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Brandenburg Kalbitz gewinnt Kampfabstimmung deutlich
Brandenburg Kalbitz gewinnt Kampfabstimmung deutlich
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00:20 30.04.2019
Andreas Kalbitz, Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg, freut sich über seine Wiederwahl. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Falkensee

Auf dem AfD-Parteitag in Falkensee hat Andreas Kalbitz die Kampfabstimmung um den Landesvorsitz deutlich gewonnen. Für den Amtsinhaber stimmten am Samstagmittag 160 von 218 Mitgliedern (73,4 Prozent), sein Herausforderer Norbert Kleinwächter bekam nur 47 Stimmen (21,6 Prozent). Sechs Mitglieder stimmten gegen beide Kandidaten, außerdem gab es fünf Enthaltungen.

Kalbitz hatte wie schon in seinem Rechenschaftsbericht am Freitagabend betont, der Landesverband sei gut aufgestellt. „In keinem anderen Bundesland ist die AfD der jeweiligen Regierungspartei so dicht auf den Fersen wie in Brandenburg“, sagte er. Eine Kursdiskussion sei mithin überflüssig. Öffentlicher Streit sei der „größte Gefallen, den wir dem politischen Gegner tun können“.

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Norbert Kleinwächter, der für die AfD im Bundestag sitzt, sagte bei seiner Vorstellung, er höre an der Parteibasis immer wieder heftige Kritik am Landesvorstand. Exemplarisch dafür sei die Aussage „Für diese Leute klebe ich keine Plakate.“ Kleinwächter erneuerte seine Kritik an Kalbitz wegen dessen Teilnahme am sogenannten Trauermarsch in Chemnitz im Spätsommer 2018. Kalbitz habe sich damit über die Beschlusslage der Bundespartei hinweggesetzt. Das öffentliche Echo auf den Schulterschluss mit Pegida sei verheerend gewesen und habe der AfD auch in den Meinungsumfragen geschadet.

Die Kalbitz-Fans in der Stadthalle Falkensee wollten das offenbar nicht hören – und buhten Kleinwächter aus. Kleinwächter kandidiert nach seiner Niederlage noch für den Posten des ersten Stellvertreters. Gegen Birgit Bessin, die wuchtige Wahlkampfleiterin der Landespartei, wird auch das zur Mission Impossible.

Von Thorsten Keller