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Brandenburg Stundenlange A2-Sperrung: Brücke bei Magdeburg wird getestet
Brandenburg Stundenlange A2-Sperrung: Brücke bei Magdeburg wird getestet
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11:12 17.02.2019
Eine der Elbbrücken der A2 bei Magdeburg von unten. Quelle: Jens Wolf/dpa
Magdeburg

Autofahrer, die am Sonntag auf der A2 zwischen Berlin und Hannover unterwegs sind, müssen sich auf Behinderungen einstellen. Grund ist ein Praxistest. An einer Elbbrücke bei Magdeburg muss sich eine neue Sanierungstechnik beweisen. Die Ingenieure wollen prüfen, ob ihre nachträglich eingebauten Veränderungen funktionieren. Die Autobahn wird dafür zwischen den Anschlussstellen Burg-Zentrum und Magdeburg-Rothensee von 8 Uhr bis etwa 14 Uhr komplett gesperrt. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen und Staus einstellen.

Sanierung der Risse an Schweißnähten

Warum ist die Sanierung nötig? Vor rund drei Jahren wurden bei einer Routinekontrolle kleine Risse an Schweißnähten gefunden, wie der Chef der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer, berichtete. Es gehe um die Verbindung zwischen der Fahrbahn und der darunterliegenden Stahlkonstruktion. Warum die Risse an der 1995 gebauten Brücke erst nach so vielen Jahren auftraten, kann Langkammer nicht sagen. Fest steht: Bei der Übertragung der Lasten von der Betondecke auf die Stahlkonstruktion gibt es ein Problem.

Die Technik, die sich die Ingenieure zur Sanierung ausgedacht haben, wird Langkammer zufolge zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt angewendet. Auch deutschlandweit kenne er keine vergleichbaren Fälle. Um die Verbindung zwischen Fahrbahn und Stahlunterbau zu entlasten, wurden an mehreren Stellen Federplatten eingesetzt. „Wir lösen die starre Verbindung und bauen eine gelenkigere ein“, sagte Langkammer. Der Begriff „gelenkig“ sei aber relativ zu verstehen. „Das spielt sich alles im Millimeterbereich ab.“

Besteht die Brücke den Praxistest?

Die neue Technik sei kompliziert, weil in ein bestehendes statisches System eingegriffen werde. Man könne zwar versuchen, die Belastungen vorab zu berechnen, aber ohne eine Überprüfung in der Praxis geht es Langkammer zufolge nicht. Deshalb sei die Sperrung unumgänglich. „Wir lassen mehrere Lastwagen in verschiedenen Konstellationen über die Brücke fahren.“ Mal langsam, mal schnell, mal auf der linken, mal auf der rechten Spur, mal einzeln, mal in der Kolonne. Sensoren messen dabei die Dehnung des Materials. Bis die Ergebnisse ausgewertet sind, wird es Langkammer zufolge einige Zeit dauern. Der Experte gibt sich aber zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass wir den Praxistest bestehen.“

Passt alles, soll die gesamte Brücke nach und nach saniert werden. Bislang ist nur ein kleiner Abschnitt probeweise mit den Federplatten bestückt worden. Für die komplette Umsetzung kalkuliert das Verkehrsministerium mit Kosten von mindestens zehn Millionen Euro und einer Dauer von mehr als einem Jahr. Komplette Sperrungen sollen Langkammer zufolge aber nicht nötig sein. Die Arbeiten könnten großteils im laufenden Betrieb erfolgen. Eventuell müssten einzelne Spuren vorübergehend gesperrt werden. Über die A2 rollen an der Stelle in beiden Richtungen täglich im Durchschnitt 65.000 bis 70.000 Fahrzeuge - rund ein Viertel davon sind Lastwagen, wie Langkammer sagte.

Von RND/dpa

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