Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg AfD-Landtagsfraktion: Wird Christoph Berndt Kalbitz’ Nachfolger?
Brandenburg

AfD-Landtagsfraktion: Wird Christoph Berndt Kalbitz’ Nachfolger?

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:59 31.08.2020
Hans-Christoph Berndt (AfD), Abgeordneter im Landtag von Brandenburg, nimmt an einer Pressekonferenz nach der Sitzung seiner Fraktion im Landtag von Brandenburg teil. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Potsdam

Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Christoph Berndt, der den rechtsgerichteten Verein „Zukunft Heimat“ leitet, will Nachfolger von Andreas Kalbitz als Fraktionschef werden. Ein entsprechender Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) wurde aus informierten Kreisen bestätigt. Berndt habe sich dafür nach längerer Überlegung entschieden. Die Wahl sei voraussichtlich für kommende Woche geplant. Die Ankündigung gilt als Überraschung, eine Kandidatur schien bisher nicht wahrscheinlich. Der Laborarzt gilt als gewandter Rhetoriker. Er war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ob es Gegenkandidaten gibt, blieb offen.

Auch interessant: Demo in Berlin: So waren die Corona-Proteste in Berlin

Anzeige

Brandenburg: Kalbitz streitet noch immer mit der AfD-Fraktion

Der AfD-Bundesvorstand hatte Kalbitz im Mai mehrheitlich die Mitgliedschaft aberkannt, weil er frühere Mitgliedschaften bei der rechtsextremen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) und den Republikanern beim Parteieintritt verschwiegen haben soll. Kalbitz ging dagegen juristisch vor. Vor dem Landgericht Berlin hatte er in der vorvergangenen Woche mit einem Eil-Antrag gegen den Rauswurf keinen Erfolg, das Hauptverfahren kommt noch.

Lesen Sie auch: Nach Kalbitz-Rücktritt: AfD-Fraktion im Landtag sortiert sich neu

Davor hatte sich Kalbitz vom Fraktionsvorsitz zurückgezogen, den er eigentlich nur bis zur Entscheidung des Gerichts ruhen lassen wollte. Hintergrund ist ein Krankenhausaufenthalt des Parlamentarischen Geschäftsführers Dennis Hohloch. Der 31-Jährige war nach eigenen Angaben mit einem Milzriss in die Klinik gekommen. Kalbitz hatte ihn zuvor im Landtag nach Angaben aus der Partei unbeabsichtigt heftig berührt. Der frühere Landeschef sprach von einem „Missgeschick“.

Auch interessant: So reagieren politische Gegner auf den Boxschlag gegen Nachfolger Hohloch

AfD-Landesverband zu rechtsextremistischem Verdachtsfall erklärt

Der Rauswurf hatte einen Machtkampf in der Partei ausgelöst. Kalbitz war einer der Wortführer des offiziell aufgelösten „Flügels“ in der AfD um den Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Strömung als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ und Höcke sowie Kalbitz als „rechtsextremistische Führungspersonen“ ein.

Das könnte Sie auch interessieren: „Gefährliche Spinner“: Das sagen Brandenburger Abgeordnete zu den Protesten in Berlin

Der Brandenburger Verfassungsschutz erklärte den AfD-Landesverband im Juni zu einem rechtsextremistischen Verdachtsfall. Den Verein „Zukunft Heimat“ hatte der Landes-Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingestuft. Der Verein organisiert seit mehreren Jahren insbesondere in Cottbus Demonstrationen gegen den Zuzug von Flüchtlingen und anderen Ausländern.

Von RND/dpa

31.08.2020
Vereitelter Sturm auf Reichstags-Gebäude - Lob vom Innenminister: Brandenburger Polizisten drängten Mob zurück
31.08.2020