem Opfer dann die Flucht.

382 Phantombilder wurden von Roscher und seinen Kollegen im vergangenen Jahr erstellt. Etwa jedes zehnte Bild ist ein Treffer und führt zum Täter. Bei ein bis zwei sei die Ähnlichkeit frappierend, wie sich beim Vergleich mit dem Originalfotos im Nachhinein herausstelle, sagt Roscher.

Einer der spektakulärsten Fälle, bei dem das Phantombild der LKA-Zeichner mit zu einem schnellen Fahndungserfolg führte, war der Mord an der 12-jährigen Ulrike aus Eberswalde im Februar 2001. Eine Bewährungshelferin entdeckte das Phantombild ihres Schützlings Stefan J. in der Zeitung. Der notorische Autoknacker, der schließlich mit einem Fingerabdruck an einer Flasche überführt werden konnte, gestand, das Mädchen vergewaltigt und getötet zu haben. (Von Volkmar Krause)

Brandenburg NPD verteilt wieder „Schulhof-CD” in Berlin - Warnung des Verfassungsschutzes

Der Berliner Verfassungsschutz warnt vor Musik-CDs, die die rechtsextreme NPD ein gutes halbes Jahr vor der Bundestagswahl an Schulen verteilt. Die CD sei auch bereits an mehreren Schulen in Brandenburg verteilt worden, teilte der Verfassungsschutz in der Hauptstadt am heutigen Dienstag mit.

05.03.2013
Brandenburg Entwarnung für Brandenburg im Schimmelpilzskandal - Keine Gesundheitsgefahr

könnten wieder Fleisch und Milch liefern, das Landwirtschaftsministerium in Hannover teilte am heutigen Dienstag mit. Auch das "Vermarktungsverbot für Leber und Nieren von mit möglicherweise kontaminierten Futtermitteln gefütterten Schlachttieren" könne aufgehoben werden, so das Ministerium.

05.03.2013
Brandenburg Brandenburg für Anhebung des Spitzensteuersatzes - "Überfälliger Schritt"

Brandenburg will sich im Bundesrat für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes starkmachen. Die rot-rote Landesregierung plädiert für die Anhebung des Spitzensatzes bei der Einkommensteuer von 42 auf 49 Prozent, wie die Staatskanzlei am heutigen Dienstag in Potsdam mitteilte.

05.03.2013