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Brandenburg Ab Freitag: unbefristeter Streik in Kitas
Brandenburg Ab Freitag: unbefristeter Streik in Kitas
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10:55 06.05.2015
Ab Freitag wird in den Kitas gestreikt. Quelle: dpa
Potsdam

Gestresste Schüler, genervte Eltern: Der Doppel-Streik im Nah- sowie Regional- und Fernverkehr bereitet vor allem den Schulen in Brandenburg massive Probleme. Nun kommen ab Freitag auch noch die Kitas hinzu.

Unbefristeter Arbeitskampf in den Kitas ab Freitag

Die Gewerkschaft Verdi hat am Mittwoch angekündigt, ab Freitag deutschlandweit die Kindertagesstätten zu bestreiken. Der Arbeitskampf ist unbefristet. Die Beschäftigten haben in den vergangenen Tagen bei einer Urabstimmung über den Arbeitskampf abgestimmt. 93 Prozent haben sich laut Verdi-Chef Frank Bsirske dafür ausgesprochen.

Dies sei „ein klares, eindeutiges Votum“, sagte Bsirske. Die Beschäftigten seien nicht länger bereit, „sich mit schönen Worten abspeisen zu lassen“. Verdi will nach eigenen Angaben nach Beginn des Streiks in zahlreichen Kitas am Freitag in der nächsten und übernächsten Woche noch weitere Einrichtungen in den Arbeitskampf einbeziehen. Der Ausstand soll demnach notfalls auch über Pfingsten hinaus andauern.

Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt. Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dbb fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beläuft sich die Gesamtforderung auf 1,2 Milliarden Euro.

Schüler haben wegen Bahnstreik Abiturprüfungen verpasst

Mit dem neuesten Arbeitskampf gibt es Brandenburg nach dem Doppel-Streik im Nah- sowie Regional- und Fernverkehr weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben. In einigen Städten kamen Schüler zu spät oder gar nicht zum Unterricht. Besonders betroffen seien die ländlichen Regionen, vor allem in der Uckermark und der Prignitz, sagte der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Florian Engels. Vermutlich hätten einzelne Schüler auch die Abiturprüfungen in Geografie, Geschichte und Politische Bildung am Montag wegen des Streiks verpasst. Derzeit laufe noch die Abfrage bei allen rund 900 Schulen im Land, die Probleme melden sollen. Am Mittwoch stehen die nächsten Abiturarbeiten für rund 8800 Schüler an.

Elternrat hat kein Verständnis für Streik in der Prüfungszeit

„Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass während der Prüfungszeit gestreikt wird“, sagt der Sprecher des Landeselternrates Wolfgang Seelbach. „Das geht auf Kosten der Kinder.“ Die Gewerkschaften hätten die Streiks verlegen sollen, um die Abschlussprüfungen an Gymnasien und Oberschulen nicht zu gefährden. Der Streik im Nahverkehr belastet Brandenburger Schüler und Pendler bereits seit einer Woche. Seit Montagnacht streiken auch die Lokführer der Deutschen Bahn. Viele Regionalbahnlinien, die Schüler als Ersatz für ausfallende Busse nutzen könnten, werden nun auch nicht mehr bedient.

Schulen streichen Unterrichtseinheiten

An der Oberschule Ketzin (Havelland) sind am Dienstag 40 Prozent der Schüler nicht zum Unterricht erschienen. Am Montag fehlten sogar noch mehr. „Wir sind hier sehr stark betroffen“, sagt Schulleiterin Ulrike Witschas. Die Hälfte ihrer insgesamt rund 200 Schüler nutzt öffentliche Verkehrsmittel. Derzeit werde kein neuer Stoff durchgenommen, sondern nur Bekanntes wiederholt. Besondere Sorge bereitet der Schulleiterin der Freitag: Da schreiben die 10. Klassen ihre Deutschprüfungen.

Die Stadtteilschule Strausberg (Märkisch-Oderland) musste den Schwimmunterricht absagen, weil die Kindern nicht zur Schwimmhalle kamen. An anderen Schulen wurde improvisiert: Das Potsdamer Oberlinhaus hat auf eigene Kosten einen Bustransfer organisiert, um Schüler vom Internat in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) abzuholen und zurückzubringen, berichtet Florian Engels.

Streik bremst Konjunktur

Mit einem neuen Vorstoß will die Deutsche Bahn der Streikwoche der Lokführergewerkschaft GDL ein Ende setzen. Konzernchef Rüdiger Grube kündigte für heute einen „Vorschlag zur Befriedung der Lage“ an. „Es kann und darf so nicht weitergehen“, mahnte er. Details zum geplanten Vorstoß waren zunächst nicht bekannt.

Der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn wird die deutsche Konjunktur bremsen. Die Kosten könnten sich auf bis zu 750 Millionen Euro summieren, sagte Konjunkturexperte Stefan Kipar von der BayernLB. Damit dürfe die Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal um etwa 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen. Als „größtes Risiko“ nannte Kipar jedoch einen möglichen „Reputationsverlust des Standorts Deutschland bei ausländischen Investoren“.

Ersatztermine für verpasste Prüfungen

„Bei uns gab es keine Probleme, obwohl wir über 50 Prozent Fahrschüler haben“, sagt Andreas Giske, Leiter des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge (Prignitz). Der Einzugsbereich der Schule erstreckt sich über einen Umkreis von rund 30 Kilometern. Eltern hätten reagiert und Fahrgemeinschaften gebildet. „Andere Schüler übernachten bei Freunden, die nah an der Schule wohnen. So hat bislang niemand die Abiprüfung versäumt“, sagt Giske. Insgesamt nutzen in Brandenburg rund 90.000 Schüler Busse und Bahnen. Wer wegen des Streiks zu Hause bleiben muss, kann eine formlose, schriftliche Entschuldigung abgeben. Für verpasste Prüfungen werden Ersatztermine angeboten.

Der Streik der Lokführer trifft auch 3000 Schüler aus ganz Deutschland auf ihrem Weg nach Berlin zum Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“, der heute stattfinden soll. Auch viele Pendler wurden gestern auf eine harte Probe gestellt: Nur 15 Prozent der Regionalzüge fuhren, im S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadtregion waren es 35 Prozent. Die Lokführer wollen bis Sonntag die Arbeit niederlegen. Der unbefristetete Streik im Nahverkehr werden unvermindert in ganz Brandenburg fortgesetzt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit.

Von Marion Kaufmann, MAZonline

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