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Brandenburg Abschied vom "Kreml"
Brandenburg Abschied vom "Kreml"
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19:01 22.11.2013
Das brandenburgische Wappen, der rote Adler wird nach der letzten Sitzung im brandenburgischen Landtag in Potsdam (Brandenburg) aus dem Plenarsaal getragen.
Das brandenburgische Wappen, der rote Adler wird nach der letzten Sitzung im brandenburgischen Landtag in Potsdam (Brandenburg) aus dem Plenarsaal getragen. Quelle: Ralf Hirschberger, dpa
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Den Anfang machten vor 22 Jahren die Schöneberger Sängerknaben, zum Abschied rückt am Freitag im Potsdamer Landtag ein Polizeiorchester an. "Nun kommen wir zum Schluss", sagt Landtagspräsident Gunter Fritsch. "Und das wird ein historischer Abschluss sein." Denn der Landtag zieht aus der ehemaligen Reichskriegsschule und zu DDR-Zeiten Sitz der SED-Bezirksleitung in ein ehemaliges Schloss, das jetzt auch wieder so aussieht. Fritsch nimmt den roten brandenburgischen Adler von der Wand des Plenarsaals - und der alte Landtag ist Geschichte.

Der rote Adler darf nicht mit ins neue Domizil, das dem Stadtschloss nachempfunden ist. Denn passend zum modernen Design ziert dort ein weißes Wappentier den neuen Plenarsaal. Die Bündnisgrünen setzten daher zur letzten Sitzung einen grünen Plüschadler auf ihre Fraktionsbänke. Der darf mit.

"Die Hausordnung gilt ja wohl jetzt nicht mehr", sagt Fritsch. "Es kann also heute Sekt getrunken werden zum Abschied." Neben den Parlamentariern stoßen viele Mitarbeiter des Landtags vom Pförtner bis zur Kantine mit dem Präsidenten an. Im Plenum sind an diesem Tag einige Parlamentarier, die auch schon beim Anfang dabei waren, unter anderem Beate Blechinger (CDU) und Stefan Ludwig (Linke). Auch der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) war ein Mann der ersten Stunde - er fehlt wegen Krankheit.

Das brandenburgische Wappen, der rote Adler wird nach der letzten Sitzung von der Wand genommen. Quelle: Ralf Hirschberger

Auch für Umweltministerin Anita Tack (Linke) ist es ein besonderer Abschied. Seit 1991 hat sie auf dem Brauhausberg gearbeitet. Zunächst in der Geschäftsstelle, ab 1994 dann als Landtagsabgeordnete. "Vier Jahre später habe ich dann in einer Arbeitsgruppe auch mit Studenten Pläne zur Sanierung dieses Gebäudes gemacht", erzählt die 62-Jährige. "Aber leider fiel ja 2004 die Entscheidung für den neuen Landtag in dieser Schlosskulisse."

Mit gemischten Gefühlen öffnete Saaldiener Hubert Erbe den Abgeordneten und Besuchern ein letztes Mal die alten Saaltüren. "Es war eine schöne Zeit hier oben auf dem Berg im Grünen mit Blick über die Stadt", sagt er. Aber er freue sich auch auf den modernen Landtag mit ganz anderen technischen Möglichkeiten. Und auf eine neue Aufgabe. Mit dem Umzug wechselt er wieder ins Protokollamt und begleitet dann Delegationen des Landtags.

Gar nicht Schluss ist für den Wachmann Simon Dremmler, der ausnahmsweise an der Garderobe arbeitet. "Wir bleiben noch mindestens ein Jahr hier", berichtet er. Das denkmalgeschützte Gebäude müsse weiter bewacht werden. «So ein leerstehender Bau zieht ja möglicherweise Vandalen an."

Landtag zieht Mitte Dezember ins Stadtzentrum um
Anfang Oktober hatte Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch symbolisch den Schlüssel für den neuen Parlamentssitz im Potsdamer Stadtschloss entgegengenommen. Finanzminister Helmuth Markov (Linke) – Bauherr des 120 Millionen Euro teuren Parlamentsgebäudes – übergab das wiederaufgebaute Schloss nach mehr als vier Jahren Bauzeit an den Landtag.

Die Parlamentarier sollen Mitte Dezember vom alten Landtag auf dem Potsdamer Brauhausberg in die Stadtmitte umziehen. Am 16. Januar werden die Abgeordneten erstmals im Schloss tagen. „Der Landtag erhält ein wunderbares Gebäude, das die Demokratie voranbringt und dies auch die nächsten 200 bis 300 Jahre tun wird“, so Markov. siehe Seite Brandenburg

MAZ/ dpa

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