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Brandenburg Brandenburgs Feuerwehrpräsident kritisiert AfD-Streit im Bundesverband scharf
Brandenburg Brandenburgs Feuerwehrpräsident kritisiert AfD-Streit im Bundesverband scharf
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11:25 15.11.2019
Kritisiert den öffentlichen Machtkampf im Bundesverband: Brandenburgs Feuerwehrpräsident Werner-Siegwart Schippel. Quelle: Björn Wagener
Potsdam

Der Präsident des Brandenburger Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, hat die überraschenden Rücktrittsforderungen gegen den Chef des Bundesverbandes, Hartmut Ziebs, scharf kritisiert. „Es ist für mich vollkommen unverständlich, dass dort jetzt solche Vorwürfe erhoben werden“, sagte Schippel auf Anfrage der MAZ. „Da muss ich schon böse Absicht unterstellen“.

Im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) tobt seit einiger Zeit ein erbitterter Machtkampf. Am Dienstag berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass fünf der sieben Vizepräsidenten in einem Schreiben an die Landesverbände den Rücktritt des Präsidenten Ziebs fordern.

Hintergrund für den Streit soll der Umgang mit AfD-Sympathisanten sein

Gründe nennen die Unterzeichner dabei nicht. Hintergrund sollen zweifelhafte Personalentscheidungen sowie ein Streit über den Umgang mit AfD-Sympathisanten in den Reihen der rund 1,3 Millionen deutschen Feuerwehrleute sein. Ziebs hatte sich wiederholt dafür ausgesprochen, keine Nähe zur AfD zu dulden.

Das Präsidium des Feuerwehrverbandes entzog Ziebs am Sonntag auf einer Sondersitzung im hessischen Fulda „mehrheitlich das Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit“, heißt es in dem Schreiben. Für Brandenburgs Präsidenten Schippel ist bereits diese Sondersitzung ein Affront: „Wir haben klar besprochen, dass wir die schwelenden Konflikte bei der nächsten Sitzung des Präsidialrates am fünften und sechsten Dezember besprechen“, sagt der 68-jährige Lausitzer. Warum nun im Vorfeld solche Schritte unternommen würden, sei für ihn schleierhaft. „Das Datum ist doch bereits absehbar“.

Schippel verteidigt türkischstämmige Geschäftsführerin

Schippel stellt sich zudem hinter die Geschäftsführerin des Bundesverbandes. DFV-Präsident Ziebs hatte bereits vor drei Jahren die damals 39-jährige Müjgan Percin für das Amt berufen. Ihre Einstellung soll nun einer der Kritikpunkte der Vizepräsidenten sein. „Ich glaube, dass es für sehr konservative Verbandspräsidenten möglicherweise etwas ungewohnt ist, dass eine junge, türkischstämmige Frau die Geschäfte führt“, sagt Schippel, der dem Brandenburger Landesverband seit 2013 vorsteht.

„Für mich ist das aber vollkommen in Ordnung“. Die Geschäftsführung sei abgesegnet worden und leite die Geschäfte, zudem sei der Präsident verantwortlich für die Auswahl des Personals, sagte Schippel. Die aktuelle Kritik verstehe er nicht. Percin wurde 1976 in Berlin geboren und ist promovierte Juristin.

DFV-Präsident will Vertrauensfrage stellen

Schippel schloss sich damit den Äußerungen des Nordrhein-Westfälischen Feuerwehrchefs Jan Heinisch an, der die Unterzeichner in einem offenen Brief zu kameradschaftlichem Verhalten aufgefordert hatte. DFV-Präsident Ziebs sieht derweil keinen Grund für einen Rücktritt. Im Interview mit dem RND forderte er seine Gegner auf, die inhaltlichen Gründe zu präzisieren. Zudem kündigte er an, „über kurz oder lang“ eine Delegiertenversammlung einberufen zu wollen und die Vertrauensfrage zu stellen.

Lesen Sie hier: Präsident stellt Vertrauensfrage: Hartmut Ziebs im Interview

Von Ansgar Nehls

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