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Brandenburg Afrikanische Schweinepest: Zaun soll Wildschweine auf Oderinsel isolieren
Brandenburg

Afrikanische Schweinepest: Zaun soll Wildschweine auf Oderinsel isolieren

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17:42 12.10.2020
Ein Schild am Oderdeich weist das Gebiet als Kernzone der Afrikanischen Schweinepest an der polnischen Grenze aus. Quelle: Bernd Settnik/dpa
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Küstrin-Kietz

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, wird die Oderinsel bei Küstrin-Kietz im Landkreis Märkisch-Oderland eingezäunt. Die Trassenführung des zweireihigen stromführenden Doppelzaunes werde derzeit besprochen, sagte Thomas Berendt, Sprecher des Landkreises, am Montag auf Anfrage. Ein fester Zaun sei später geplant.

Auf der unbewohnten Insel mit einem Umfang von etwa sechs Kilometern waren am Samstag durch Drohnenaufnahmen 17 verendete und 30 schwer erkrankte Tiere entdeckt worden. Dazu wurde eine gesund wirkende Wildschweinrotte mit etwa acht Tieren gesichtet.

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Futtermais soll Wildschweine auf der Oderinsel halten

Um die Tiere zunächst dort zu halten, seien Futterstellen eingerichtet worden. Sie werden nun regelmäßig mit Futtermais versorgt, sagte Berendt: „Wir wollen die Anreize reduzieren, dass Tiere die Insel verlassen.“ Diese Empfehlung sei von Experten gekommen. Bis zum Festland auf deutscher Seite sei es nur ein Katzensprung; die zehn Meter könnten Wildschweine leicht schwimmend überwinden. Sollten es doch einige versuchen, würden sie nun vor einem Elektrozaun stehen.

Lesen Sie auch: Afrikanische Schweinepest: Was bei einem Wildschwein-Fund zu tun ist

Nach Angaben von Berendt ist die unbewohnte Insel ein seit Jahren bekanntes Refugium der Wildschweine, die dort nicht gejagt werden. Das Gebiet ist mit Weltkriegsmunition belastet. Je nach Futterangebot wechseln die Tiere auf die deutsche oder polnische Seite über die Grenze.

Neu installierte Wildkameras zeigen nach Angaben von Berendt seit dem Wochenende das Geschehen auf der Insel. Wenn der Elektrozaun steht, sollen Jäger tote Tiere bergen, Proben entnehmen und den Bestand dezimieren.

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Bislang hat das Friedrich-Loeffler-Institut in Brandenburg 65 Schweinepestfälle bestätigt, wie das Bundesagrarministerium am Montag mitteilte. Zuletzt kamen zehn weitere hinzu innerhalb des ersten Kerngebietes: acht Wildschweine wurden im Landkreis Oder-Spree, zwei im Landkreis Spree-Neiße gefunden.

Der erste Ausbruch beim Schwarzwild wurde am 10. September amtlich festgestellt. Nach neuesten Erkenntnissen sind bereits in der ersten Juli-Hälfte infizierte Tiere verendet. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich. Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wie vor frei von der Afrikanischen Schweinepest.

Von MAZonline/dpa